mann im matsch

Seit Juni 2009 steht vor der neuen Zentrale der Landessparkasse zu Oldenburg die 5,80 Meter hohe Bronzeskulptur »Mann im Matsch« des Künstlers Thomas Schütte. Unter dem Titel »Wie man Sparkassen bloßstellt« hat sich Werner Spies in der FAZ nun u.a. an einer Interpretation des »Bronzeriesen« versucht. Hier ein kurzer Auszug aus seinem Text: »Die grimmigste Auseinandersetzung mit dem Genre Denkmal liefert der überlebensgroße „Mann im Matsch“. Schütte durfte ihn im Auftrag der Oldenburger Landessparkasse vor der Zentrale aufstellen. Der Kommentar der Bank ist erheiternd: „Von dieser imposanten Arbeit Schüttes gehen vielfältige Impulse aus.“ In der Tat. Es gibt aus jüngerer Zeit keine andere Skulptur im öffentlichen Raum, die so böse den Auftraggeber bloßstellt. Niemand kann übersehen, dass der Künstler der Figur, die den Kunden empfängt, eine Wünschelrute in die Hände gibt. Dies könnte dazu anregen, es eher mit alternativer Beratung, mit Radiästhesie zu versuchen. Aber nicht genug. Schütte lässt seinen „Mann im Matsch“ die Haltung einnehmen, dank der in der Illustration von Gustave Doré der urinierende Gulliver ein Großfeuer löscht. Deshalb wohl stellt der Bildhauer seinen Koloss in ein Wasserbecken. Auch diese Anspielung auf Swift, die Verbindung von Wasser und Feuer, passt zum Herrscher über die Puppenstube: Der Riese steht, wie ein Golem, den sich die Gier der Menschen erschaffen hat, über der Welt der Winzlinge.«

☞ »Wie man Sparkassen bloßstellt« FAZ, 09.​03.​2010
☞ »Bronze-Riese schwebt vom Himmel« NWZ, 03.​06.​2009


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