upps – güterwaggon entgleist

Upps, da ist es passiert. Am Abend des 21. Juli ist ein Waggon eines Güterzuges auf der Schienenstrecke im Oldenburger Stadtteil Osternburg entgleist. Der Lokführer fuhr einfach weiter und nach etwa 300 Metern sprang der über die Strecke holpernde Waggon, welcher Schotter geladen hatte, glücklicherweise von selbst wieder aufs Gleis zurück. Zu beklagen gab es lediglich Sachschäden an den Schienen. Das Ganze geschah in einem Bereich, in welchem die Wohnbebauung teilweise nur fünf Meter von der Strecke entfernt liegt. Nach dem schweren Unglück durch einen mit Flüssiggas beladenenen Güterzug in der italienische Hafenstadt Viareggio gab es auch in Oldenburg, wie berichtet, eine Debatte über eine Gefährdung der StreckenanliegerInnen durch Gefahrguttransporte. Eine Gefährdung sei unwahrscheinlich, da – wie man ja weiß – in Deutschland alles so unglaublich gut reglementiert und daher sicher sei (wie das AKW Krümmel zum Beispiel). Der gestrige Tag bewies eindrucksvoll das Gegenteil. Wäre der Waggon umgekippt und hätte es sich um einen Kesselwaggon mit brennbarer Fracht gehandelt – zwei nicht unwahrscheinliche »hätte« – gäbe es nun wohl ein paar OldenburgerInnen weniger. Doch das stellt wohl ein tragbares Risiko dar. In Zeiten der Krise haben halt »alle« ihre Bürde zu tragen.


3 Antworten auf “upps – güterwaggon entgleist”


  1. 1 Bahner... 30. Juli 2009 um 8:19 Uhr

    Hi…wenn ich diesen dummen Kommentar lese….“der Lokführer fuhr einfach weiter..“" bekomm ich Hirnscharlach!!! Wer von Eisenbahn nix verstehet sollte seinen Schnabel halten und nicht den Lokführer diffamieren!!! Nach dem Motto…bekommt der Typ das nicht mit….Nein..das bekommt man erst dann mit wenn es zu einer Zugtrennung kommt. Der zug war über 3000 Tonnen schwer und weit über 500m lang..hallohooooooo……überlegt doch selber mal ob Ihr dann was mitbekommt!!!
    Aber es darf ja immer gehetzt und vorverurteilt werden..leider…..

  2. 2 Administrator 30. Juli 2009 um 11:26 Uhr

    @ Bahner…

    Sollte sich eigentlich nicht gegen die LokführerInnen richten, sondern gegen die Skrupellosigkeit der Transportunternehmen. Sorry, wenn das bei dir so ankam.

    P.S.: Spätestens seit dem netten Arbeitskampf der GDL sollte mensch viel von Lukas und seinen KollegInnen halten.

  3. 3 Administrator 06. August 2009 um 12:34 Uhr

    www.merkur-online.de, 4.8.09:

    Bahn-Gewerkschafter: Unglück wie in Viareggio auch bei uns möglich

    Mainz – Der Bahn-Gewerkschafter Frank Schmidt hält ein Zugunglück wie im italienischen Viareggio auch in Deutschland für möglich.

    Die in Viareggio gebrochene Zugachse sei baugleich mit den Achsen deutscher Güterzüge, sagte Schmidt nach Angaben des ZDF-Magazins “Frontal 21“.

    Das Problem sei seit mindestens zwei Jahren bekannt, erklärte Schmidt, der Bezirksvorsitzender der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GdL) in Nordrhein-Westfalen ist: “Weder die Deutsche Bahn AG noch andere Eisenbahnunternehmen haben bisher konkrete Maßnahmen ergriffen.“

    Die Bahn wies die Vorwürfe zurück. “Frontal 21“ zitiert Bahn-Sprecherin Tatjana Luther-Engelmann mit den Worten: “Wir sind sicher. Die Wagen unterliegen einem regelmäßigen und umfangreichen Instandhaltungsprogramm, welches kontinuierlich aus Erkenntnissen in der Praxis weiter entwickelt wird.“
    Wies EBA im Juni 2007 auf Gefahren hin?

    In Viareggio waren Ende Juni bei einem Güterzugunglück nach dem Bruch einer Zugachse 26 Menschen ums Leben gekommen. Bereits im Juni 2007 habe das Eisenbahnbundesamt (EBA) alle Eisenbahnunternehmen auf die Gefahren hingewiesen, berichtete “Frontal 21“ weiter. Das EBA habe damals auf “Kerbwirkungen“ an Güterzugachsen aufmerksam gemacht, die das “Brechen von Güterradsatzwellen“ zur Folge hätten. Weiter habe es geheißen: “Das Fahrzeug entgleist daher zwingend.“ Schmidt sagte nun den Angaben zufolge, erst Ende Mai dieses Jahres seien die Mitarbeiter der Bahn offiziell durch den Konzern informiert worden.

    Die Deutsche Bahn hat nach früheren Angaben 60.000 Güterwagen mit 180.000 Radsatzwellen der betroffenen Bauart im Einsatz. Es gibt insgesamt rund 200 Unternehmen allein in Deutschland, die ebenfalls Güterwagen besitzen oder betreiben.

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