vwg sorgt für sicherheit

Die Oldenburger BusbenutzerInnen können endlich aufatmen. Die VWG will »in mehr Sicherheit« investieren und nun sämtliche Busse mit Kameraüberwachung ausstatten. Dadurch soll Vandalismus in den Bussen verhindern und das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste erhöht werden. Wahrlich keine neue Argumentation – doch eigentlich gelten Linienbusse nicht gerade als Kriminalitätsschwerpunkte. Mit Ausnahme des Schwarzfahrens natürlich, welches die VWG aber mit ihrer »Schwarzfahrerfrei«-Kampagne – welche nicht anderes bedeutet, als dass nur die Vordertüren zum Einsteigen geöffnet werden und die als FahrerInnen angestellten sich nun auch noch als Kontrolleure sämtlicher Fahrgäste betätigen müssen – nahezu unmöglich gemacht wurde. Also stand die VWG vor dem Problem, wie eine Videoüberwachung durchzusetzen sei. Wie gerufen kam da eine handgreifliche Auseinandersetzung zwischen einer 36-jährige Fahrerin und einer 25-jährigen Frau am Dienstagnachmittag am ZOB, in dessen Folge die Fahrerin u.a. mit einer Gehirnerschütterung im Krankenhaus landete. Nun sollen angeblich auch die BusfahrerInnen vor Übergriffen geschützt werden – fertig. Dass der offizielle Anlass für die »Sicherheitsinitiative« garnicht in einem Bus stattfand interessiert dabei ebensowenig wie die Tatsache, dass der Angriff auf die Fahrerin auch trotz Videoüberwachung stattgefunden hätte. Auch dass es wohl das erste Mal ist, dass sich die VWG um das Wohl ihrer Angestellten, welche zu immer beschisseneren Bedingungen malochen müssen, kümmert, scheint keine Zweifel an dem Ansinnen aufkommen zu lassen.


BusfahrerInnen als WärterInnen

Zum angeblichen Anstieg des Vandalismus in den Bussen sagte Morell Predoeh, der Abteilungsleiter der VWG: »Das ist eine schleichende Entwicklung. Wir dürfen hier nicht tatenlos zuschauen«. Diese Sätze kann mensch so stehenlassen – allerdings eher im Bezug auf den zunehmenden Abbau persönlicher Freiheit und den Aufbau eines totalen Überwachungssystems.


1 Antwort auf “vwg sorgt für sicherheit”


  1. 1 Administrator 20. August 2009 um 12:18 Uhr

    NWZ, 20.8.09:

    Oldenburg: VWG baut Kameras in Busse ein
    VIDEOÜBERWACHUNG Reaktion auf gewalttätigen Übergriff und Vandalismus

    DIE VWG WILL DIE GESAMTE BUSFLOTTE MIT KAMERAS AUSRÜSTEN. NOCH IN DIESEM JAHR SOLL DAMIT GESTARTET WERDEN.

    VON RAINER DEHMER

    OLDENBURG – Die VWG plant eine Videoüberwachung in ihrer Busflotte in Oldenburg: Als Reaktion auf den gewalttätigen Übergriff auf eine Busfahrerin will das Verkehrsunternehmen künftig Kameras in den Fahrzeugen einsetzen.

    Momentan ist erst ein Bus für die VWG mit der Überwachungstechnik unterwegs. Dabei soll es aber nicht bleiben. „Wir werden noch in diesem Jahr tätig werden“, kündigte VWG-Abteilungsleiter Morell Predoehl am Mittwoch gegenüber der NWZ Investitionen „in mehr Sicherheit“ an. Die möglichen Kosten konnte er noch nicht beziffern.

    Der Einsatz der Kameras soll nach Angaben von Predoehl helfen, Vandalismus in den Bussen zu verhindern und das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu erhöhen. Darüber hinaus hofft die VWG, durch die Überwachung Übergriffe auf die Fahrer zu verhindern. „Wir müssen unsere Mitarbeiter schützen“, stellt der Abteilungsleiter klar. Als warnendes Beispiel sieht er den Angriff auf eine 36-jährige Fahrerin. Die Frau war am Dienstagnachmittag am ZOB von einer 25-jährigen Kundin getreten und mit einem Handkantenschlag niedergestreckt worden (NWZ berichtete). Vorausgegangen war ein Streit um die Abfahrtzeit eines Busses.

    Die verletzte Frau hat den Angaben zufolge inzwischen das Krankenhaus wieder verlassen dürfen. Als Folge einer Gehirnerschütterung sei sie aber noch nicht arbeitsfähig.

    Gegen die Schlägerin will die VWG ein Fahrverbot aussprechen. Überdies sei vorgesehen, juristische Schritte (Vorwurf: Störung des Betriebsablaufs) einzulegen.

    Nach Angaben von Morell Predoehl haben Klagen der Busfahrer über aggressive Fahrgäste zugenommen. Ein Anstieg sei auch beim Vandalismus festzustellen. „Das ist eine schleichende Entwicklung. Wir dürfen hier nicht tatenlos zuschauen“, sagt der Abteilungsleiter.

    Im derzeit schon videoüberwachten Bus ist die Kamera unter einer Halbkugel an der Decke in der Mitte des Fahrzeugs installiert. Das Objektiv zeigt auf die hinteren Sitzbänke. Was sich dort abspielt, kann der Fahrer über einen Monitor neben seinem Sitz beobachten. Der Fahrer hat so einen besseren Überblick über sein Fahrzeug. Falls er auf seinem Monitor etwas Verdächtiges entdeckt, hält er an und schaut nach dem Rechten.

    In jüngster Zeit kam es laut Predoehl vermehrt vor, dass Wände mit Farbe besprüht und Scheiben zerkratzt wurden.

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