bundeswehr ohne fans

Am Freitag fanden sie also statt, die großangelegten Feierlichkeiten zum »25-jährigen Jubiläum der Patenschaft der Stadt Oldenburg zu den Einheiten der Bundeswehr am Standort« [1] [2] [3] – aber irgendwie wollte niemand mitfeiern. Gähnende Leere herrschte den ganzen Tag über auf dem »Festgelände« auf dem Pferdemarkt – und so wirkte die mit etwa 40 Leuten leider recht klein geratene antimilitaristische Kundgebung direkt vor dem Haupteingang schon fast ein wenig übertrieben.

Viel spektakuläres gibt es somit eigentlich auch nicht zu berichten. Unmengen an Bullen und Militärpolizei sicherten grimmig guckend das Gelände und verweigerten allen Menschen, die ihnen irgendwie kritisch erschienen, den Zugang. Und da auch ansonsten so gut wie Niemand Interesse an dem Leichtpanzer »Wiesel« und Transportwagen »Mungo« zeigte, wurde die Kundgebung nach etwa einer Stunde abgebrochen. Die leicht hysterischen Bullen nötigten den abziehenden Leuten dann noch etwas ruppig eine Demo um den Cityring bis zum Alhambra auf. Das war`s dann eigentlich auch schon. Ach ja, der ökumenischen Gottesdienst in der Lambertikirche um 9 Uhr morgens wurde übrigens von einer Mahnwache der Friedensbewegten begleitet. Als Fazit kann wohl festgestellt werden, dass die Bundeswehr in Oldenburg wenig Fans hat. Sehr schön.



2 Antworten auf “bundeswehr ohne fans”


  1. 1 Administrator 20. September 2009 um 16:08 Uhr

    NWZ, 19.09.2009:

    Oldenburg-Flagge oft auf Halbmast Jubiläum Patenschaft zwischen Stadt und Bundeswehr: Weltanders als vor 25 Jahren

    DAS JUBILÄUM WURDE AM FREITAG MIT MEHREREN VERANSTALTUNGEN GEFEIERT. ES GAB ALLERDINGS AUCH DEMONSTRATIONEN.

    VON THORSTEN KUCHTA

    OLDENBURG – Im Camp der Bundeswehr in Masar-El-Sharif (Afghanistan) weht bei der Luftlandebrigade 31 die Oldenburger Flagge. „Oft hängt sie auf Halbmast“, sagte Verteidigungsstaatssekretär Thomas Kossendey (CDU) am Freitagmorgen im Rathaus und erinnerte so an die Realitäten des Einsatzes am Hindukusch für die Soldaten der „Oldenburger“ Brigade. Kossendey sprach zum 25-jährigen Bestehen der Patenschaft zwischen Stadt und Bundeswehreinheiten, die Oberbürgermeister Hans Fleischer und Oberstadtdirektor Heiko Wandscher 1984 angeregt und verwirklicht hatten.

    Damals waren 12 000 von 138 000 Einwohnern Soldaten – heute sind es 1200 von 160 000. „Wir sind in Bümmerstede nicht gerade zentrumsnah untergebracht“, sagte Brigadegeneral Frank Leidenberger, Kommandeur der Luftlandebrigade. Immerhin war Oldenburg nach Koblenz einst zweitgrößter Bundeswehrstandort der Bundesrepublik. Leidenberger würdigte die Patenschaft, vor allem die menschliche Ebene, die sehr wichtig sei: „Wer den Rücken nicht frei hat, kann nicht nach vorne operieren“. Oberbürgermeister Gerd Schwandner sagte das für die Zukunft zu: „Wir starten jetzt in das nächste Vierteljahrhundert unseres Bündnisses“.

    Als Gast wohl eher zufällig im Saal, Sonwabo Funde, Botschafter der Republik Südafrika in Deutschland, der in Oldenburg Möglichkeiten einer Partnerschaft auslotete.

    Kossendey erinnerte an die Anfänge, als während der Wiederbewaffnung 1956 Wohnungen für Flüchtlinge geschaffen werden mussten, die noch in den Kasernen wohnten – u.a. durch den geförderten sozialen Wohnungsbau. „Heute stecken wir öffentliches Geld in den entgegengesetzten Prozess.“ Der Start der Patenschaft 1984 sei in Oldenburg nicht unumstritten gewesen, umso mehr gelte den Protagonisten Dank: „Die Zeit war geprägt von dem Streit um die Nachrüstung.“

    Auch am Freitag gab es Proteste: Eine Mahnwache am Rathaus und eine Demo junger Menschen am Pferdemarkt, wo die Bundeswehr sich mit Info-Ständen und Vorführungen den ganzen Tag präsentierte.

    Am Abend lud die Bundeswehr zu einem Partnerschaftsbiwak in die Henning-von-Tresckow-Kaserne. Oberbürgermeister Gerd Schwandner erhielt dort ein Bronze-Wappen mit eingravierter „25“ – das stilgerecht mit einem Soldaten am Fallschirm vom Himmel schwebte.

  2. 2 Entdinglichung 21. September 2009 um 15:06 Uhr

    warum sollte ein (im Vergleich zur Konkurrenz ausserordentlich erfolgloses) Team wie die Bundeswehr auch Fans haben? ;-)

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


sechs + = dreizehn