»regelfall ist die gemeinschaftsunterkunft«

Während sich die Oldenburger RatspolitikerInnen offiziell für eine dezentrale Unterbringung der (nach der Ende Juni kommenden Schließung des Lagers Blankenburg) der Stadt zugewiesenen AsylbewerberInnen einsetzt, hat die Stadtverwaltung scheinbar ganz andere Pläne, die wohl kaum als Übergangslösung zu sehen sind. Im Verwaltungsausschuss wurde auf Anregung der Verwaltung beschlossen, in Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) zu treten, um zwei Gebäude auf dem ehemaligen Fliegerhorst nahe der Siedlung Brokhausen (bei Ofen) zu erwerben. »Diese beiden Wohngebäude bieten die einzige kurzfristige Option für die Betreuung von Asylbewerbern außerhalb von Blankenburg«, so die Stadtverwaltung.

Dass dabei die »kurzfristige Option« nicht mit einer »vorübergehenden Option« zu verwechseln ist, machte die geschäftsführende Sozialdezernentin Silke Meyn einige Tage später klar. Nach einer »Info-Tour« zu Flüchtlingsunterkünften in Hannover und Hildesheim seien Angehörige der Verwaltung und des Sozialausschusses zu dem Ergebnis gekommen, dass »eine stadteigene Erstaufnahmestelle (…) sinnvoll« sei. Eine anschließende dezentrale Unterbringung sei nicht nur in Anbetracht des Wohnungsmangels in Oldenburg zu überdenken, denn auch in anderen Kommunen sei »der Regelfall (…) die Gemeinschaftsunterkunft«, meint Silke Meyn. Von einer menschenwürdigen und eigenverantwortlichen Unterbringung für AsylbewerberInnen nimmt die Verwaltung also Abstand und sieht auch in einem Weiterbetrieb des Lagers Blankenburg als Massenunterkunft eigentlich nur ein Manko: »Das Problem von Blankenburg ist seine Größe [mit bis zu 500 Plätzen]«. Einziges Zugeständnis der Verwaltung an die Forderungen der Flüchtlinge soll wohl die Abschaffung einer Zentralverpflegung mit zubereiteten Lebensmitteln sein. Stattdessen soll es eine Selbstverpflegung in Gemeinschaftsküchen geben.

☞ »Asylbewerber sollen auf Fliegerhorst ziehen« NWZ, 01.​03.​11
☞ »Selbstverpflegung reduziert bei Flüchtlingen Konflikte« NWZ, 04.​03.​11


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