zwei wochen haus »friedensbruch«

Seit dem 14. Mai existiert nun das (wieder-) besetzte Haus »Frie­dens­bruch« [Info] am Thea­ter­wall 24 a – wunderbar zentral gelegen zwischen Innenstadt und Staatstheater. Nachdem die erste Besetzung des denkmalgeschützen und seit Jahren leerstehenden Hauses am 11. April nach nur wenigen Tagen rüde durch die Polizei beendet wurde, scheint es diesmal wesentlich besser zu laufen. Die fleißigen InstandbesetzerInnen planen auf jeden Fall schon die Zukunft ihres kulturellen, selbstverwalteten Wohnprojekts, welches sich zum Symbol gegen die unhaltbare Wohnraumsituation in Oldenburg entwickelt hat. Durch tägliches Werkeln und ein erstes größeres Bauwochenende ist das Gebäude schon jetzt bewohn- und nutzbar geworden.

Die fast unglaubliche Symphatiewelle , die dem besetzten Haus in der Stadt engegengebracht wird (und welcher sich selbst die NWZ nicht entziehen konnte), hat wohl auch die SpaßverderberInnen solcher Projekte nachhaltig beeindruckt. Die Stadtverwaltung äußert sich einfach garnicht zu der Besetzung, sondern stellte lediglich fest, dass sie gegen Leerstand keine Handhabe sehe. Polizei-Chef Johann Kühme sieht »keine unmittelbare Gefahrenlage« drohen und verkündete ergänzend (juristisch bei einem Dauerdelikt wohl aber nicht ganz zutreffend), dass ein zurückgenommener Strafantrag nicht nochmals gestellt werden könne und ein weiteres Eingreifen der Polizei daher unwahrscheinlich sei. Viel deutlicher können Verwaltung und Polizei kaum deutlich machen, dass sie sich an dieser Thematik nicht die Finger verbrennen wollen. Und die Eigentümer, eine gewisse Familie Thomas? Sie zeigen nicht das geringste Interesse an dem Haus, nachdem ein schon gestellter Strafantrag wegen Hausfriedensbruch von ihnen überraschend wieder zurückgezogen wurde. Und unverhohlen ließen sie verlauten, dass in den nächsten Jahren weder Sanierungsmaßnahmen noch ein Verkauf geplant sei. Bisher also beste Aussichten für das Haus »Frie­dens­bruch«. Und so kann mensch mal überraschenderweise mit dem Polizei-Chef Kühme völlig d‘accord gehen, als jener sagte: »Wir würden es begrüßen, wenn eine dauerhafte Lösung erarbeitet würde«. Eine »dauerhafte Lösung« haben die BesetzerInnen und ihre SymphatiesantInnen in den letzten zwei Wochen jedenfalls eindrucksvoll auf den Weg gebracht.

Schafft zwei, drei, viele Haus »Frie­dens­bruch«!

P.S.: Haus »Frie­dens­bruch« hat jetzt auch eine eigene Homepage unter: »hausfriedensbruch.wordpress.com«


2 Antworten auf “zwei wochen haus »friedensbruch«”


  1. 1 ..... 30. Mai 2011 um 14:02 Uhr

    NWZ, 30.5.11:

    Linke fordern Bauprogramm
    Oldenburg – Ein Wohnungsbauprogramm und eine Steuer für leerstehende Häuser fordert die Partei Die Linke. Kreisvorstandsmitglied Gerrit Krull hatte mit den Besetzern des Hauses Theaterwall 24a gesprochen. Die Besetzer machten auf zwei Probleme aufmerksam: auf den Mangel an bezahlbarem Wohnraum, der in Oldenburg anders als in vielen anderen vergleichbaren Städten bedrohliche Ausmaße annimmt, und auf den zunehmenden Verfall erhaltenswerter Häuser durch Leerstand.

  2. 2 ich 30. Mai 2011 um 16:33 Uhr

    „d‘accord“. Französisch. Nicht „da core“, auch wenns schön hip klingt.

    @ich: O.K., akzeptiert und geändert. Aber „da core“ sieht wesentlich besser aus.

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