»krach schlagen statt kohldampf schieben«

Am 10. 10. 2010 soll es in Oldenburg eine (bundesweite) Demonstration »mit Töpfen und Kochlöffeln, Spaß und Selbstbewusstsein« für eine Hartz 4-Regelsatzerhöhung von wenigstens 80 Euro monatlich für eine ausreichende und einigermaßen ausgewogene Ernährung geben. Treffpunkt wird um 13 Uhr am Hauptbahnhof sein. Weitere Infos gibt es auf der Seite »www.krach-statt-kohldampf.de«. Hier nun ersteinmal der Aufruftext: »Wütend über Milliardengeschenke an Banken und Sparpakete für die Ärmsten der Gesellschaft? Ungläubiges Stauenen, wie gestern noch die Förderung von Kindern gepriesen wurde und heute das Elterngeld gestrichen wird? Sauer, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden? Flaues Gefühl im Magen, weil die Gesundheit immer teurer, die Rente immer kleiner und die Zukunft immer ungewisser wird? Null Verständnis dafür, warum es in einer reichen Gesellschaft kein ausreichendes Einkommen für alle geben soll? Kein Bock mehr auf verlogenes Gelabere von Politikern? Abgenervt von Westerwelle und Co? Ohnmachtsgefühle, denn was kann man schon tun? Wir wollen nicht jammern und nicht betteln! Wir wollen Krach schlagen – mit Töpfen und Kochlöffeln, Spaß und Selbstbewusstsein! Wir wollen demonstrieren, dass Erwerbslose sich nicht beschimpfen und verhöhnen lassen. Deshalb: In die Pötte kommen! Krach schlagen statt Kohldampf schieben! Wenigstens 80 Euro mehr für Lebensmittel sofort!
Noch in diesem Jahr muss die Bundesregierung die HartzIV-Regelsätze neu berechnen. Die bundesweit organisierten Netzwerke der Erwerbslosen und die ALSO streiten für eine Erhöhung der HartzIV-Regelsätze auf 500 Euro. Aber noch in diesem Jahr muss es genug Geld geben für eine ausreichende und ausgewogene Ernährung. 3,94 Euro pro Tag für einen Erwachsenen und 2,76 Euro für ein 14-jähriges Kind sind ein gesellschaftlicher Skandal. Wenigstens 80 Euro mehr im Monat sind für eine ausreichende und einigermaßen ausgewogene Ernährung notwendig!
Mit HartzIV sind wir gezwungen, bei Aldi und Lidl einzukaufen. Aber wir wollen nicht als Rechtfertigung für den Preiskrieg der Discounter missbraucht werden. Mit ihrer wachsenden Marktmacht bedrohen sie die Existenz kleiner Lebensmittelproduzenten, sind verantwortlich für unmenschliche Löhne und Arbeitsbedingungen auf der ganzen Welt und zerstören mit immer weiteren Transportwegen die Umwelt.
Uns ist die Qualität unserer Ernährung und unserer Umwelt nicht egal. Und es ist uns auch nicht egal, unter welchen Bedingungen – weltweit – die Lebensmittel produziert und verkauft werden und wie dabei mit unserer Umwelt und den Tieren umgegangen wird. Wir wollen faire, gerechte und nachhaltige Arbeits- und Lebensbedingungen für alle Menschen auf der ganzen Welt! Mit dieser Einstellung stehen wir nicht alleine da: Gewerkschaften und Landwirte streiten mit uns.
Wir bestehen darauf, dass der von allen erarbeitete gesellschaftliche Reichtum gerecht verteilt wird. Jeder hier lebende Mensch hat ein Recht auf ein menschenwürdiges Einkommen, egal ob er gerade Arbeit hat oder nicht!
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1 Antwort auf “»krach schlagen statt kohldampf schieben«”


  1. 1 AVG 15. Juli 2010 um 18:38 Uhr

    Bevor sich die Regierungen an den Arbeitslosen vergreifen, sollten endlich die Verursacher der Krise(n) zur Kasse gebeten werden !
    Unsere Meinung dazu Hier:
    http://www.youtube.com/watch?v=qCYRxHz-OY0&feature=channel

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