Archiv für Januar 2012

aller guten dinge sind drei

2010 und 2011 konnte der größte Naziaufmarsch Europas durch entschlossene Blockaden von mehr als zehntausend AntifaschistInnen verhindert werden. Damit dies auch in diesem Jahr wieder gelingt, heißt es auch in diesem Jahr: Auf nach Dresden!

Aus Oldenburg wird es auch 2012 wieder eine Busfahrt gen Osten geben. Tickets gibt es Montags und Donnerstags ab 21 Uhr im Alhambra [Kontakt: oldenburg-dresden@web.de]. Eine Infoveranstaltung dazu findet am Montag, dem 30.01.2012 um 20.00 Uhr im Alhambra statt.

antifa-demo in bückeburg

»Am 21. Januar findet erneut eine antifaschistische Demonstration in Bückeburg statt. Die Kampagne „copy and paste“ macht hiermit erneut auf eine große und aktive Naziszene rund um die „Autonomen Nationalisten Bückeburg“ aufmerksam. Von Drohungen über Angriffe auf offener Straße bis zu Anschlägen auf Wohnhäuser – die Bückeburger Neonazis lassen in ihrem so genannten „Kampf um die Straßen“ keine Chance ungenutzt. Dazu wird es eine Infoveranstaltung im Alhambra geben. Am Montag, 16. Janur um 20.45 Uhr werden Aktivist_innen der Kampagne über die Naziszene aufklären und letzte Infos zur Demo geben können.« [Quelle]

zwanzigelf

6. Januar:
Über 700 Leute protestieren gegen die Le­sung des sozialrassistischen Hetzers Thilo Sar­ra­zin in Ol­den­burg. Obwohl die einladende NWZ die Ver­an­stal­tung aus »Si­cher­heits­be­den­ken« einige Stunden vor Beginn vom städ­ti­schen Kul­tur­zen­trum PFL in die We­ser-​Ems-​Hal­le ver­leg­t hatte, demonstrierten dort trotzdem an die 300 Menschen laut­stark, gut ge­launt und garniert mit dutzenden Farbeiern. Währenddessen ver­sam­melten sich noch­mal über 400 Leute in der Fo­rums­kir­che St. Peter, um mit einer wis­sen­schaft­li­chen »Ge­gen­ver­an­stal­tung« der Hetze gegen Arme und MigrantInnen die Per­spek­ti­ve einer so­li­da­ri­schen Ge­sell­schaft entgegezusetzen. [mehr]

11. Januar:
Am 11. Ja­nu­ar gab es unter dem Titel »Zerreissprobe« eine von »au­to­no­men fe­mi­nis­t_in­nen aus dem al­ham­bra« or­ga­ni­sier­te Ver­an­stal­tung zu se­xua­li­sier­ter Ge­walt in der lin­ken Szene, sowie zu Kon­zep­ten, Schwie­rig­kei­ten und Fra­gen einer prak­ti­schen an­tis­e­xis­ti­schen Un­ter­stüt­zungs­ar­beit. Die wohl bestbesuchteste und am meisten diskutierte Veranstalung im Al­ham­bra 2011. [mehr]

14. Januar: Das tunesische Staatsoberhaupt Ben Ali wird gestürzt

25. Januar bis 13. Februar:
Vom 25. Januar bis 13. Februar zog die »Bamako-Dakar-Karawane für Bewegungsfreiheit und gerechte Entwicklung« des transnationalen Netzwerk »Afrique Europe Interact« mit über 300 AktivistInnen durch Mali und den Senegal, um eine Vernetzung antirassistische Basisinitiativen aus Europa und (West-) Afrika voranzubringen. Letzte Station war Dakar, wo zu dieser Zeit das 11. Weltsozialforum stattfand. [mehr]

10. Februar:
Circa 20 An­ti­mi­li­ta­ris­tIn­nen nutz­ten die Ab­schieds­vor­le­sung von Prof. Dr. Micha­el Dax­ner, ehe­ma­li­ger Prä­si­dent (1986-​1998) der Carl von Os­sietz­ky Uni­ver­si­tät und zu­letzt Lei­ter der »Ar­beits­stel­le In­ter­ven­ti­ons­kul­tur« für eine klei­nen krea­ti­ve Stör­ak­ti­on. [mehr]

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kriegsmelodien

Auch 2012 sind in Oldenburg wieder Auftritte von Bundeswehr-Musikkorps geplant. Während ihre KameradInnen in Afghanistan für das deutsche Großmachtsstreben Tod und Zerstörung über die dort wohnenden Menschen bringen, wollen sie hier das Oldenburger Bürgertum mit lieblichen Melodien beglücken. So ist für den 28.05.2012 ein sogenanntes »Kirchenkonzert« geplant, dessen Veranstaltungsort und auch das aufspielende Musikkorp noch nicht genannt wurde. Ob es sich dabei um eine Ersatzveranstaltung für das schon fast traditionelle Bundeswehr-Konzert im Schlossgarten handelt, welches im letzte Jahr durch antimilitaristische Proteste in ein Desaster verwandelt wurde [Info], ist allerdings noch nicht bestätigt. Ein zweites zynisches Spektakel ähnlicher Art soll am 18.06.2012 in Form eines Open Air-Konzertes der Big Band der Bundeswehr stattfinden. Dabei dürfte es sich um die alljährliche Veranstaltung der NWZ auf dem Marktplatz handeln, welche im letzten Jahr erstmals in den Rahmen des ehemals alternativ geprägten »Kultursommers« gestellt wurde und ebenfalls mit massiven antimilitaristischen Protesten konfrontiert wurde [Info].

update: Beim Bundeswehr-»Kirchenkonzert« wird das Luftwaffenmusikkorps 3 aus Münster aufspielen [Info]. Dieses Musikkorps gastierte schon 2007 einmal in einer Oldenburger Kirche, damals in der Pfarrkirche St. Josef in Bümmerstede [Info].

rosen auf den weg gestreut

Die Morde und Überfälle des »Nationalsozialistischen Untergrunds« gelten weithin als neue Qualität rechter Gewalt. Doch Rechtsterrorismus ist in Deutschland kein neues Phänomen. Die Zeitung »neues deutschland« zeichnete in einer Serie die Spuren nach, die in die Morde des »Zwickauer Trios« mündeten. Finden könnt ihr sie hier.

bargeld statt gutscheine

Nachdem sich bei der letzten Ratssitzung eine Vertreterin des »Gutscheinbündnis« im Rahmen der Bür­ge­rIn­nen­fra­ge­stun­de eindrucksvoll für eine Ab­schaf­fung des ras­sis­ti­schen Gut­schein­sys­tems aussprach, scheint allmählich Bewegung in die Sache zu kommen. Schon in der Ratssitzung waren sich mehrere Fraktionen und auch die Verwaltung darin einig, sich mit dem Land Niedersachsen in eine juristische Auseinandersetzung zur Abschaffung des Gut­schein­sys­tems zu begeben. Denn vor über zehn Jahr bestimmte das niedersächsische Innenministerium, dass von den Kommunen Gutscheine statt Bargeld ausgegeben werden müssen. SPD, Grüne und die Linkspartei wollen nun entsprechende Anträge zur nächsten Sitzung des Sozialausschusses am 24. Januar stellen, damit die Stadt künftig den vollen Betrag, der den Flüchtlingen nach dem Gesetz zusteht (70 % des ehemaligen Sozialhilfesatzes), in bar auszahlt. »Gerade für die derzeit in der Gaußstraße untergebrachten Flüchtlinge stellt dies eine sehr wirksame Unterstützung dar, weil der nächstgelegene Supermarkt in Ofen die Annahme der Oldenburger Wertmarken ablehnt«, so SPD und Grüne in ihrer Beschlussvorlage.

☞ »Flüchtlinge sollen Geld bekommen« NWZ 24.​12.​2011
☞ »Diskussion um Wertmarken für Asylbewerber« NWZ 22.​12.​2011
☞ »Tausche Bargeld gegen Gutschein« NWZ 20.​12.​2011

Solange das Gutscheinsystem in Oldenburg jedoch noch angewendet wird, gibt es auch weiterhin den Gutscheinumtausch, um so konkrete Solidarität mit den Flüchtlingen zu üben und ein Zeichen gegen den staatlichen Rassismus zu setzten. Wenn ihr bei einem anschließenden Einkauf Probleme bekommt, sagt doch bitte dem Gutscheinbündnis bescheid: