»die nazis kamen, um zu töten«

Am 14. und 15. August kam es in Osteuropa zu zwei brutalen Angriffen von Nazis und rechten Hools auf antirasistische Fussballfans. Am 14. August griffen rund 100 Nazi-Hools (aus dem Umfeld des Fussballverein »Zenit St.Petersburg«) im Stadion »Zarskoe Selo« der russischen Stadt Pushkin während des Spiels zwischen den Amateurligisten »FC Karelien-Discovery Petrozavodks« und »Phosphoritt Kingisepp« die offen antirassistisch auftretenden SupporterInnen des »FC Karelien-Discovery« mit Messern, Axten, Schusswaffen, Reizgas, Flaschen, Steinen und herausgerissenen Sitzen an. Von den etwa 50 antirassistischen Fans mussten sieben mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus, dutzende erlitten Hämatome, Brüche, Kopfverletzungen und Gehirnerschütterungen. Zumindest gab es im Zuge der Auseinandersetzung auf der Stadiontribüne auch auf Seiten der Nazis einige Verletzte – die 9 anwesenden PolizistInnen versuchten weder in den Kampf einzugreifen, noch die AngreiferInnen festzunehmen. Mehrere ZeugInnen berichteten später, sie haben gesehen, wie einer der Angreifer einem Bullen die Hand geschüttelt habe.
Am 15. August kam es nach dem Spiel der Ukrainischen Bundesligisten »Arsenal Kiew« und »Volyn Lutsk« ebenfalls zu einem brutalen Überfall. Etwa 30 Arsenal-Fans, die sich in der Öffentlichkeit zum Antifaschismus bekennen, wurden auf dem Weg zur Metrostation mitten im Zentrum der Ukrainischen Hauptstadt von 50 Neonazis mit Messern, Schlagringen und Pfefferspray unter »Heil Hitler« und »White Power«-Rufen attackiert. Ein schon bewusstlos auf dem Boden liegender Antifaschist erhielt gezielt Messerstiche in den Oberkörper. Seine Lunge wurde dabei verletzt – sein Zustand ist nach einer Operation jedoch stabil. Ein anderer Antifaschist wurde mit herausgeschlagenen Zähnen, vorübergehendem Gedächtnisverlust und Gehirnverletzung ins Krankenhaus gebracht. Auch andere Arsenal-Fans erlitten unterschiedlichste Verletzungen. Direkt nach der Attacke nahm die Polizei vier der Angreifer fest. Einer von ihnen hatte ein blutüberströmtes Messer bei sich, andere hatten Blutspuren an den Händen. Die Polizei im Perchersk Bezirk weigert sich bisher, ein Strafverfahren zu eröffnen und bestreitet eine politisch motivierte Tat.
Weder der Angriff in Pushkin, noch der in Kiew sind als normale Fussballauseinandersetzungen abzutun. Es waren gezielte Angriffe von Nazis und ihren SympathiesantInnen auf das Leben antirassistischer Fans. »Die Nazis kamen nicht, um sich zu prügeln, sondern um zu töten«, sagte ein Fan des »FC Karelien-Discovery«. Angesichts der von den Faschos mitgeführten Waffen und der gezielen Messerstiche gegen einen Bewusstlosen sicherlich einige richtige Einschätzung – und leider keine Seltenheit im postsowietischen Osteuropa. Dutzende ermordete AntifaschistInnen in den letzten Jahren sind der traurige Beleg.

☞ »Versuchter Mord an linken Fans« indymedia.linksunten.org


3 Antworten auf “»die nazis kamen, um zu töten«”


  1. 1 fan 28. August 2010 um 11:53 Uhr

    passt vielleicht nicht zum eigentlichen thema, ABER…
    gerade auch, wenn mensch sich die, teilweise echt ekelige, osteuropäische fanszene ansieht, muss klar sein, dass eine nichtrassistische fankultur auch personen voraussetzt, die selbstbestimmt, kreativ und ohne staatliche oder verbandliche repressionen diese kultur entwickeln können. dass es damit auch hierzulande nicht weit her ist, dass die kreativität der fans immer weiter eingeschränkt wird, sollte jeder und jedem nicht erst seit dem streit um zaunfahnen beim (sch…)vfb ;) klar sein.
    deshalb rufen Fan- und Ultraszenen aus Deutschland; ProFans (www.profans.de); BAFF (www.aktive-fans.de) und Unsere Kurve (www.unserekurve.de) zu einer demo zum erhalt der fankultur am 9.okt 2010 in berlin auf. den text dazu und weitere infos gibt es auf der seite http://erhalt-der-fankultur.blogspot.com/
    und ansonsten gilt natürlich jedes wochenende:

    nazis und rassistInnen aus den stadien kicken!

  2. 2 auch fan 02. September 2010 um 10:14 Uhr

    einen guten text zur „fan“-demo in berlin findet ihr hier:
    http://fussballvonlinks.blogsport.de/2010/09/01/fuer-den-erhalt-der-fankultur-demonstrieren/

  1. 1 Kamen - Blog - 25 Aug 2010 Pingback am 26. August 2010 um 10:15 Uhr

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