»größtes desaster für die marine«

Wie glücklich waren doch die Stadtoberen und die örtlichen Kriegsfans, als im Juni 2007 eine der fünf baugleichen neuen Kor­vet­ten der Klasse 130 auf den Namen Kor­vet­te F 263 »Ol­den­burg« getauft wurde – bereits seit Anfang der 70er Jahre wurde sich um eine solche Namenspatenschaft bemüht. Und es handelte sich auch nicht nur um irgendeines: Die Schiffe des 1,2 Milliarden Euro teuren Rüstungsprojekts, welche spe­zi­ell für die Aus­lands­ein­sät­ze der Kriegs­ma­ri­ne in Küs­ten­nä­he und damit zur Ver­wirk­li­chung neuer deut­scher Groß­machts­träu­me vorgesehen waren, sollten der neue Stolz der Kriegsmarine werden. Doch inzwischen ist die Freude der Militärs auf einen Tiefpunkt angekommen, einige sprechen gar vom »größten Desaster für die Marine seit dem Zweiten Weltkrieg«. Eine Panne folgte der nächsten, mit einem Einsatz der Schiffe ist wohl frühestens 2014 zu rechnen – sieben Jahre später als geplant.

Mit gutem Beispiel voran ging die Kor­vet­te F 263 »Ol­den­burg«, bei welcher sich im Mai 2009 wäh­rend einer Test­fahrt eine Schrau­be im Ge­trie­be löste, in die Zahn­rä­der fiel und dort er­heb­li­che Schä­den in Höhe von meh­re­ren Mil­lio­nen Euro ver­ur­sach­te. Bei der Feh­ler­ana­ly­se stell­te sich dann her­aus, dass die Ge­trie­be aller Schif­fe der neuen Kor­vet­ten­klas­se 130 kon­struk­ti­ve Män­gel auf­wie­sen. In der Folge mussten diese auf allen fünf Schiffen ausgebaut und erneuert werden.
Im Februar 2011 stellte man bei einer Probefahrt der Korvette »Magdeburg« vor der Küste Norwegens fest, dass sich im Schiff Schimmel und Schwitzwasser bildeten, weil die Klimaanlagen fehlerhaft konstruiert waren. Wieder mussten alle fünf Korvetten überarbeitet werden.
Im Mai dieses Jahres war es wiederum die Kor­vet­te F 263 »Ol­den­burg« zusammen mit der Kor­vet­te »Ludwigshafen am Rhein«, die Probleme machten. Bei Werfterprobungsfahrten im Hamburger Hafen gab es Störungen mit den Kupplungen der Getriebe. Eine Überarbeitung aller fünf Schiffe folgt.
So kann das gerne weitergehen…

☞ »schraube locker: korvette oldenburg« regentied, 25.​05.​09
☞ Video: »Der Stolz der Marine bleibt im Hafen« Panorama, 21.​06.​11


3 Antworten auf “»größtes desaster für die marine«”


  1. 1 ..... 29. Juni 2011 um 18:35 Uhr

    Po­li­zei­pres­se Bre­men:

    Ort: Bre­men-​Ve­ge­sack
    Zeit: 26.​06.​2011, 23.​00 Uhr

    Eine Stun­de vor Mit­ter­nacht ver­nahm ein Mit­ar­bei­ter eines Si­cher­heits­un­ter­neh­mens Mo­to­ren­ge­räu­sche am Heck einer in einer Werft in Ve­ge­sack lie­gen­den Kor­vet­te der Bun­des­ma­ri­ne. Er sah dann einen Mann in einem hel­len Schlauch­boot di­rekt am Rumpf des Ma­ri­ne­schif­fes. Als er die­sen an­sprach, rief der Mann sinn­ge­mäß: „Ich spreng Euch weg, Ihr Irren, ich habe eine Haft­mi­ne an­ge­bracht!“ und rausch­te mit sei­nem Boot in Rich­tung Blu­men­thal davon.

    Da das An­brin­gen einer Haft­mi­ne oder eines ähn­li­chen Spreng­sat­zes nicht aus­ge­schlos­sen wer­den konn­te, wurde das Schiff eva­ku­iert und der nä­he­re Be­reich ab­ge­sperrt. Der Schiffs­ver­kehr auf der Weser wurde ein­ge­stellt. In­ten­si­ve Fahn­dungs­maß­nah­men nach dem Schlauch­boot und sei­nem Fah­rer wur­den um­ge­hend ein­ge­lei­tet. Dabei kamen u.a. Boote der
    Was­ser­schutz­po­li­zei, Kräf­te der Bun­des­wehr, der Po­li­zei Bre­men und Nie­der­sach­sen sowie ein Po­li­zei­hub­schrau­ber mit Wär­me­bild­ka­me­ra zum Ein­satz.
    Gegen 00.​15 Uhr konn­te nach Zeu­gen­hin­wei­sen das ver­däch­ti­ge Schlauch­boot mit noch war­mem Motor an der An­le­ge­stel­le eines Was­ser­sport­ver­eins in Mot­zen aus­fin­dig ge­macht wer­den. Als Fah­rer des Schlauch­boo­tes wurde dort ein 46 Jahre alter Ol­den­bur­ger iden­ti­fi­ziert, der zu die­sem Zeit­punkt er­heb­lich al­ko­ho­li­siert schien.
    Nach an­fäng­li­chem Leug­nen räum­te der Mann schließ­lich ein, auf der Weser her­um­ge­kurvt und sich mit sei­nem Boot in die Dock­an­la­gen zur Fre­gat­te ge­schli­chen zu haben. Er will nach Ent­de­ckung al­ler­dings le­dig­lich ge­sagt haben, dass er auch eine Haft­mi­ne hätte an­brin­gen kön­nen. Ein bei ihm durch­ge­führ­ter Al­co­test ergab einen Wert von über einem Pro­mil­le. Ihn er­war­tet jetzt ein Ver­fah­ren wegen Stö­rung des öf­fent­li­chen Frie­dens durch Vor­täu­schen einer Straf­tat und eine An­zei­ge wegen Trun­ken­heit im Schiffs­ver­kehr.

  2. 2 Anonymous 30. Juni 2011 um 13:53 Uhr

    es heißt „dieses Jahres“, verdammt! :)

  1. 1 größtes desaster für die marine« « [regentied] oldenburg von unten Pingback am 29. Juni 2011 um 21:07 Uhr

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