Die im August 2009 angekündigte Videoüberwachung von Linienbussen der VWG [Info] wird nun so langsam in die Tat umgesetzt. Sechs jetzt neu angeschafften Gelenkbusse sind bereits mit Kameras ausgerüstet. Bis Ende 2011 sollen dann in allen 92 Fahrzeugen des Nahverkehrsunternehmens Überwachungssysteme installiert sein. Kostenpunkt: etwa 270 000 Euro. Offiziell geht es natürlich darum, die FahrerInnen und die Fahrgäste vor Gewalttaten zu schützen – von denen gab es übrigens in den letzten Jahren ganze zwei (!), wovon sich die eine noch nichteinmal innerhalb des Busses abspielte. »Gewalttaten in Bussen und an Haltestellen haben in den vergangenen Jahren zugenommen. Die VWG geht daher den richtigen Weg, indem sie ihre Busse überwachen lässt«, tönt Law-and-Order-Fan und NWZ-Redakteur Rainer Dehmer. Und weiter: »Natürlich wird es kritische Stimmen geben. Einige Bürger empfinden es als Bedrohung der Privatsphäre, wenn sie im Bus gefilmt werden. Aber auch sie sollten den Sicherheitsaspekt nicht außer Acht lassen«. Ja genau, der »Sicherheitsaspekt« mal wieder. Bei ganzen zwei Gewalttaten in den letzten Jahren könnte mensch vielleicht nun auch den Einsatz der Bundeswehr in Erwägung ziehen… FANATEN! Zum Glück gibt es in Oldenburg immernoch die anderen Stimmen – zum Beispiel diese hier von der Linkspartei: »(…) Es ist eine Illusion, zu glauben, man könne 100%ige Sicherheit durch flächendeckende Überwachung schaffen. Eine solche Maßnahme in Bussen ist völlig unverhältnismäßig. Wie die Überwachung von öffentlichen Plätzen in Oldenburg ist auch die Überwachung von Bussen ein Schritt hin zum Überwachungsstaat (…)«.
☞ »Videokameras überwachen VWG-Busse« NWZ, 02.02.2010
☞ »Sicherheit im Vordergrund« NWZ, 02.02.2010
☞ »LINKE gegen Videoüberwachung in Bussen« Linke.Oldenburg
☞ »Linke fordern kamerafreie Linienbusse« NWZ, 03.02.2010
Die Busse des für VWG fahrenden Subunternehmens MBB sind schon seit ewigen Zeiten mit Videokameras ausgerüstet.