kein recht auf schmerzfreies leben

Eine 37-jährige Oldenburgerin soll nach Willen der Stadt und der »Techniker Krankenkasse« ein Leben voller Schmerzen führen. Sie leidet an einer spastischen Tetraplegie, sowohl Beine als auch Arme verkrampfen bis zur Unbeweglichkeit. Sie ist auf einen Elekto-Rolli angewiesen und wird durch starke Schmerzen und Depressionen geplagt. Seit 2003 erhielt sie dann von ihrer Psychotherapeutin »Dronabinol«-Kapseln, welche ihr das Leben deutlich verbesserten. Ihre Schmerzen wurden gemindert, sie konnte mit einem Therapiedreirad fahren, lief sogar kleine Strecken an Unterarmstützen, konnte sich wieder besser selbstständig Waschen und Anziehen. Doch bei »Dronabinol« handelt es sich letztlich um vollsynthetisch hergestelltes Cannabis, welches vorallem aufgrund der anachronistischen deutschen Drogenpolitik nur bei Multipler Sklerose und für Krebs- oder Aids-PatientInnen im Endstadium verschrieben werden soll. Und so weigerte sich die Stadt und auch die »Techniker Krankenkasse« die Kosten von monatlich etwa 450 bis 500 Euro für das Medikament zu übernehmen. Es kam daher zum Rechtsstreit, welcher mit einem menschenverachtenden Urteil des Sozialgerichts Oldenburg Mitte Februar endete: Die 450 bis 500 Euro für das »Dronabinol« soll sie selbst bezahlen – von ihren 364 Euro Grundsicherung…

☞ »Starke Schmerzen werden wieder Alltag« NWZ, 27.​04.​11


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