ein bisschen sicherheit

Das »City-Management Oldenburg (CMO)«, ein Zusammenschluss diverser EinzelhändlerInnen (hauptsächlich aus) der Innenstadt, will mal wieder die Innenstadt sicherer machen – für den Konsum versteht sich. Und mal wieder soll es den Punks an den Kragen gehen. In einem Rundschreiben zum Thema »Punkerszene in der Oldenburger Innenstadt« fordert das CMO seine Mitglieder auf, »Ordnungswidrigkeiten und Straftaten jeglicher Art direkt der City-Wache zu melden und zur Anzeige zu bringen«. Während selbst Bernhard Stegmann, der Chef der City-Wache bei den Punks »nicht das große polizeiliche Problem« erkennen kann, springt die NWZ, wie schon bei dem »Bettelverbot«, sofort wieder auf den Zug auf. Doch diesmal ist es nicht der Redakteur Rainer Dehmer, sondern Michael Exner, der Leiter der Lokalredaktion Oldenburg der NWZ, der mit in den Vertreibungsphantasien schwelgt [»Oldenburger Innenstadt soll sicherer werden«]. Natürlich nicht ohne zu betonen, dass »die Stadt (…) von der Vielseitigkeit ihrer Kunden und Besucher (lebe)«, weshalb keineswegs »bestimmte Gruppen vertrieben werden« sollen. Es gehe nur darum, ein bisschen Sicherheit zu geben. Das betont auch nochmal die CMO-Vorsitzende Gerhardine Müller-Meinhard-Cardoso (Männermode Bruns): »Es geht nicht um Verdrängung, wohl aber um die Frage, wie gehen wir miteinander um.«. Und da sieht das CMO im konkreten Fall »das Image der Stadt und die Sicherheit von Bürgern, Passanten, Kunden und Mitarbeitern gefährdet« (NWZ). Worin nun diese Gefährdung bestehen soll, wird nicht mitgeteilt. Doch da weiß Exner mit pfiffigen Journalismus zu helfen. »Nicht zwingend in Zusammenhang damit steht der gelegentliche Vandalismus in den Gärten, bei dem die Polizei noch nach den Tätern fahndet«, verkündet er im letzten Absatz seines Artikel. Sehr saubere journalistische Arbeit, Herr Exner. Nicht zwingend in Zusammenhang damit steht übrigens auch der plötzliche Tod von Michael Jackson.


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