statistisches eigentor

Polizei-Chef Johann Kühme und Konsorten werden nicht müde, ständig von der zunehmenden Jugendgewalt in Oldenburg zu schwadronieren, welcher wohl nur noch durch »City-Verbot«, Videoüberwachung und »Sperrstunden« zu begegnen sei. Nun präsentierten die selben Damen und Herren am 11.9. den statistischen »Jahresbericht zur Jugenddelinquenz und Jugendgefährdung für das Jahr 2008« und siehe da – die Zahl der aufgeklärten Straftaten, die die Polizei Kindern oder Jugendlichen zuordnete, ist erneut zurückgegangen. 1029 Straftaten (zum überwiegenden Teil leichte Diebstahle und »Sachbeschädigungen« durch Graffiti) waren es 2008 – 212 weniger als im Vorjahr. Auch der Anteil von »Gruppentaten«, insbesondere bei Körperverletzungen und Straßenraub, ist zurückgegangen. Besonders amüsant ist allerdings, dass »die Anzahl der ermittelten minderjährigen Tatverdächtigen, die bei der Begehung von Straftaten unter Alkoholeinfluss standen, rückläufig ist (-13,88%)«. Dabei solle nach Johann Kühme ein solcher Rückgang doch nur durch die Wiedereinführung einer Sperrstunde möglich sein… klassisches Eigentor.


3 Antworten auf “statistisches eigentor”


  1. 1 Administrator 13. September 2009 um 17:26 Uhr

    NWZ, 12.09.2009:

    Weniger Straftaten durch Jugendliche
    POLIZEISTATISTIK 1055 Beschuldigte – Jeder vierte Schläger ist betrunken

    OLDENBURG – Positive Entwicklung bei der Jugendkriminalität: Die Zahl der aufgeklärten Straftaten, die die Polizei Kindern oder Jugendlichen zuordnete, ist erneut zurückgegangen. Im Vorjahr waren es 1029 Straftaten – 212 weniger als 2007. Das teilte die Polizei am Freitag mit. Bei der Zahl der Beschuldigten gab es allerdings keine gravierenden Veränderungen. Die Ermittlungen richteten sich den Angaben zufolge gegen 1055 Minderjährige (293 Kinder und 762 Jugendliche).

    Die Erklärung für die aktuelle Entwicklung weiß Kriminalhauptkommissar Rolf Cramer, Leiter des zuständigen Fachkommissariats: „Der Anteil der Gruppenkriminalität ist insbesondere bei den Gewaltdelikten zurückgegangen.“ Im Vorjahr wurde aber noch jede Straftat mindestens zu zweit begangen.

    In der Hauptsache fielen Kinder und Jugendliche durch Diebstähle und Sachbeschädigungen (vor allem Farbschmierereien) auf. Hier ist die Tendenz steigend. Immerhin jeder zweite Ladendiebstahl in Oldenburg geht auf das Konto eines Minderjährigen. Und in etwa 50 Prozent aller Fälle handelt es sich es um eine weibliche Beschuldigte.

    Nach Angaben von Rolf Cramer ist die Zahl der ermittelten Verdächtigen, die alkoholisiert Straftaten verübten, leicht rückläufig. Bei Gewaltdelikten spiele der Alkohol aber nach wie vor eine besorgniserregend große Rolle. Jeder vierte jugendliche Schläger sei betrunken gewesen.

  2. 2 Administrator 13. September 2009 um 17:27 Uhr

    Polizei Oldenburg, 11.09.2009:

    POL-OL: „Die Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland stellt ihren Jahresbericht zur Jugenddelinquenz und Jugendgefährdung für das Jahr 2008 vor“

    Oldenburg (ots) – Durch die Beauftragte für Jugendsachen, Frau Kriminalhauptkommissarin Margitta Kehmeier und den Leiter des Jugendkommissariates der PI Oldenburg-Stadt/Ammerland, Herrn Kriminalhauptkommissar Rolf Cramer, wurde unlängst der Jahresjugendbericht 2008 erstellt. Der Bericht kann über die E-Mail-Anschrift markus.scharf@polizei.niedersachsen.de angefordert werden. Von den 8801 von der Polizei in der Stadt Oldenburg und im Landkreis Ammerland ermittelten Tatverdächtigen waren 1606 unter 18 Jahre alt (18,25 %). Unter den 1606 Minderjährigen befanden sich 486 Kinder (5,52 %) und 1120 Jugendliche (12,73%). Der Anteil weiblicher Tatverdächtiger liegt mit 23,58% weit unter dem der männlichen. Der Anteil weiblicher minderjähriger Tatverdächtiger beläuft sich bei 34,36% bei den Kindern und 28,75% bei den Jugendlichen. Dieser verhältnismäßig hohe Anteil weiblicher minderjähriger Tatverdächtiger ergibt sich insbesondere aus dem Deliktsbereich des Ladendiebstahls, wo 48,93 % der Kinder und 53,64% der Jugendlichen weiblichen Geschlechts waren. Delikte, an denen Minderjährige mit einem hohen Anteil beteiligt waren, sind z.B. die Sachbeschädigungen auf Straßen, Wegen und Plätzen. Hier waren 64,07 % der ermittelten Tatverdächitgen noch nicht volljährig. Auch Sachbeschädigungen durch Inbrandsetzen (83,33% der ermittelten Tatverdächtigen), Sachbeschädigungen durch Graffiti (50,72%) Ladendiebstähle (47,77 %) und Krad- oder Motorrollerdiebstähle (55,55 %) wurden überwiegend durch minderjährige Tatverdächtige verübt. Der Anteil von nicht allein handelnden minderjährigen Tatverdächtigen ist erfreulicherweise um fast 10 Prozent zurückgegangen. Agierten 956 der 1523 im Jahr 2007 ermittelten minderjährigen Tatverdächtigen mindestens zu zweit (62,77 %), waren dies im Jahr 2008 noch 53,67% (862 der 1606 ermittelten minderjährigen Tatverdächtigen). Bei der Betrachtung einzelner Straftatengruppen fällt in diesem Zusammenhang auf, dass der Anteil von „Gruppentaten“ insbesondere im Rohheitsdeliktsberich (Körperverletzung/ Straßenraub) zurückgegangen ist. Diese Straftaten werden häufig durch männliche Jugendliche, aus einer Gruppe heraus und oftmals unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen verübt. Auch wenn die Anzahl der ermittelten minderjährigen Tatverdächtigen, die bei der Begehung von Straftaten unter Alkoholeinfluss standen, rückläufig ist (-20 Tatverdächtige auf 124 TV= -13,88%), ist die Korrelation zwischen (exzessivem) Alkoholkonsum und der Begehung von Rohheitsdelikten nach wie vor besorgniserregend. So stand jeder vierte ermittelte jugendliche Körperverletzer unter Alkoholeinfluss!

  3. 3 frank 14. September 2009 um 0:10 Uhr

    Haha, wie geil ^^

    Gibt es eigentlich auch ähnliche Erhebungen über Polizeigewalt?

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