return of the squatters

Das seit Freitag, dem 10. Oktober 2009 besetzte Haus in der Osterstraße 13 im Oldenburger Bahnhofsviertel wurde heute Nachmittag geräumt. Die Polizei hatte mächtig technisches Gerät, ein auswärtiges BFE und diverse Hundestaffeln aufgefahren, um die zu diesem Zeitpunkt 5 BesetzerInnen aus dem Haus zu holen. Rund 40 eilig zusammengerufene UnterstützerInnen spendeten den fünf FreundInnen bei ihrer vorläufigen Festnahme standing ovations. Das Haus wurde von den Bullen wieder provisorisch verschlossen und soll nun wohl weiter vor sich hin gammeln.



Bereits vor vier Jahren wurde am Rande der autonomen 1.Mai-Demo das etwas brüchige, aber sehr schmucke Haus Osterstraße 13 symbolisch besetzt. Die denkmalgeschützte Stadtvilla aus dem Jahr 1875 in Nähe der Fußgängerzone gehört ebenso wie das Nachbarhaus Nr. 11 der »Öffentlichen Versicherung«. Beide sollten einem Bürokomplex weichen – doch daraus wurde aber zum Glück nichts. So stehen sie nun seit Jahren leer. Auch wenn sie nur von 4-tägiger Dauer war, zeigte die erste Hausbesetzung in Oldenburg seit vielen Jahren doch vorallem eins – das es möglich ist. Leere Häuser gibt`s genug …

Hier noch ein kleiner Beitrag von NWZ-TV dazu:


9 Antworten auf “return of the squatters”


  1. 1 Administrator 12. Oktober 2009 um 17:19 Uhr

    NWZ online, 12.10.09:

    Polizei holt vier Männer und eine Frau aus besetztem Haus

    OLDENBURG – Die Polizei hat am Montagnachmittag ein besetztes Haus in der Oldenburger Osterstraße 13 geräumt. Vier junge Männer und eine Frau hatten das Gebäude der „Öffentlichen Versicherung“ in Beschlag genommen. Der dritten Aufforderung, das Gebäude zu verlassen, waren die Besetzer nicht nachgekommen, so dass die rund 30 Polizeikräfte in das Gebäude eindrangen. Die Besetzer leistete keinen Widerstand. Sie wurden vorläufig festgenommen.

    Das Oldenburger Bahnhofsviertel war während der Aktion abgesperrt. Zahlreiche Schaulustige hatten sich versammelt.

  2. 2 Administrator 12. Oktober 2009 um 20:06 Uhr

    weser-ems.business-on.de, 12.10.09:

    Polizei beendet Hausbesetzung neben Gebäude der IHK

    Oldenburg. Am heutigen Montag versuchten Mitglieder der Punkerszene eine verlassene Villa neben dem Gebäudekomplex der IHK Oldenburg zu besetzen. Die Polizei rückte mit starken Kräften an.

    Die verfallene aber abgeriegelte Stadtvilla in der Oldenburger Osterstraße steht bereits seit Jahren leer und verfällt. Spuren wie Graffitis in den oberen Etagen zeugten schon in der Vergangenheit von heimlichen Besuch im Gebäude. Vermutlich verschafften sich die Unbekannten dabei durch ein Kellerfenster in das Gebäude Einlass. Am Montag waren es einige Jugendliche, die das Gebäude besetzten und dort Transparente mit der Aufschrift „Leerstehende Häuser sind Mist!“ und „Besetzt! Auf gute Nachbarschaft.“ hissten. Das wiederum rief berechtigter Weise die Ordnungshüter auf den Plan.

    Polizei duldet keine besetzten Häuser

    Ähnlich wie in Bremen duldet die Polizei in Oldenburg jedoch keine besetzten Häuser – eine Lehre aus langjährigen Hausbesetzungen wie besipielsweise in Hamburg, Berlin oder Weimar, wo sich teilweise selbst Söhne und Töchter hoher Beamter in leerstehenden Häusern ihre Trutzburgen gegen die Gesellschaft bauten. Manchmal mit überraschendem Ergebnis, häufig aber vor allem ein dauerhafter Brennpunkt für die Polizei mit eigenen Regeln und Gesetzen. Immer wieder wiesen Besetzungen in der Vergangenheit aber auch auf die Problematik von leerstehenden Häusern hin. Sofern Aufmerksamkeit das Anliegen der Besetzer war, haben sie selbiges heute erreicht.

    Stadtvilla gehört der Öffentlichen Versicherung

    Die betreffende Villa soll nach Angaben der Oldenburger „Nordwest-Zeitung“ der Öffentlichen Versicherung gehören, die gleich nebenan ihre Zentrale unterhält. Insofern dürften die dortigen Besitzverhältnisse heute – anders als anderswo – in kürzester Zeit geklärt gewesen sein. Die Polizei rückte jedenfalls in Hundertschaftsstärke in der Oldenburger Osterstraße an. Beamte einer Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit drangen danach durch ein Fenster in die immer noch abgeriegelte Stadtvilla ein und beendeten die Besetzung des Gebäudes. Währenddessen sicherten anderen Kollegen die Örtlichkeit ab. Die Personalien von einer Handvoll Hausbesetzern wurde daraufhin aufgenommen. Sie konnten danach die Polizeiwache wieder verlassen. Zu größeren Tumulten kam es nicht. Zahlreiche Bewohner der umliegenden Straßen und Beschäftigte der umliegenden Unternehmen verfolgten das skurille Geschehen.

  3. 3 Bremerin 12. Oktober 2009 um 22:09 Uhr

    schade, dass man von der aktion nichts in bremen mitbekommen hat. hier hätte es bestimmt solidarisierungen und hilfe gegeben…

  4. 4 OldenburgerIn 13. Oktober 2009 um 15:00 Uhr

    NWZ Online 13.10.09

    Oldenburg: Hausbesetzer wieder auf freiem Fuß
    Haus in der Osterstraße 13 wird abgesichert

    HUS

    OLDENBURG – Die polizeilichen Ermittlungen dauern an, das Haus wird ausgeräumt und gegen unbefugten Zutritt gesichert: Einen Tag nach der Räumung des besetzten Hauses Osterstraße 13 läuft die polizeiliche Routine.

    Die vier jungen Männer und eine Frau, die am Montag (die NWZ berichtete) von der Bereitschaftpolizei aus dem von ihnen besetzten Haus geholt worden waren, sind nach Vernehmung und erkennungsdienstlicher Behandlung wie angekündigt noch am Montagabend wieder frei gelassen worden. „Dennoch werden sie noch mal vorgeladen“, kündigte Polizeisprecher Hans-Günther Gramberg am Dienstag an. Die Staatsanwaltschaft wird anschließend entscheiden, ob ein öffentliches Interesse an einer weiteren Strafverfolgung besteht. Eine Hausbesetzung sei aus rechtlicher Sicht „nur“ ein Hausfriedensbruch.

    Zwei der fünf Hausbesetzer kommen aus Oldenburg, zwei aus dem Ammerland und eine(r) aus Hessen. Nähere Angaben wollte Gramberg mit Hinweis auf die Wahrung der Persönlichkeitsrechte nicht machen. Die Eltern der beiden 17-Jährigen würden nicht danach gefragt, warum ihre minderjährigen Kinder an Hausbesetzungen teilnähmen.

    Unterdessen ließ die Öffentliche Versicherung am Montag das Haus ausräumen und gegen unbefugten Zutritt sichern. Noch in der Nacht hätte ein Wachmann mehrere Leute vertrieben, die sich unberechtigt in dem Haus Osterstraße 13 aufgehalten hätten, sagte Gerold Bakenhus von der Öffentlichen Versicherung. Das Haus solle in absehbarer Zeit saniert werden.

  5. 5 Administrator 13. Oktober 2009 um 17:29 Uhr

    NWZ, 13.10.09:

    Polizei stürmt besetztes Haus in Oldenburg
    RÄUMUNG 90 Beamte im Einsatz – Fünf junge Leute nach Vernehmungen freigelassen

    DAS HAUS AN DER OSTERSTRAßE GEHÖRT DER ÖFFENTLICHEN VERSICHERUNG. ES SOLL SANIERT WERDEN.

    VON THOMAS HUSMANN

    OLDENBURG – Schnelles Ende einer Hausbesetzung: Vier junge Männer und eine junge Frau wurden von Einsatzkräften der Polizei am Montagnachmittag aus der Osterstraße 13 geholt. Das Haus hatten sie am Freitagnachmittag besetzt und am Sonnabendmorgen mit aus den Fenstern hängenden Transparenten darauf aufmerksam gemacht.

    Vorläufige Festnahmen
    Die jungen Leute wurden nach Vernehmung, Feststellung der Personalien und erkennungsdienstlicher Behandlung am Abend wieder auf freien Fuß gesetzt. Nun laufen Strafverfahren gegen sie.
    Die Polizei war eingeschritten, nachdem der Hauseigentümer – die Öffentliche Versicherung – Strafanzeige erstattet hatte. „Unser Ziel ist es, eine Hausbesetzung spätestens 48 Stunden nach der Anzeige zu beenden“, sagte Polizeichef Johann Kühme. Das wurde erreicht.
    Unterstützung erhielt die Polizeiinspektion von der Bereitschaftspolizei aus Oldenburg und Braunschweig, die mit ihrer technischen Einheit den Zugang in das besetzte Haus ermöglichte. Zusammen waren 90 Polizisten und sechs Hunde im Einsatz. Raiffeisen-, Oster-, Gottorp- und Rosenstraße waren während der Aktion gesperrt.

    Drei Aufforderungen
    Das Einsatzkommando schlug vor der Räumung die Fensterscheiben in der Beletage ein und brach Türen auf. Einsatzleiter Eckhard Wache hatte die jungen Leute zuvor in fünfminütigem Abstand ab 15.27 Uhr dreimal aufgefordert, das Haus zu verlassen. „Wir werden das Haus nicht aufgeben, werden bei der Räumung aber keine Gegenwehr leisten“, rief einer der Besetzer aus einem Fenster im Obergeschoss den Beamten zu. Erst nachdem die Hausbesetzer die Aufforderungen der Polizei nicht befolgt hatten, begann um 15.46 Uhr die Stürmung.
    Die Polizisten drangen daraufhin über den Garten und die Osterstraße ein. Die Hausbesetzer leisteten keinen Widerstand und wurden einer nach dem anderen über einen Hubsteiger aus dem von Glassplittern befreiten Fenster aus dem Gebäude herausgeführt.

    Beschwerden der Nachbarn
    Ihre Aktion rechtfertigten die Besetzer mit dem Hinweis, das leer stehende Häuser bewohnbar gemacht werden sollten. Die denkmalgeschützte Immobilie müsse erhalten bleiben.
    Gerold Bakenhus, Abteilungsdirektor bei der Öffentlichen Versicherung kündigte gegenüber der NWZ an, dass das Haus spätestens im nächsten Jahr saniert werden solle.
    Nachbarn aus der Osterstraße hätten sich in den vergangenen Tagen bei der Versicherung über starke Qualmentwicklung beschwert. Offenbar hätten die Hausbesetzer einen Ofen in Betrieb genommen und darin feuchtes Holz verheizt. Strom und Wasser seien bereits vor längerer Zeit abgestellt worden.
    Beobachtet wurde die Räumung von rund 50 Sympathisantinnen und Sympathisanten aus dem linksalternativen Umfeld. Nach Polizeiangaben blieb es aber ruhig.

    Rechtliche Einschätzung und Geschichte des Hauses

    Rechtlich betrachtet ist eine Hausbesetzung laut Paragraph 123 des Strafgesetzbuches ein Hausfriedensbruch. In dem Paragraphen heißt: „(1) Wer in die Wohnung, in die Geschäftsräume oder in das befriedete Besitztum eines anderen oder in abgeschlossene Räume, welche zum öffentlichen Dienst oder Verkehr bestimmt sind, widerrechtlich eindringt, oder wer, wenn er ohne Befugnis darin verweilt, auf die Aufforderung des Berechtigten sich nicht entfernt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Die Tat wird nur auf Antrag verfolgt.“

    Das Haus Osterstraße 13 wurde im Jahr 1875 errichtet vom damaligen Hofbaumeister Schnittger. Auftraggeber war der Kaufmann Mahlstedt, damals Konsul der Niederlande. Auffällig an dem Haus waren neben dem großen seitlich angelegten Balkon die Dachverzierungen. Das Wohnhaus galt von Beginn an als interessante, weil wahrscheinlich einmalige Variante der Oldenburger Hundehütte mit Zinnen. kf

  6. 6 Administrator 14. Oktober 2009 um 9:01 Uhr

    NWZ, 14.10.09:

    Nach Räumung wird Haus in Oldenburg bewacht
    OSTERSTRAßE 13 Sanierung beginnt bald

    HUS

    OLDENBURG – Die polizeilichen Ermittlungen dauern an, das Haus wird ausgeräumt und gegen unbefugten Zutritt gesichert: Einen Tag nach der Räumung des besetzten Hauses Osterstraße 13 läuft die polizeiliche Routine.

    Die vier jungen Männer und eine Frau, die am Montag (NWZ berichtete) von der Bereitschaftpolizei aus dem von ihnen besetzten Haus geholt worden waren, sind nach Vernehmung und erkennungsdienstlicher Behandlung wie angekündigt noch am Montagabend wieder frei gelassen worden. „Dennoch werden sie noch mal vorgeladen“, kündigte Polizeisprecher Hans-Günther Gramberg am Dienstag an. Die Staatsanwaltschaft wird anschließend entscheiden, ob ein öffentliches Interesse an einer Strafverfolgung besteht. Eine Hausbesetzung sei „nur“ ein Hausfriedensbruch.

    Zwei der fünf Hausbesetzer kommen aus Oldenburg, zwei aus dem Ammerland und einer aus Hessen. Nähere Angaben wollte Gramberg mit Hinweis auf die Wahrung der Persönlichkeitsrechte nicht machen. Die Eltern der beiden 17-Jährigen würden nicht danach gefragt, warum ihre minderjährigen Kinder an Hausbesetzungen teilnähmen.

    Unterdessen ließ die Öffentliche Versicherung am Dienstag das Haus ausräumen und die Fenster und Zugänge mit Holzplatten verschließen. Noch in der Nacht zu Dienstag hatte ein Wachmann Leute vertrieben, die sich unberechtigt in dem Haus aufgehalten hätten, sagte Gerold Bakenhus von der Öffentlichen. Das Haus solle bald saniert werden.

  7. 7 Polly 14. Oktober 2009 um 19:38 Uhr

    90 für 5? Hehe, ihr müsst groß und stark sein… vor 10 Jahren im Rockcafé waren es 80 gegen 25 :-) Macht weiter so!

  1. 1 Twitted by pippenmp Pingback am 13. Oktober 2009 um 9:39 Uhr
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