10.850

Täglich fahren durchschnittlich rund 30 Güterzüge durch Oldenburger Wohngebiete, »die entweder ausschließlich oder anteilig Gefahrgut befördern« – jährlich also in etwa 10.850. An Bord haben sie so illustre Stoffe wie Flüssigschwefel, Vinylchlorid, Propan, Butan, …

Mehr dazu: [upps – güterwaggon entgleist] [freie fahrt für gefahrgut]


1 Antwort auf “10.850”


  1. 1 Administrator 20. August 2009 um 11:22 Uhr

    NWZ, 20.8.09:

    10 000 Transporte mit Gefahrgut-Zügen pro Jahr
    VERKEHR Stadtverwaltung sieht keinen Grund zur Beunruhigung: Fahrten gelten als „besonders sicher“

    NACH SECHS WOCHEN RECHERCHE LIEGEN ENDLICH ZAHLEN ÜBER GEFAHRGUT-TRANSPORTE VOR. IM NOTFALL IST DIE STADT ZUSTÄNDIG FÜR RETTUNGSEINSÄTZE.

    VON KLAUS FRICKE

    OLDENBURG – Der schreckliche Unfall eines Gefahrgutzuges im italienischen Viareggio am 30. Juni brachte es an den Tag: Die Stadtverwaltung hat keine Informationen darüber, wie viele solcher Spezialtransporte durch Oldenburg fahren. Das jedenfalls war damals die offizielle Antwort auf eine Anfrage der NWZ.

    Knapp zwei Monate später hat man bei der Stadt nachgezählt: Im Durchschnitt fahren täglich rund 30 Güterzüge, „die entweder ausschließlich oder anteilig Gefahrgut befördern“, durch Oldenburg, teilt Verkehrsdezernent Frank-Egon Pantel mit.

    Eine Zahl, die an Aussagekraft gewinnt, wenn man ein ganzes Jahr betrachtet: Dann sind es etwa 10 850 Züge, die in irgendeiner Form mit gefährlichen Stoffen innerhalb der Stadtgrenzen unterwegs sind.

    Potenzielle Gefahren gingen grundsätzlich besonders von Transporten mit brennbaren und/oder giftigen Flüssigkeiten (Kraftstoffe, Flüssigschwefel und andere) sowie Gasen (Vinylchlorid, Propan/Butan) aus, antwortet Pantel auf eine Anfrage der Grünen im Verkehrsausschuss (Montag, 24. August, 17 Uhr, Technisches Rathaus).

    Trotz der beeindruckenden Zahl von über 10 000 mehr oder weniger großen Gefahrguttransporten pro Jahr durch Oldenburg sieht der Verkehrsdezernent keinen Grund zur Unruhe: Der Schienentransport für Gefahrgüter sei „aufgrund der ausgesprochen geringen Eintrittswahrscheinlichkeit als besonders sicher“ einzuschätzen.

    Nach Auskunft des Eisenbahn-Bundesamtes habe es im Jahr 2007 lediglich sieben Meldungen über Güterzugunfälle oder -störfälle in Deutschland, Niederlande, Österreich und der Schweiz gegeben.

    Sollte dennoch ein Notfall eintreten, liegt die Zuständigkeit für Brandschutz und Hilfeleistung bei der Stadt. Die Feuerwehr sei den örtlichen Verhältnissen entsprechend zu unterhalten und auszurüsten, heißt es. Die Rettungskräfte unterstützten die Bahn und andere Eisenbahnunternehmen, diese seien aber auch selbst für Hilfsmaßnahmen zuständig.

    Ängste ernst nehmen

    Nun wissen wir es endlich: 10 000 Züge mit Gefahrgütern donnern pro Jahr durch Oldenburg. Sorgen brauchen wir uns aber keine zu machen, versichert Stadtbaurat Frank-Egon Pantel.

    Gut, dann ist ja alles in Ordnung. Und um die Ängste der Bürger entlang der Bahnstrecke braucht man sich im Rathaus nicht zu kümmern – stopp, Herr Stadtbaurat. So einfach lässt sich das Bahnproblem nicht lösen.

    Die Anwohner haben ein Recht auf Ideen, alternative Konzepte und beinharte Verhandlungen, wenn’s um das Thema Bahnausbau geht. Ein Stadtbaurat muss die Interessen der Oldenburger vertreten (und ihre Ängste ernst nehmen). Für Beschwichtigungsrhetorik ist der Bahn-Sprecher zuständig.

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