demontage-spektakel

Die für den gestrigen Samstag angekündigte »Öffentliche Demontage der Überwachungskameras« entpuppte sich als buntes Spektakel. An die 100 Leute fanden sich am Lappan – also im Überwachungsbereich einer der vor einem Monat aufgestellten polizeilichen Kameras – ein, um bei paradiesischem Wetter ein weiteres Zeichen gegen »Überwachung und Kontrolle« und für das »Recht auf Stadt für alle« zu setzen. »Die Polizei hatte sich mit einer Hundertschaft in Kampfmontur, der halben politischen Polizei, einem (zusätzlichen) Kamerawagen uvm. auf eine harte Konfrontation eingestellt. Stattdessen wurden sie mit rund 100 Überwachunsgegner_innen konfrontiert, die ein kreatives Spektakel veranstalteten und einen sehr kurzweiligen Nachmittag verbrachten. Einige machten es sich mit Popcorn auf einem Sofa bequem, um sich die live-Übertragung der (Funk-)VWG-Kamera anzugucken. Darauf war nicht nur die stark befahrene Lappan-Kreuzung zu sehen, sondern auch eine Scrabble-Performance. Eine Papp-Kamera wurde mit Wasserbomben zerstört, eine andere entpuppte sich nach zahlreichen Schlägen als (mit Süßigkeiten gefüllte) Piñata. Insgesamt herrschte eine sehr ausgelassene Stimmung. Nicht zuletzt deswegen, weil durch die Reaktionen der Passant_innen deutlich wurde, dass sie nicht damit einverstanden sind, gefilmt zu werden. Die Überwachungsgegner_innen haben sich ihre eigene Parole vom »Recht auf Stadt für alle« zu Herzen genommen«, so die Presseerklärung einiger AktivistInnen.

☞ »Spektakel gegen Überwachung« Indymedia, 5. Juni 2010
☞ »Versammlung am Lappan in Oldenburg« Polizei, 5. Juni 2010
☞ »Viel Polizei – wenig Einsatz« Sonntagszeitung, 6. Juni 2010
☞ »Viel Polizei – ganz wenige Demonstranten« NWZ, 7. Juni 2010


5 Antworten auf “demontage-spektakel”


  1. 1 mel gibson 06. Juni 2010 um 22:40 Uhr

    Hildesheim calling und Oldenburg „setzt ein weiteres Zeichen gegen »Über­wa­chung und Kon­trol­le«…“ schöne Aktion, blödes Datum.

  2. 2 tuschelmuddäl 07. Juni 2010 um 13:22 Uhr

    Das was die NWZ schreibt ist ja wohl der Hammer. Die meinen tatsächlich das nur die großartige Arbeit der „Helfer in Grün/Blau“ zuverdanken ist, dass die Kamera nichr runtergerissen wurde..

  3. 3 tuschelmuddäl2 07. Juni 2010 um 14:52 Uhr

    Allerdings. Außerdem schreiben sie etwas von einer Demonstration und das deren Teilnehmer es nicht in die Innenstadt geschafft hätten. Es gab keine Demo sondern eine kreative Kunstaktion und die Innenstadt war während der gesamten Zeit frei zugänglich.
    Von der NWZ war wohl niemand da oder sie haben Angst es sich mit der Bullerei zu verscherzen wenn sie ehrlich wären müssten sie nämlich schreiben „Demonstrant_innen hatten Spaß, Polizei hatte Dienst“ (aber nix zu tun).

  4. 4 rr 08. Juni 2010 um 12:25 Uhr

    zum thema videoüberwachung gibt es auf www.spreeblick.com ein interessantes video-interview mit eleanor saitta mit dem titel „vor der überwachungskamera sind manche menschen gleicher“
    zu finden ist das ganze hier: http://www.spreeblick.com/2010/06/08/video-interview-mit-eleanor-saitta-vor-der-uberwachungskamera-sind-manche-menschen-gleicher/

  5. 5 rr 11. Juni 2010 um 14:10 Uhr

    und noch ein link-tipp.
    diesmal aus der taz (berliner teil) vom 11.06.10.
    http://www.taz.de/1/berlin/artikel/1/die-kleinen-brueder-von-neukoelln/
    hört sich nach einer durchaus nachahmenswerten aktion an ;)

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