enten füttern verboten!

Nach dem grandiosen Vorstoss von Ralph Wilken, dem Leiter des Bürger- und Ordnungsamtes, zur Einführung eines »Bettelverbots in der Innenstadt« plant die Stadtverwaltung nun einen weiteren ganz großen Wurf in Punkto Sicherheit. Wie einer Presseerklärung der Fraktion der Oldenburger Linkspartei zu entnehmen ist, hat die Verwaltung dem städtischen »Ausschuss für Stadtgrün, Umwelt und Klima« eine neue »Grünanlagensatzung« zur Beratung vorgelegt. Nach der Vision der Stadtverwaltung soll es in Zukunft eine »Ordnungswidrigkeit« darstellen, wenn mensch sich zwischen 22.00 Uhr und 7.00 Uhr in den Oldenburger Grünanlagen (zunächst für die Dobbenwiese, die Wallanlagen einschließlich des Cäcilienplatz, den Großen Bürgerbusch, die Bereiche Bürgerfelder Teich und Flötenteich sowie den Sport- und Freizeitpark Hundsmühler Höhe) aufhält. Doch auch tagsüber wollen die WächterInnen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung nicht untätig bleiben. So soll auch das Radfahren auf Rasenflächen, das »sich zum Zwecke des Alkoholgenusses niederlassen«, das Abhalten von »Versammlungen«, das Nutzen von »Radio- oder andere Tonwiedergabegeräte außer unter ausschließlichem Einsatz von Kopfhörern« und selbst das »Tauben oder Enten füttern« in Grünanlagen zukünftig bestraft werden. Auch bereits das »Ansetzen« zu solchen Handlungen – also der Versuch (zum Beispiel: Verweilen unter Mitführung von Trockenbrot bei gleichzeitiger Nachahmung eines Entenschnatterns in Gewässernähe) – wollen die Damen und Herren der Verwaltung sanktioniert sehen. Sicher ist sicher…


»Das wird jetzt aber mal richtig teuer, du kleiner Revoluzzer.«


4 Antworten auf “enten füttern verboten!”


  1. 1 Administrator 16. Mai 2009 um 13:20 Uhr

    NWZ, 16.5.09:

    Partyverbot am Dobben geplant
    SATZUNGSENTWURF Reaktion der Stadtverwaltung auf Beschwerden der Anlieger

    DIE SATZUNG SOLL FÜR STÄDTISCHE GRÜNANLAGEN GELTEN. DIE VERBOTE SIND FÜR DIE ZEIT ZWISCHEN 22 UND 7 UHR GEPLANT.

    VON RAINER DEHMER

    OLDENBURG – Strenge Regeln für die Nutzung der städtischen Grünanlagen: Zwischen 22 und 7 Uhr soll auf bestimmten Wiesen nicht nur das Trinken von Alkohol verboten werden, auch Radio hören möchte die Verwaltung künftig unterbinden.

    Die Politik sieht hier noch Beratungsbedarf. In der Sitzung des Umweltausschusses wurde der Beschluss über den Satzungsentwurf der Verwaltung vertagt. Gelten soll die neue Satzung zunächst für die Dobbenwiese, die Wallanlagen (einschließlich Cäcilienplatz), den Großen Bürgerbusch, die Bereiche Bürgerfelder Teich und Flötenteich sowie den Sport- und Freizeitpark Hundsmühler Höhe.

    Mit dem Vorhaben reagiert die Stadt auf die Anwohnerbeschwerden aus dem vergangenen Sommer. Damals hatten sich insbesondere Anlieger der Dobbenwiese wiederholt beim Ordnungsamt gemeldet. Auslöser waren nächtliche Feten. Teilweise sollen sich an Wochenenden mehr als 100 Menschen auf der Dobbenwiese getroffen haben. Kritik gab es nicht nur wegen des Lärms. Als störend wurde auch der zurückgelassene Müll empfunden. Auf der Wiese zwischen Tirpitzstraße, Rummelweg und Lasiusstraße hätten morgens Verpackungen, verbrauchte Grillkohle und Flaschen gelegen.

    Als Reaktion darauf ließ die Stadt Hinweistafeln am Rand der unter Naturschutz stehenden Wiese aufstellen. Besuchern wurden darum gebeten, ihre Abfälle wieder mitzunehmen.

    Inzwischen ist die Verwaltung der Meinung, dass detaillierte Regelungen für die Nutzung der Grünanlagen notwendig sind. „Nur so kann ein effektives Eingreifen auf rechtssicherer Grundlage erreicht werden“, so Umweltdezernent Frank-Egon Pantel.

    Nach Meinung der Ratsfraktion der Linken sind die Pläne der Verwaltung „schlicht als lebensfremd und überreguliert zu bezeichnen“.

    Nach dem Satzungsentwurf muss mit einer Geldbuße auch rechnen, wer nachts mit dem Fahrrad über die Rasenflächen fährt, dort Versammlungen abhält oder offenes Feuer entzündet. Es dürfen danach auch keine Tauben und Enten mehr gefüttert werden.

  2. 2 Alter Sack 17. Mai 2009 um 18:15 Uhr

    Ich will hier weg…

  3. 3 kleingärtner 21. Mai 2009 um 12:27 Uhr

    (…) drecksverwaltung!

  4. 4 Administrator 15. Juni 2009 um 8:58 Uhr

    NWZ, 15.6.09:

    Partyproblem am Dobben noch ungelöst
    SATZUNGSENTWURF Politik vertagt Thema erneut – Entscheidung frühestens nach den Sommerferien

    DIE STADT MÖCHTE DIE NUTZUNG DER GRÜNANLAGEN REGELN. VERBOTE SOLLEN NACHTS GELTEN.

    VON RAINER DEHMER

    OLDENBURG – Auf der Dobbenwiese bleibt das nächtliche Trinken von Alkohol vorerst erlaubt. Die Pläne der Verwaltung, laute Freiluftpartys auf städtischen Grünanlagen per Satzung zu verbieten, werden vorerst nicht umgesetzt. Die Politik hat das Thema erneut vertagt.

    Ebenso wie im Mai sah der Umweltausschuss auch in der jüngsten Sitzung noch Beratungsbedarf. Somit wird frühestens nach den Sommerferien eine Entscheidung fallen.

    Ausgangspunkt für das Vorhaben der Stadt waren die Beschwerden der Dobbenwiesen-Anlieger im vergangenen Sommer (NWZ berichtete). Teilweise sollen nachts mehr als 100 Menschen auf der Wiese gefeiert haben. Kritik gab es vor allem wegen des Lärms und des zurückgelassenen Mülls.

    Um diese Feten zu verhindern, hat die Verwaltung einen Satzungsentwurf mit detaillierten Regeln für die Nutzung der Grünanlagen für die Zeit zwischen 22 und 7 Uhr erarbeitet. „Damit wollen wir unserem Außendienst Möglichkeiten an die Hand geben, stärker einzugreifen“, erklärt Klaus Büscher, Leiter des Amts für Umweltschutz und Bauordnung. Mit einem Bußgeld muss nach der Satzung z.B. rechnen, wer nachts grillt oder laute Musik hört. Gelten sollen die Regeln zunächst für die Dobbenwiese, die Wallanlagen, den Großen Bürgerbusch, die Bereiche Bürgerfelder Teich und Flötenteich sowie für den Sport- und Freizeitpark Hundsmühler Höhe.
    „Vieles ist natürlich schon gesetzlich geregelt. Mit der Satzung wollen wir eine Art Hausordnung für unsere Grünanlagen schaffen“, sagt Ralph Wilken, Chef des Bürger- und Ordnungsamts.

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