oldenburg bleibt garnison

Heute präsentierte das Verteidigungsministerium das neue Standort-Konzept der Bundeswehr. Leider haben sich die Spekulationen im Vorfeld bewahrheitet – Oldenburg wird daher keine demilitarisierte Zone, sondern einer der nunmehr noch 264 Standorte der Bundeswehr.


Scheiß Geschenk…

Zwar werden die Stabs­kom­pa­nie und die zwei Kom­pa­ni­en des Luft­lan­de­un­ter­stüt­zungs­ba­tail­lon 272 der Luft­lan­de­bri­ga­de 31 mit etwa 1000 Sol­da­tIn­nen aus der Hen­ning-​von-​Tre­sckow-​Ka­ser­ne ausziehen und erwartungsgemäß auch das Kreiswehrersatzamt an der Bremer Straße aufgelöst, im Gegenzug wird allerdings der Stab der 1. Pan­zer­di­vi­si­on (häufig als Division Eingreifkräfte oder Eingreifdivision des Heeres bezeichnet) mit 400-500 Sol­da­tIn­nen von Han­no­ver nach Ol­den­burg ver­legt. Das »Kraftfahrausbildungszentrum« (also die Fahrschule der Bundeswehr), das »Bundeswehr-Dienstleistungszentrum« (ehemals Standortverwaltung) und die Sanitätsstaffel zur regionalen Sanitätsversorgung bleiben ebenso in der Stadt, wie das zentrale »Verpflegungsamt der Bundeswehr«, welches erst im Februar von einem Grossbrand heimgesucht wurde. Zu allem Überfluss wird auch noch der »Ausbildungsstützpunkt Luftlande und Lufttransport«, sowie die »Sportfördergruppe der Bundeswehr« aus dem bayrischen Altenstadt an die Hunte verlegt. Die Anzahl der Dienstposten in der einst mit bis zu 12 000 Soldaten zweitgrößten Bundeswehr-Garnisonsstadt reduziert sich dabei allerdings leicht von 1280 auf angeblich 1220.


Die 1. Panzerdivision 2011 im Afghanistan-Krieg

Es gibt also nach wie vor jede Menge Arbeit für AntimilitaristInnen in der Stadt. Während das »Verpflegungsamt der Bundeswehr« die Streitkräfte in Auslandseinsätzen mit Verpflegungsmitteln versorgt, kommandiert die Stabskompanie der 1. Panzerdivision künftig aus Oldenburg heraus das blu­ti­ge Hand­werk ihrer rund 18 000 Sol­da­tIn­nen. Im Moment ist die Panzerdivision übrigens u.a. für 12 Monate als Leitdivision des 25. – 27. Einsatzkontingents der ISAF in Afghanistan tätig. Geführt wird die Division wird von einem Kommandeur im Dienstgrad Generalmajor (momentan der vor Kurzem »angesprengte« Generalmajor Markus Kneip), sein Stellvertreter bekleidet in der Regel den Dienstgrad eines Brigadegenerals. Der Chef des Stabes ist mit einem Stabsoffizier im Dienstgrad Oberst besetzt, die unterstellten Brigaden werden meist von Offizieren im Dienstgrad Brigadegeneral geführt, so dass insgesamt bis zu vier Generale Angehörige der Division sind. Jede Menge unschönes Lametta also. Ob mit dem Stab auch das alljährliche »Sommerbiwak« der Division, gegen welches es seit Jahren in Hannover massiven antimilitaristischen Widerstand gab [Info], perspektivisch nach Oldenburg umzieht, ist derzeit noch unklar. Das »Sommerbiwak 2012« ist jedenfalls noch für den 29. Juni 2012 im Stadtpark von Hannover geplant.


Kossendey in seiner Lieblingspose

Die Stationierung des Stabs der 1. Panzerdivision geht übrigens wohl auf das Konto des Oldenburger CDU-Bundestagsabgeordnete und parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium Thomas Kossendey, welcher als engster Vertrauter von Thomas de Maizère gilt. Er soll in den vergangenen Wochen massiv Druck gemacht und die Verlegung erzwungen haben – wie schon 2007 bei der Stationierung der Stabs­kom­pa­nie der Luft­lan­de­bri­ga­de 31 in Oldenburg.


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