Archiv für Oktober 2009

zug der erinnerung

Vom 22. bis zum 24. Oktober machte der »Zug der Erinnerung« halt im Oldenburger Bahnhof. Auf Gleis 61 stand der Zug mit den drei Waggons, der mit Fotos, Briefen und Lebensgeschichten an die Kinder und Jugendlichen erinnern will, die mit Zügen der Reichsbahn in die NS-Vernichtungslager deportiert wurden. In Oldenburg waren es mindestens 26 jüdische Kinder, die so dem deutschen Rassenwahn zum Opfer fielen.

»Zwischen Oktober 1940 und Dezember 1944 deportierten die NS-Behörden mehrere hunderttausend Kinder. Die genaue Zahl ist unbekannt. Schätzungen sprechen von über einer Million. Oft am helllichten Tag wurden sie mit Zügen der Reichsbahn in den Tod gefahren. Unter dem Decknamen DA („David“) steuerten die Züge die Vernichtungslager im Osten an. Sie hatten ein bevorzugtes Ziel: Auschwitz. (mehr…)

schwarz-gelbe charaktermasken


(mehr…)

unterste schublade, herr kühme

Aus einem berechtigen Misstrauen gegen nicht nachvollziehbare Maßnahmen der Staatsgewalt zu konstruieren, »dass jetzt sogar Straftäter, die eine Frau überfallen haben, von Besuchern des Alhambra unterstützt werden« ist selbst für einen Polizei-Chef unwürdig.
Shame on you, Johann!

☞ Darum geht es: »Polizei bei Festnahme eines Räubers behindert«

free mumia!

Hier mal ein relativ guter Artikel aus der taz vom 13.10.09 zum Kampf um das Leben und die Freiheit von Mumia: » In Oldenburg haben sie eine pechschwarze Zelle gebaut, von außen verschließbar, mit einer laut tickenden Uhr. Die Aktivisten wollen sie in der Fußgängerzone aufstellen. Passanten sollen eine Ahnung davon bekommen, wie es sich anfühlt, sein Leben in einem Todestrakt zu fristen – so wie Mumia Abu-Jamal.

Seit 26 Jahren ist der Kampf gegen die Todesstrafe mit kaum jemandem stärker verknüpft als dem einstigen Pressesprecher der radikalen Black Panther Party. Jetzt wird es ernst für Abu-Jamal, und so wie in Oldenburg mobilisieren in diesen Tagen deutschlandweit die Unterstützer des berühmten Afroamerikaners für ihr wohl letztes Gefecht. (mehr…)

♫ bullenwagen klau`n

es ist erschütternd

Im Einsatz müssen sich Oldenburgs PolizistInnen immer häufiger schlimmste Beleidigungen anhören. Seit Anfang des Jahres kamen bereits 64 Fälle zur Anzeige. »Das hat eine Dimension angenommen, die wie bisher nicht kannten. Es ist erschütternd«, sagte Polizei-Chef Johann Kühme. »Das hat mit Respektlosigkeit zu tun. Und dieses Verhalten richtet sich nicht nur gegen Polizisten. Hier macht sich ein Wertewandel in der Gesellschaft bemerkbar«.

mein feind der baum

Am 20. Oktober gab es einen Ortstemin der Stadtverwaltung am Schlossplatz. Der scheidende Stadtbaurat Frank-Egon Pantel versuchte den rund 50 anwesenden OldenburgerInnen darzulegen, warum es absolut notwendig sei, im Zuge der Umgestaltung des Schlossplatzes [Info] vier alte Bäume, darunter zwei über hundert Jahre alte Eiben, abzuholzen. Es gehe schließlich darum, die Geschäfte der Straße Am Schlossplatz optisch an den eigentlichen Platz anzubinden. Dass es sowieso kaum noch grün in der City gibt und die optische Öffnung vorallem den Blick auf parkende Autos freimacht, interessiert die Verwaltung dabei nicht. Genausowenig wie die Proteste der anwesenden Leute, von denen einer seinem Unmut über die geplante Fällung mit dem Anwerfen einer Motorsäge kundtat. Stattdessen stellte der Stadtbaurat mal wieder auf stur und konterte mit einem wirklich unschlagbarem Argument: »Auch eine 170 Jahre alte Eibe war einmal jung«. Na dann…

werkschau im skatetunnel

Der Oldenburger Verein »SkateboadMenschen«, der erreichen konnte, dass der geschlossene Lappantunnel seit einigen Monaten von SkateboarderInnen genutzt werden kann (Mo. – Sa. von 15.00 bis 20.00 Uhr), macht jetzt auch noch auf Kultur. Am 24. Oktober gibt es dort ab 17 Uhr eine Werkschau des Illustrators Friedemann Zschiedrich aus Hamburg: »Meine Bilder drehen sich größenteils um schräge Figuren in abstrusen Situationen, meist vor einem urbanen Hintergrund… man könnte auch sagen es geht im Großen und Ganzen um Alltagshelden im Großstadtdschungel.« Für den musikalischen Hintergrund sorgt DJ Today.

forza VfB

Der VfB hat seine Siegesserie in der Oberliga auch beim Erzrivalen Meppen fortgesetzt. Am 18. Oktober schickten sie die Emsländer mit 2:1 zurück in die Kabine – der erste Auswärtssieg des VfB gegen den SVM seit über 10 Jahren. Der VfB steht nun auf Platz zwei der Liga, nur wenige Pünktchen hinter dem Tabellenführer TSV Havelse. Die Meisterschaft in der Oberliga qualifiziert wie schon in der letzten Saison zur Teilnahme an der Aufstiegsrelegation für die Regionalliga Nord, die der VfB bekanntlich beim letzten Mal verbockt hat.

squat whv

Wenige Tage nach der Räumung des besetzten Hauses in Oldenburg [Info] gab es auch in Wilhelmshaven eine Hausbesetzung. In der Nacht vom 16. auf den 17. Oktober wurde die seit Jahren leestehende ehemalige Grundschule Allerstraße besetzt, um sie in ein Wohn- und Kulturprojekt umzuwandeln. »Wilhelmshaven braucht mehr Plätze und Räume, die den kulturellen Austausch fördern und soziales Wohnen und Leben ermöglichen. Der Aufbau emanzipatorischen Politik und Kultur muss im Vordergrund stehen. Mit der Befreiung des alten Gebäudes machen wir ein Schritt in die Richtung«, so die BesetzerInnen. Leider wurde das Haus schon gegen Mittag des 17. Oktobers wieder verlassen, um Festnahmen durch die angerückte Bullerei zu entgehen. Die Besetzung sollte jedoch auch als Auftakt für eine längere Freiraum-Kampagne dienen. Weitere Info`s gibt es hier.

sei ein karaokepunk

die falschen leute

Am 16. Oktober 2009 ist der Prozess gegen Axel, Oliver und Florian in Berlin wegen angeblicher Mitgliedschaft in der »militanten gruppe« und der versuchter Sabotage mehrerer Bundeswehrfahrzeuge zu Ende gegangen. »Hier sitzen die falschen Leute. Auf die Anklagebank gehören Kriegstreiber, Kriegsbefürworter und Rüstungskonzerne. Sie sind die kriminellen Vereinigungen. Sie sind anzuklagen«, sagte Axel während es Prozesses. Wenig überraschend sah das Gericht dies anders; Axel und Oliver wurden zu dreieinhalb, Florian zu drei Jahren Haft verurteilt [Info].

Hier jetzt der recht guter Artikel »Die falschen Leute« aus der Zeitung »Der Freitag«: Lügen und Hörensagen: Der Prozess gegen angebliche Mitglieder der „militanten gruppe“ ist zu Ende. Die Anwälte sprechen von einer Farce an den Grenzen des Rechtsstaats. (mehr…)

harpers ferry 150th anniversary

Gefunden bei entdinglichung.
Mehr Info`s (in englisch) gibt es bei The Rustbelt Radical.

return of the squatters

Das seit Freitag, dem 10. Oktober 2009 besetzte Haus in der Osterstraße 13 im Oldenburger Bahnhofsviertel wurde heute Nachmittag geräumt. Die Polizei hatte mächtig technisches Gerät, ein auswärtiges BFE und diverse Hundestaffeln aufgefahren, um die zu diesem Zeitpunkt 5 BesetzerInnen aus dem Haus zu holen. Rund 40 eilig zusammengerufene UnterstützerInnen spendeten den fünf FreundInnen bei ihrer vorläufigen Festnahme standing ovations. Das Haus wurde von den Bullen wieder provisorisch verschlossen und soll nun wohl weiter vor sich hin gammeln.


(mehr…)

auf die pelle gerückt

Am Abend des 8. Oktober gab es Nachbarschaftsbesuche bei Faschos in Delmenhorst, Hude und Wardenburg. Etwa 35 AntifaschistInnen verteilten Outing-Flugblätter, in denen über Nazistrukturen und ihre Akteure in der Region informiert wurde. In Wardenburg war das sogenannte »Eichenlaub« (ein heruntergekommener Schuppen, in welchem sich immerwieder Faschos zum Umtrunk einfinden) und das elterliche Wohnhaus einer 19-Jährigen Faschistin Ziel der antifaschistischen Aufklärungskampagne. Mehr Info`s gibt es beim Bremer Blog »end of road«.