Archiv für August 2009

nazi-flashmob floppt

Für gestern waren bundesweit diverse Nazi-Flashmobs zum 22. Todestag des Kriegsverbrechers und Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß angekündigt worden. So auch für Oldenburg, wo sich die Faschos um 19.30 Uhr am Hauptbahnhof treffen und dann um 19.33 (sic!) Uhr so einigen Stumpfsinn vor sich hinbrabbeln wollten. Daraus wurde aber – wenig überraschend – nix. Am Bahnhof versammelten sich über hundert Leute, von GewerkschafterInnen bis zu Autonomen, und warteten unaufgeregt und bei bester Laune, ob sich ein Nazi auf den Bahnhofsplatz verlaufen würde. Passierte aber nicht, so dass sich die gutgelaunte, bunte Menschenmenge dann ab 19.45 (sic! sic!) Uhr wieder zu zersteuen begann. Fazit: Ein deutliches Signal gegen die rechten Deppen und für den ungespaltenen antifaschisten Widerstand in Oldenburg.
In den nächsten Wochen gilt es nun eventuelle Wahlkampfstände der NPD zu verhindern. Also Augen auf.

»in prison my whole life«

Am Montag, dem 24.8. gibt`s um 20.30 Uhr im Antifa-Cafe im Alhambra den Film »In Prison My Whole Life«. Der Film handelt von Mumia Abu-Jamal, welcher seit 27 Jahren als politischer Gefangener im Todestrakt von Pennsylvania einsitzt.

Hier der Ankündigungstext: »Aktuell ist Mumia zum dritten Mal nach 1995 und 1999 von einem möglichen Hinrichtungsbefehl bedroht. Täglich kann eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofes der USA kommen, in dem über den Antrag der Staatsanwaltschaft entschieden wird, die Todesstrafe gegen Mumia wieder in Kraft zu setzen. Im Augenblick gibt es überhaupt keine Anzeichen, wann diese Entscheidung bekannt gegeben wird. Klar ist nur, dass das Gericht die Möglichkeit der Todesstrafe ernsthaft in Erwägung zieht, und das trotz all der dokumentierten Rechtsbrüche gegen Mumia und der nie bewiesenen Schuld. Wir zeigen den Film »In Prison My Whole Life« und wollen anschließend diskutieren, welche Handlungskonzepte im Falle eines Todesurteils sinnvoll sein können.«

Hier nun noch der Trailer: (mehr…)

schirm ohne charme

Am Samstag Vormittag gab es mal wieder zwei Mini-»Info«-Stände der NPD. Nachdem die fünf Nazis erst für etwa eine halbe Stunde vor einem Aldi-Markt an der Alexanderstaße rumnervten, zogen sie weiter zum Aldi an der Cloppenburger – die ganze Zeit über wohl behütet vom Oldenburger Staatsschutz. Nur diesen eifrigen Polizeibeamten hat die NPD es wohl auch zu verdanken, dass sie gerade noch rechtzeitig vor dem Eintreffen diverser Antifas die Flucht ergreifen konnte. Die NPD läßt verlauten, dass »In den nächsten Wochen vor der Wahl (die) Oldenburger Bürger weiterhin die Gelegenheit haben (werden) die NPD persönlich kennen zu lernen.«. Dieses Angebot würden sicherlich so einige Antifas gerne annehmen…

der 1. und 2. spieltag

Nach dem 1:1 zum Saisonauftakt beim VfL Osnabrück II [0:1 René Wagner (14.), 1:1 Samide (32.)] am 09.08. verlor der VfB sein erstes Heimspiel am 15. August gegen den SV Bavenstedt mit 1:2 durch die Tore von Marcel Goslar (0:1, 14.), Waldemar Kowalczyk (1:1, 26.) und Norman Pütsch (1:2, 68.). Nur 550 Leute fanden den Weg ins Stadion, was auch der verordneten ZuschauerInnenbeschränkung für die ersten beiden Heimspiele (jeweils maximal 700 Sitzplatzkarten) geschuldet war. Diese Auflage des Sportgerichts des Niedersächsischen Fußball-Verbandes war eine der Konsequenzen der »Fussballrandale« [Info] nach dem verloren Relegationsspiel gegen den Goslaer SC.


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von plätzen und bären

Wirtschaftsförderung nach Oldenburger Art? »Kein Kommentar.«
Ein netter Film-Bericht von »buten un binnen«:
http://www.radiobremen.de/mediathek/index.html?id=016361

graf fritz gerd

Hier die (Selbst-?) Darstellung unseres geliebten OB Fritz Gerd Schwandner auf der Kinder-Internetseite der Stadt. »Auch wenn die Zeichnung vermuten lässt, dass der Oberbürgermeister auf einem Thron sitzt und sich ein schönes Leben macht – das ist nicht wirklich so.«
Naja…

P.S.: Besondere Beachtung verdient übrigens die Süßspeise auf dem Teller unseres Grafen. Erinnert irgendwie an das [hier].

… drin wohnen.

Vielleicht erinnert sich die Eine oder der Andere noch daran: Vor 4 Jahren (oder so) wurde am Rande der autonomen 1.Mai-Demo in Oldenburg das etwas brüchige, aber sehr schmucke Haus Osterstraße 13 symbolisch besetzt. Die denkmalgeschützte Stadtvilla aus dem Jahr 1875 in Nähe der Fußgängerzone gehört ebenso wie das Nachbarhaus Nr. 11 der »Öffentlichen Versicherung«. Beide sollten einem Bürokomplex weichen – daraus wurde aber zum Glück nichts. So stehen sie nun seit Jahren leer und gammeln vor sich hin. Nun soll eine »kleinteilige und vorsichtige Restaurierung und Renovierung« vorgenommen werden – um es anschließend wieder ungenutzt zu belassen. Also eigentlich die besten Voraussetzungen…

Apropro wohnen: Dicke Krokodilstränen dürfte wohl gerade in den Golfclubs des Nordens vergossen werden. Das unter dem Namen »Haseler Allee« seit 2004 geplante Bonzenghetto zwischen Haseler Weg und Harmsweg mit künstlichem Teich für »eine großzügige Klientel«, welches durch dicke Mauern und Wachdienste vom lästigen Pöbel abgeschottet werden sollte, ist vom Tisch. Wirklich Schade.

über den streik hinaus

Nicht nur in Südkorea und Frankreich, auch in Mailand und Dublin werden neue Mittel im Arbeitskampf ausprobiert. In Deutschland wird darüber noch diskutiert. Ein netter Text von Peter Nowak, erschienen auf »Telepolis« am 06.08.2009:


Tarifverhandlungen im Ssangyong-Werk in Südkorea

Wer die Website des Reiseveranstalters Thomas Cook in Dublin erreichen will, hat kein Glück. Das Ziel ist zurzeit nicht erreichbar. Dafür häufen sich im Netz Solidaritätsaufrufe mit den Beschäftigten des Dubliner Reisebüros. Am 4. August hatte die irische Polizei die seit dem 31. Juli 2009 besetzte Filiale geräumt. Die 78 Beschäftigten wollten mit der Protestaktion ihre Entlassung verhindern.
Schon am 2. August war in Mailand die seit 14 Monaten besetzten Maschinenfabrik INNSE von schwerbewaffneter Polizei geräumt worden. Dabei kam es nach Berichten von Arbeitern zu zahlreichen Verletzten. Ca. 50 Arbeiter hatten das Werk am 31. Mai 2008 besetzt, nachdem ihnen der Fabrikbesitzer per Telegramm mitteilen ließ, dass sie Anfang Juni 2008 arbeitslos sein werden. Noch eine Woche vor der Räumung hätten sich nach Angaben des linken italienischen Parlamentsabgeordneten Luciano Muhlbauer Politiker in der Region für den Erhalt des Werkes ausgesprochen.
Doch der Druck auf die Besetzer war groß. Schon vom ersten Tag an waren die Besetzer nicht nur mit der italienischen Polizei, sondern auch mit einem vom Unternehmer angeheuerten Sicherheitsdienst konfrontiert. Mehrmals gab es Räumungsversuche. Am 10. Februar musste sich die Polizei wegen heftiger Gegenwehr der Besetzer und ihrer Unterstützer zurückziehen. Auf beiden Seiten gab es Verletzte. Ein 50jähriger Arbeiter starb an einem Herzinfarkt. Ein INNSE-Arbeiter sprach auf einer Solidaritätsveranstaltung von einem dreiköpfigen Ungeheuer, gegen das sie kämpfen müssen: »Genta als Besitzer der Maschinen, AEDES als Besitzerin des Fabrikgeländes und die Mailänder Behörden, die mit den Eigentümern unter einer Decke stecken.«
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teheran ist bremen

Am 12. August um 17 Uhr findet in Bremen auf dem Ansgarikirchhof eine Kundgebung gegen das iranische Regime statt. Veranstalterin sind die »Arbeiterkommunistische Partei Irans« (Bremen) und »Basisgruppe Antifaschismus«.

trauernde trottel

Am 1. August zogen mehr als 700 Faschos als »Trauermarsch« durch den niedersächsischen Kurort Bad Nenndorf (Kreis Schaumburg). Darunter war auch ein Häuflein Oldenburger Nazis von NPD und Resten der ehemaligen »Freien Kräfte«. An einer Gegendemonstration des Bündnis »Bad Nenndorf ist bunt« in dem 10.000-Seelen-Ort beteiligten sich über 1000 Menschen. Bereits ab 6 Uhr morgens blockieten über hundert Antifas u.a. mit einer Beton-Pyramide wendländischer Art für gut sieben Stunden den zentralen Kundgebungsplatz der Nazis. Mehr Info`s gibt es zum Beispiel hier, hier und hier.


Die Oldenburger Trottel von der NPD. Mehr Deppen-Fotos gibt es hier.


… und andere Bollo`s. Noch mehr Fotos gibt`s auch hier.

belastendes parkhaus

Für das eigentlich schon beschlossene Parkhaus auf dem früheren Telekom-Gelände mitten im Wohngebiet Amalienstraße/Festungsgraben [Info] scheint nun doch noch das Ende gekommen. Nachdem der ECE-, ähh Schlosshöfe-Investor nach kurzem Interesse bereits abgewinkt hat und Ersatz beim Eigentümer, einer Oldenburger Firma, nicht vorstellig geworden ist, hat nun auch das Verwaltungsgericht auf Klage einer Anwohnerin auf ein vorläufiges Bauverbot für das Projekt entschieden, da nach seiner vorläufigen Einschätzung gegen »das Gebot der nachbarlichen Rücksichtnahme« verstossen werde. Durch ein Parkhaus bekäme die Belastung der Anwohnerin eine neue Qualität, die sie voraussichtlich nicht hinnehmen müsse. Belastung durch ein Parkhaus? – Das muss die Stadtverwaltung erstmal prüfen.

nature strike`s back

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bye, bye sascha

Schon irgendwie schade. Der 41-jährige Polizeihauptkommissar Sascha Weiß, der die Polizeiinspektion Oldenburg-Ammerland in den vergangenen Jahren als ihr Sprecher in der Öffentlichkeit vertrat, wechselt in den Einsatz- und Streifendienst und gehört dort dann zum Führungspersonal. Dabei hat er in seiner Funktion mit seiner ganz eigenen Sicht der Dinge immerwieder zu großer Erheiterung beigetragen. So war er es zum Beispiel, der im Ohmsteder »Holzklotzfall« anfang April 2008 öffentlich einen Massengentest für rund 1200 Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren im Umkreis des Tatorts in Aussicht stellte, um eine Gruppe von »vier bis fünf Jugendliche, darunter ein Mädchen mit Pferdeschwanz und ein großer Junge mit Basecap und heller Jacke, in diesem Alter« aufzuspüren, die sich zur Tatzeit auf der Brücke aufgehalten haben sollen. Inzwischen ist der Täter verurteilt – so ganz jugendlich war er dann doch nicht und von der mysteriösen Gruppe ward nie wieder gesprochen. Ganz besondere Qualitäten erwies er in den Nachwehen zu den Protesten gegen den Naziaufmarsch am 5. Juli 2008. Den Vorwurf einer Messerattacke der Polizei versuchte er zu widerlegen, indem er einfach behauptete, dass die Polizei keine Messer besäße. Dass er damit einer Stellungnhme des niedersächsischen Innenminsteriums widersprach, scherte ihn auch ein Jahr später wenig [Info]. Noch besser war er allerdings, als er behauptete, dass ein von einem Nazi auf dem Aufmarsch gezeigter »Hitlergruß« gar kein »Hitlergruß«, sondern ein »Wegzeig« gewesen sei. Das war echt super Sascha.

[ab 1:25 Min.]

Aber wer weiß, vielleicht hat sein Nachfolger, der 35-jährige Kriminaloberkommisar Markus Scharf, ja ähnliche humoristische Qualitäten.