umverteilt

Ein Wirtschaftwachstum von über 15 Prozent in den letzten zehn Jahren und mehr als zwei Millionen weniger Menschen ohne Job als noch 2005 – so präsentiert sich das »neue deutsche Wirtschaftswunder«. Eine vor kurzem veröffentlichte Vergleichsstudie des »Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung« (DIW) zur Einkommensentwicklung in Deutschland erklärt nun die Ursachen dieser angeblichen Erfolgsgeschichte: Im Zeitraum von 2000 bis 2010 sind die realen Nettolöhne (Nettoeinkommen abzüglich der Inflation) der ArbeitnehmerInnen um durchschnittlich 2,5 Prozent gesunken. Bei den drei untersten Einkommensschichten sanken die Löhne sogar um happige 16 bis 22 Prozent. Lediglich die Top-VerdienerInnen mit einem Einkommen von über 3400 Euro konnten von der Entwicklung profitieren – und selbstverständlich die Unternehmen.
Die massiven Einkommensverluste der GeringverdienerInnen führt das DIW hauptsächlich auf die wachsenden Zahl atypischer Beschäftigungsverhältnisse zurück. »Dazu zählen neben Leiharbeit auch befristete und geringfügige Stellen sowie Teilzeitjobs, in denen die Arbeitszeit unter 20 Stunden pro Woche liegt. Die Zahl dieser Stellen stieg 2010 in Deutschland auf 7,84 Millionen. Von den 322.000 Jobs, die 2010 geschaffen wurden, waren laut Statistischem Bundesamt 182.000 Leiharbeiter-Stellen – also 57 Prozent. Die Zahl der Leiharbeiter stieg auf insgesamt 742.000 und erreichte damit einen neuen Höchstwert«, wie der Spiegel berichtete. Volker Enkerts, Präsident des »Bundesverbands Zeitarbeit«, geht sogar davon aus, dass »2011 (…) die Zeitarbeitsbranche erstmals die Millionengrenze bei den Beschäftigten überschreiten« wird.


1 Antwort auf “umverteilt”


  1. 1 Elektrische Zahnbuerste Trackback am 29. November 2011 um 15:01 Uhr

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