nazi-splitter

⚫ Oldenburger NPD »schützt« Sarrazin
Großspurig hatte die Oldenburger NPD angekündigt, sich bei der Sar­ra­zin-Lesung am 5. Januar »den antideutschen Selbsthassern entgegenzustellen und die MeinungsMEHRHEIT des Deutschen Volkes zu schützen«. Und glaubt mensch einem Bericht der NPD Friesland, so könnte mensch ihnen fast eine gewisse politische Aktivität unterstellen. Denn demnach saßen »Während der linke Pöbel draußen tobte, (…) die NPD Mitglieder (des) Unterbezirkes bereits ganz gepflegt in der Weser-Ems-Halle« und »Ungestört und friedlich verteilten derweil Kameraden der Oldenburger NPD Flugblätter vor dem PFL und in anderen Bereichen der Stadt«. Doch wie so oft sah die Realität ein ganz wenig anders aus: bei den »NPD Mitgliedern (des) Unterbezirkes«, welche der Sarrazin-Lesung beiwohnten, handelte es sich eigentlich nur um den NPD-Altnazi Horst Wagener aus Westerstede.

Und das Verteilen von »Flugblättern« war in Wirklichkeit das Werfen von winzigen Schnippseln aus dem Fenster eines fahrenden Autos auf der Peterstraße und im Kreisel vor dem Alhambra. Uhlala!

⚫ Vier Tage Arrest für Mario Müller
Am 17. Januar fand vor dem Oldenburger Landgericht ein Revisionsprozess gegen den 22-Jährigen Nazi Mario Müller (ehem. Delmenhorst/jetzt Magdeburg) statt. Dieser hatte am 9. Oktober 2009 zusammen mit anderen Faschos einen 20-Jährigen vermeintlichen Linken vor einem Lokal in Delmenhorst zusammengeschlagen. Um es kurz zu machen: Das Landgericht bestätigte das Urteil des Delmenhorster Amtsgerichtes und schickt Müller wegen Körperverletzung vier Tage in den Dauerarrest [NWZ-Artikel]. Erwähnenswert ist noch, dass Müller von knapp 10 weiteren Faschos u.a. aus Delmenhorst, Bremen und Wardenburg zum Prozess begleitet wurde und der Oldenburger Staatsschutz sich hektisch bemühte, eine mögliche Auseinandersetzung mit AntifaschistInnen zu verhindern.


6 Antworten auf “nazi-splitter”


  1. 1 rr 20. Januar 2011 um 12:34 Uhr

    ein paar anmerkungen zum nwz-artikel über mario müller ( http://linksunten.indymedia.org/de/node/30157 ).

    ich habe ja keine ahnung, wie der prozeß gelaufen ist, aber ich finde diesen artikel aus mehreren gründen miserabel. das fängt schon bei der doppeldeutigen überschrift an. erste assoziation: angeblich hat müller einen linken geschlagen. dann ist der erste teil des artikels eigentlich nur damit beschäftigt, die geschichte aus sicht von müller, also aus sicht des täters zu beschreiben. mit dem ganzen rumgejammere, wie oft der arme kleine mario schon von bösen linken angegriffen und bedroht wurde und wie sehr seine familie darunter leide. selbst einem hartgesottenen antifa kommen da tränen der rührung und mitleid mit dem der „rechten szene“ nahestehenden, der, was leider nicht erwähnt wird, 2 tage vor dem prozeß noch in magdeburg gegen den „bombenholocaust“ demonstriert hat ( http://westhavelland.wordpress.com/2011/01/16/kurzanalyse-des-neonaziaufmarsch-in-magdeburg-am-15-januar-2011/ und da besonders bild 20 http://westhavelland.files.wordpress.com/2011/01/2011-01-15-magdeburg-020.jpg ).
    und dann kommt meiner meinung nach der hammer: das opfer konnte glaubhaft machen, nicht links zu sein und deshalb war der angriff grundlos und müller wird verurteilt. demnach wäre es für die nwz (und so, wie sie es schreiben auch für das gericht) völlig ok gewesen, dass müller zuschlug, wäre das opfer ein linker. oder trügt mich da meine voreingenommene sicht?

  2. 2 Anonymous 20. Januar 2011 um 14:48 Uhr

    Was ist das eigentlich für ein Angriff auf eine Versammlung
    im Parteibüro der Linkspartei gewesen? Stand gestern auf Indymedia!! Warum gibt es hier dazu keine Stellungnahme?

  3. 3 Noa 20. Januar 2011 um 17:02 Uhr

    Was sind das für Alhambra Flugis (Indymedia 19.01.11)??
    Stimmt das mit der Störung einer Versammlung?

  4. 4 ... 20. Januar 2011 um 18:09 Uhr

    @ Anonymous
    @ Noa

    Das mit der versuchten Störung einer Sitzung der Linkspartei in ihren Fraktionsräumen in der Innenstadt (nicht in ihrem Parteibüro) stimmt. Allerdings ist die Bezeichnung „Überfallartiker Angriff“ wie es bei indymedia zu lesen war, ziemlich übertrieben. Drei vermummte Nazis öffneten wohl die Tür einen Spalt weit, warfen kleine Schnippsel rein und flohen daraufhin.

    Ein lächerliches Flugblatt der NPD zum Alhambra gab es ebenfalls. Zum Großteil wortgleich mit einem „Text“ der inzwischen nicht mehr existenten „Autonomen Nationalisten Oldenburg“ [siehe hier].

    Aber beides war eigentlich nicht der Rede wert.

  5. 5 Anonymous 21. Januar 2011 um 15:24 Uhr

    Der Besuch von Veranstaltungen durch Nazis ist schon eine neue Dimension in Oldenburg und sollte nicht verhamlost werden!
    Das die Oldenburger Nasen einen doch recht provessionellen
    Flyer drucken lassen finde ich schon bemerkenswert, die Oldenburger Antifa sollte sich mal lieber nicht nur mit sich selbst beschäftigen! Auch die Zusammenarbeit der Oldenburger NPD
    mit anderen Verbänden finde ich bedenklich,wer weis denn ob wirklich nur H. Wagener in der Sarrazin Veranstaltung saß?
    Wer weis denn ob die NPD unbekannte Personen aus den sogenannten
    freien Kräften einschleust?

  1. 1 Vier Tage Ar­rest für Mario Mül­ler « end of road Pingback am 19. Januar 2011 um 23:02 Uhr

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


vier × = vierundzwanzig