Archiv für September 2009

tarifanpassung

Der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) erhöht mal wieder die Preise. Die Fahrpreise für das Bus- und Bahnfahren im VBN-Land werden zum Jahresanfang 2010 um durchschnittlich 2,98 % erhöht -ähhh- angepasst natürlich; mit »Rücksicht auf die aktuelle wirtschaftliche Lage und die konjunkturelle Entwicklung« versteht sich. Der Preis für ein Einzelticket in Oldenburg steigt z.B. um 10 Cent auf dann stolze 2,10 Euro. Nach der bereits zum Jahresbeginn 2009 erfolgten Verteuerung um 4,1 % eine weitere »gemäßigte Anhebung der Fahrpreise«. Danke VBN.

bundestagsdings

Die Bundestagswahl ist nun gelaufen. Künftig finden Sozialabbau, Kriegseinsätze und der Ausbau des Überwachungsstaates (zumindest auf Bundesebene) also ohne die SPD statt. Sei`s drum. Trotzdem gibt es hier jetzt mal ein paar Zahlen für die Stadt Oldenburg: die Wahlbeteiligung war mit 73,56 % um etwa 5 % niedriger als 2005. Die CDU blieb mit 24,96 % etwa konstant, während die SPD um die 17 % (!) verlor und nur noch auf 27,46 % kam. Ebenfalls dem Bundestrend folgend legten FDP (12,91 % /+4,5 %) und Grüne (18,21 % /+4 %) deutlich zu. Die Linke verdoppelte ihr Ergebnis fast und kam auf 11,21 % (10.111 Stimmen). Die Piratenpartei machte aus dem Stand 2,87 % (2593 Simmen) und der selbsternannten sozialistischen Alternative, der MLPD, blieben alle 63 StammwählerInnen auch diesmal treu (0,06%).
Für die Naziparteien war die Wahl in Oldenburg mal wieder ein Flopp: Während der DVU ohne jeglichen Wahlkampf 69 Leute (0,06 %) ihr Kreuz gaben, war die NPD, relativ gesehen, schon um einiges erfolgreicher. Mit zwei kurzfristigen Wahlkampfständen mitte August und über hundert Plakaten, von denen etwa 7 den Wahltag überlebten, erreichten sie ein Ergebnis von 0,8 %, was 722 Stimmen entspricht (48 weniger als noch 2005). So zum Vergleich: Die Tierschutzpartei holte übrigens 0, 82%, 24 Stimmen mehr als die NPD.

parteien zur wahl, heute: die spd

ol crime, part 14

Pressemeldung der Polizei Oldenburg vom 23.09.2009 | 11:07 Uhr:
»POL-OL: Am Dienstag in der Zeit zwischen 14:30 und 15:30 Uhr stahlen Diebe aus einem Vorgarten in der Ludwig-Freese-Straße (Kreyenbrück) einen wertvollen Bonsaibaum, welcher dort in einem eckigen Blumenkübel das Grundstück zierte. Der 180 cm hohe Baum mit der lateinischen Bezeichnung Taxus Cuspitata dürfte aufgrund seines Gewichts von ca. 100 kg wohl von mehreren Tätern über den Zaun gehoben worden und abtransportiert worden sein.«


… [part 6] [part 7] [part 8] [part 9] [part 10] [part 11] [part 12] [part 13]

parteien zur wahl, heute: die grünen

bundeswehr ohne fans

Am Freitag fanden sie also statt, die großangelegten Feierlichkeiten zum »25-jährigen Jubiläum der Patenschaft der Stadt Oldenburg zu den Einheiten der Bundeswehr am Standort« [1] [2] [3] – aber irgendwie wollte niemand mitfeiern. Gähnende Leere herrschte den ganzen Tag über auf dem »Festgelände« auf dem Pferdemarkt – und so wirkte die mit etwa 40 Leuten leider recht klein geratene antimilitaristische Kundgebung direkt vor dem Haupteingang schon fast ein wenig übertrieben.

Viel spektakuläres gibt es somit eigentlich auch nicht zu berichten. Unmengen an Bullen und Militärpolizei sicherten grimmig guckend das Gelände und verweigerten allen Menschen, die ihnen irgendwie kritisch erschienen, den Zugang. Und da auch ansonsten so gut wie Niemand Interesse an dem Leichtpanzer »Wiesel« und Transportwagen »Mungo« zeigte, wurde die Kundgebung nach etwa einer Stunde abgebrochen. Die leicht hysterischen Bullen nötigten den abziehenden Leuten dann noch etwas ruppig eine Demo um den Cityring bis zum Alhambra auf. Das war`s dann eigentlich auch schon. Ach ja, der ökumenischen Gottesdienst in der Lambertikirche um 9 Uhr morgens wurde übrigens von einer Mahnwache der Friedensbewegten begleitet. Als Fazit kann wohl festgestellt werden, dass die Bundeswehr in Oldenburg wenig Fans hat. Sehr schön.


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anna und arthur halten`s maul

kriegs_fest, part 3

Morgen sollen nun die Feierlichkeiten zum »25-jährigen Jubiläum der Patenschaft der Stadt Oldenburg zu den Einheiten der Bundeswehr am Standort« [Info] stattfinden. Nach einem öffentlichen ökumenischen Gottesdienst in der Lambertikirche um 9 Uhr soll es von 10-17 Uhr ein großes Festprogramm auf dem Pferdemarkt geben. So ganz ungestört wird das Ganze aber wohl nicht über die Bühne gehen. Gerüchteweise soll es bereits um 9 Uhr an der Lambertikirche eine Protestaktion von Friedensbewegten geben, welche sich dann zum Pferdemarkt verlagern soll. Und für den späten Mittag haben wohl autonome KriegsgegnerInnen zu Aktionen aufgerufen. Könnte ein netter Tag werden…
…auch wenn es da nichts zu feiern gibt.

parteien zur wahl, heute: die cdu


alles muss man selber machen…


… ab heute auch mal wieder in Oldenburg.

statistisches eigentor

Polizei-Chef Johann Kühme und Konsorten werden nicht müde, ständig von der zunehmenden Jugendgewalt in Oldenburg zu schwadronieren, welcher wohl nur noch durch »City-Verbot«, Videoüberwachung und »Sperrstunden« zu begegnen sei. Nun präsentierten die selben Damen und Herren am 11.9. den statistischen »Jahresbericht zur Jugenddelinquenz und Jugendgefährdung für das Jahr 2008« und siehe da – die Zahl der aufgeklärten Straftaten, die die Polizei Kindern oder Jugendlichen zuordnete, ist erneut zurückgegangen. 1029 Straftaten (zum überwiegenden Teil leichte Diebstahle und »Sachbeschädigungen« durch Graffiti) waren es 2008 – 212 weniger als im Vorjahr. Auch der Anteil von »Gruppentaten«, insbesondere bei Körperverletzungen und Straßenraub, ist zurückgegangen. Besonders amüsant ist allerdings, dass »die Anzahl der ermittelten minderjährigen Tatverdächtigen, die bei der Begehung von Straftaten unter Alkoholeinfluss standen, rückläufig ist (-13,88%)«. Dabei solle nach Johann Kühme ein solcher Rückgang doch nur durch die Wiedereinführung einer Sperrstunde möglich sein… klassisches Eigentor.

kсения cимонова

[via]

osternburger utkiek

Selten, ja sehr selten, macht die Oldenburger Verwaltung mal was Vernünftiges. Einen dieser seltenen Glücksgriffe kann mensch ab anfang Oktober geniessen. Auf dem 40 Hektar großen Areal der ehemaligen Mülldeponie an der Eidechsenstraße entsteht ein Stadtteilpark zum Joggen, Spaziergehenen, Klettern und Chillen. Drei Schüttkegel ragen auf dem Gelände heraus, von denen der Höchste 28,10 Metern misst – also durchaus rodelgeeignet. Als Name ist gerade »Osternburger Utkiek« im Gespräch, da man vom Hügel aus angeblich »bis Bremen Varge schauen (kann), wenn das Wetter gut ist«. Sei es drum, ein neuer öffentlicher Park ist auf jeden Fall eine gute Sache. Bleibt zu hoffen, dass das – bis auf einige merkwürdige »Kunst«-Dinge (z.B. das »Kletterherz«) – noch äußerst karge Gelände sich künftig renaturiert und die Verwaltung sich mit Verboten zurückhält.

kriegs_fest, part 2

Wie bereits berichtet will die Bundeswehr und die Stadt Oldenburg am Freitag, dem 18.09.2009 das »25-jähriges Jubiläum der Patenschaft der Stadt Oldenburg zu den Einheiten der Bundeswehr am Standort« abfeiern. Nach einem öffentlichen ökumenischen Gottesdienst in der Lambertikirche um 9 Uhr soll ab 10 Uhr ein großes Programm u.a. mit dem Leichtpanzer »Wiesel« und Transportwagen »Mungo« auf dem Pferdemarkt stattfinden. Dort will die Luftlandebrigade 31 den geneigten BesucherInnen unter anderem demonstrieren, was sie zu essen bekommen, wenn sie im nächsten Jahr zum Morden – ähh, natürlich zum zivilen Wiederaufbau- ins afghanische Kundus verlegt werden. Nach bisher unbestätigten Meldungen bittet Brigadegeneral Frank Leidenberger, der Kommandeur der Luftlandebrigade 31, alle BesucherInnen eindringlich auf eine Anreise mit Tanklastern zu verzichten.

neue alhambra-zeitung

Die September/Oktober-Ausgabe der »Alhambra-Zeitung« ist nun endlich online. Die gibt es hier als pdf.-Datei (3,2 MB). Neben Artikeln zu Antirassismus, Internationalismus, … findet sich in der Ausgabe ein sehr lesenswerter Schwerpunkt zum Thema »Knäste«. Unter anderen geht es auch um die Bedingungen im Oldenburger Knast in Kreyenbrück, der vorgibt einen »humanen Strafvollzug« zu leisten.