back ge-taked

Auch aufgrund der relativ aufregenden autonomen 1. Mai-Demo gab es bisher noch keinen Bericht über die kraftvolle FrauenLesbenTrans/Walpurgisdemo am 30. April in Oldenburg. Auf indymedia erschien jedoch ein solcher, den ihr jetzt auch hier lesen könnt – allerdings mit viel weniger Bildern als im Original: »Unter dem Motto »take back the night – Se­xis­ti­schen Nor­mal­zu­stand be­kämp­fen« kritisierten die ca. 150 Teilnehmer_innen u.a. geltende Schönheitsnormen, alltägliche sexistische Anmachen und setzten dem männerdominierten Innenstadt-Treiben etwas entgegen. »FrauenLesbenTrans gegen’s Patriarchat, gegen Macker-Attitüde und gegen jeden Staat!«: Diese und andere Parolen wurden laut und überzeugt die ganze Demo über gerufen. Eine Sambagruppe unterstützte ebenfalls die Demo und sorgte damit für ein schwungvolles Demonstrieren, was auch weit außerhalb der Demo wahrzunehmen war. Die [etwa 2-stündige] Demo bewegte sich vom Alhambra in Richtung Kaiserstraße, wo passend ein Redebeitrag zur Solidarisierung mit Sexarbeiterinnen gehalten wurde. Weiter ging es vorbei am Bahnhof, durch die Rosenstraße zum Lappan Richtung Innenstadt, unterstützt mit einem weiteren Redebeitrag zu festgenommenen Aktivist_innen [bei Aktionen gegen das fundamentalistische] »Christival« 2008 in Bremen. Es folgte ein problemloses Einbiegen in die Innenstadt durch die Kneipenhochburg Wallstraße. Hier kam es 2006 zu verbalen Übergriffen, auf die Würfe mit Aschenbechern und Flaschen von jungen alkoholisierten Mackern folgten. Damit dies nicht wieder passiert, gab es diesmal strukturelle Veränderungen. So startete die Demo bereits um 19.45 Uhr statt 2006 um ca. 22.00 Uhr, um den Mackerauflauf zu späterer Stunde zu umgehen. Der nächste Stopp war der Rathausplatz, da hier die alljährliche Veranstaltung »Rock gegen Rechts« im vollen Gange war. Solidarisch wurde das Konzert unterbrochen und damit die Aufmerksamkeit auf unsere Abschlusskundgebung gelenkt. Gemeinsam traten die Demonstrant_innen den Rückweg zum Alhambra an, wo die Beine noch lange nicht müde genug waren, um auf der anschließenden Party abzusteppen.
Abschließend gibt es anzumerken, dass, zu unserer Freude, von Seiten der Bullen eine lachhafte Präsenz gezeigt wurde und wir ohne Widerstände unserer Demoroute laufen konnten. Genauso blieben wir von unangenehmen Mackerbelästigungen verschont und bekamen zum Teil sogar positive Reaktionen der Passant_innen.


4 Antworten auf “back ge-taked”


  1. 1 Icke mal wieder 05. Mai 2010 um 23:17 Uhr

    Ganz ehrlich, Mädels, die inflationäre Verwendung des Wortes „Macker“ empfinde ich persönlich (als Frau!!!) sehr abwertend und pauschalisierend gegenüber der Männerwelt im Allgemeinen und überhaupt. Gefühlt ist das nicht groß anders als die viel zu oft verwendeten Begriffe wie „Tussi“, „Schl….“ usw. Seid doch einfach mal ein bisschen freundlicher zum anderen Geschlecht und Nichtganzsoradikalfeministinnen, dann seid Ihr vielleicht beim nächsten Mal auch nicht mehr so alleine und könnt getrost zu den Vollpfosten in die Wallstraße gehen, die Eure Botschaft eh niemals verstehen.

    http://de.wiktionary.org/wiki/Macker

  2. 2 er/sie/es 06. Mai 2010 um 0:02 Uhr

    Die obskure Sektenbildung kann ich immernochnicht verstehen.

  3. 3 icke auch ma 06. Mai 2010 um 20:09 Uhr

    Hey er/sie/es: Was ist denn daran bitte „obskure Sektenbildung“? Was willst du damit kritisieren? Die subkulturell-identitäre Politik, die aber genauso auf andere Politikfleder zutrifft? Oder meinst du einfach die vielen Transparente mit denen sich der Demoblock durch die Stadt schob? Letzteres ist eine Konsequenz aus den Angriffen 2006, aber das weißt du ja hoffentlich …

    An „icke auch wieder“: Ja, jemanden als „kastrierten Esel“ zu bezeichnen ist natürlich ziemlicher Quatsch. Aber es wurde ja in den letzten Jahren eine andere Bedeutung des Wortes „Macker“ entwickelt, die mit keiner der sechs im wiktionary aufgeführten Bedeutungen übereinstimmt. In dem Zusammenhang meint „Macker“ ja eher einen Mann, der selbstbewusst patriarchales Verhalten an den Tag legt. So verstanden find ich den Begriff echt sinnvoll. Auch wenn das Patriarchat natürlich ein strukturelles Herrschaftsverhätlnis bleibt und die Ursache nicht in der Blödheit einiger Macker zu finden ist, ist es doch sinnvoll irgendwie einen Begriff dafür zu haben, ganz konkret irgendwelche Typen, die sich einfach nur scheiße und sexistisch Verhalten auch angreifen zu können. Ich bin übrigens ein Mann und war erstens ja gar nicht Addressat deines Kommentars („Mädels“) und zweitens hab ich die ganze Aktion gar nicht als abwertend mir gegenüber wahrgenommen. Ich fand sie eher ziemlich großartig, immerhin die einzige antipatriarchale Demo in der BRD, die (mehr oder weniger) offensiv gegen den „sexistischen Normalzustand“ auf die Kacke gehauen hat. Auch wenn ich natürlich nicht da war, war ich eher sehr angetan von der ganzen Sache …

    Ach ja, hier noch was für den/die Admin / die Admins: Seit wann habt ihr eigentlich beim Meta „… Mailand der Bauern“ stehen. Habs gerad gesehen. Was wollt ihr denn bitte damit sagen? Das ist so Hunte-Report Humor, auf Kosten einer ganzen Berufsgruppe. Sich auf so einen dumm-urbanistischen Fortschrittsselbstgenügsamkeitquatsch einzulassen passt so gar nicht zu dem Niveau des sonst wirklich total großartigen Regentied-Blogs. Versteht das bitte als konstruktive Kritik ;-)

    So, das war jetzt aber genug Gequatsche …

  4. 4 gehts noch 16. Mai 2010 um 19:54 Uhr

    „Seid doch einfach mal ein bisschen freundlicher zum anderen Geschlecht“

    soll ich mich bedanken, wenn mir an den arsch gegrabscht wird, soll ich nen knix machen, wenn sexistische macker mir hinterherpfeifen, soll ich mich darüber freuen, nachst allein ner horde betrunkener männer zu begegnen oder darüber dass ich als frau immernoch schlechter bezahlt werde… und hier hört das noch lang nicht auf!

    kranke scheiße, mit freundschaft hat das nüscht zu tun!

    gegen macker und sexisten, fight the power, fight the system!!!!!!

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