Archiv für Mai 2009

ein werk der … stasi


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goebbel`s gobelin

Eigentlich geht es nur darum, wer rechtmäßiger Besitzer eines alten Teppichs ist, welcher seit einigen Jahren in der Asservatenkammer der Oldenburger Polizei lagert und für welchen angeblich ein Kaufangebot in Höhe von bis zu 300 000 Euro vorliegt. Streiten tun sich dabei die Erben eines Antiquitätenhändlers, die Ehefrau und der Schwiegersohn eines Geschäftsmannes aus Baden-Württemberg, eine Wahrsagerin aus Bremen, sowie das Bundesamt für offene Vermögensfragen. Also nicht der Rede wert, wenn nicht – ja wenn nicht ein gewisser Joseph Goebbels Auftraggeber des Wandteppich gewesen wäre und das »Nibelungen-Motiv« der Webeware (ein sogenannter »Gobelin«) nicht mit zwei faustgroßen Hakenkreuzen versehen wäre. (mehr…)

who the fuck is … arbeit?

relegation – hinspiel

Gestern reiste der VfB zum Hinspiel der Relegation für den Aufstieg in die Fußball-Regionalliga Nord zum Goslarer SC. Vor etwa 4300 Leuten – darunter über 1500 VfB-Fans, welche die Partie mit Choreos, Chören, Rauch und Bengalos zu einem hitzigen Heimspiel verwandelten – beförderte Andreas Mayer den Ball in der 14. Minute etwas glücklich über den Innenpfosten ins Tor. Schnell und zeitweise äußerst hektisch gings weiter mit diversen Großchancen auf beiden Seiten. Am Ende blieb es aber bei dem verdienten 1:0 Sieg des VfB.

Am kommenden Sonnabend, dem 6. Juni, kommt nun das entscheidende Rückspiel im Marschwegstadion, zu welchem 14 000 Leute erwartet werden (Stehplatz kostet 3 Euro). Dort muss mensch allerdings auch diverse Peinlichkeiten ertragen, so z. B. die Premiere der neuen »VfB-Hymne« von Ulli Möhring, welche ungefähr genauso armseelig daherkommt wie diese hier. Dabei gibt es doch schon lange die eine – einzig wahre – Hymne von »Klausi«:

oldenburger problembären

»wir lassen uns nicht mehr vertrösten«

Am 27. Mai demonstrierten etwa 250 Beschäftigte aus Kindertagesstätten, Horten und anderen sozialen Einrichtungen in Oldenburg für einen besseren Gesundheitsschutz und mehr Kohle. Uwe Liebe von der Gewerkschaft »ver.di« (Bezirk Weser-Ems) gab sich kämpferisch und verkündete: »Wir lassen uns nicht mehr auf die lange Bank schieben und uns immer wieder vertrösten«. Parallel dazu läuft in wechselnden Kindertagesstätten seit Beginn der Woche ein Warnstreik.

Die Aktionen sind Teil des seit mehreren Wochen laufenden bundesweiten Arbeitskampfes von ErzieherInnen, welcher hauptsächlich von der Gewerkschaft »ver.di« organisiert wird. Der niedersächsische »ver.di«-Landesleiter Siegfried Sauer verkündete gestern in Bremen eine Fortsetzung der Streikaktionen: »Das Angebot, das die Arbeitgeber uns gestern zu einem Gesundheitstarifvertrag vorgelegt haben, zeigt die mangelnde Verhandlungsbereitschaft und dient nur dem Zweck, die laufenden Streiks als ungerechtfertigt darzustellen. Dieses Scheinangebot ist eine Provokation und macht das Gesundheitsbewusstsein der Beschäftigten, nicht aber die Arbeitsbedingungen zum Problem«. Im Bezug auf die Forderung nach höheren Gehältern stellen sich die ArbeitgeberInnen bisher komplett taub.

brainfood

Was Vernünftiges für`s Hirn: Heute um 19.00 Uhr gibt`s im Foyer der Helene Lange Schule den Vortrag »FRONTEX – Militarisierung der europäischen Flüchtlingspolitik« von Christoph Marischka von der IMI – der Informationsstelle Militarisierung aus Tübingen [Info].

provinzposse – the beginning

Als OldenburgerIn fragt man sich ja desöfteren, warum in unserer Stadt immerwieder Dinge geschehen, die einem die Schamesröte ins Gesicht treiben und deutlich machen, dass »lebendige Urbanität« und die »Stadt Oldenburg« einfach zwei Paar Schuhe sind. Eine Erklärung dafür ist wohl in der Geschichte der Stadt zu finden – einer Geschichte, die auf Aale baute. Die erste urkundliche Erwähnung der Huntestadt stammt aus dem Jahr 1108, damals noch unter dem Namen »Aldenburg«, welcher wohl ziemlich sicher aus »Aal-Burg«, also Burg der Aale, abgeleitet wurde. Denn der damalige Graf Egilmar I. von Oldenburg wurde auf seinen Wunsch hin vom Kloster Iburg mit seiner Familie in die Gebetsbrüderschaft aufgenommen. Als Gegenleistung sollten künftig alljährlich durch Graf Egilmar zu Marien-Geburtstag neunzig Bund Aale an den Iburger Abt ausgehändigt werden. Das erklärt doch einiges…

npd: eigenfeld abgesägt

Am 24. Mai 2009 fand in Handorf bei Lüneburg – leider ungestört von antifaschistischen Protesten – der »45. ordentliche Landesparteitag der NPD Niedersachsen« statt. Neben dem üblichen Blabla stand auch die Wahl des neuen Landesvorstandes auf der Tagesordnung des faschistischen Parteitages – und dabei kam es zu einer wirklichen Überraschung. Der 62jährige Oldenburger Ulrich Eigenfeld, welcher seit Ewigkeiten das Amt des niedersächsischen Landesvorsitzende innehatte, kandidierte nicht mehr und so wurde Adolf Dammann aus Stade zum neuen Vorsitzenden gewählt.


Ulrich Eigenfeld beim Thronfall auf dem NPD-Landesparteitag…
[… oder doch bei einem missglückten Spontanaufmarsch 2007 in Oldenburg?]

Offiziell begründete Ulrich Eigenfeld, welcher seit 1969 Mitglied der NPD ist, seinen Kandidaturverzicht mit seiner Tätigkeit als Bundesschatzmeister der NPD, auf welche er sich zukünftig ganz konzentrieren wolle. Real dürfte wohl die seit Jahren schwelende innerparteiliche Kritik an seiner Person den Ausschlag gegeben haben. Er gilt als Zögerer im Bezug auf die Zusammenarbeit der NPD mit den sogenannten »Freien Kameradschaften«, weshalb er schon auf dem NPD-Bundesparteitag 2006 abgestraft und nicht als stellvertretender Parteivorsitzender wiedergewählt wurde. Kurz vor der Landtagswahl 2008 forderten mehr als zehn Prozent der Mitglieder des Landesverbandes mit einer Unterschriftenliste einen Sonderparteitag für seine Abwahl. Mit seinem jetzigen Verzicht konnte er auf jeden Fall einer sehr wahrscheinlichen Wahlschlappe entgehen. Ob der neue Landesvorsitzende Dammann als Symtom einer »Radikalisierung des Landesverbandes« zu bewerten ist – wie es z.B. NPD-BLOG.INFO tut – bleibt abzuwarten. Sicher dürfte hingegen sein, dass der ohnehin schon kaum noch existente NPD-Unterbezirk Oldenburg durch die Abwahl seiner »Galionsfigur« einen weiteren schweren Schlag einstecken musste.


Mittig: Die Oldenburger NPD-Delegation (Aden, Meyer, Eigenfeld)
Foto von »Recherche Nord«

schraube locker: korvette »oldenburg«

Schadenfreude ist doch oftmals die schönste Freude: Die NWZ verkündete heute die Lahmlegung der Korvette »Oldenburg« (F 263), da sich während einer Testfahrt eine Schraube im Getriebe löste, in die Zahnräder fiel und dort erhebliche Schäden in Höhe von mehreren Millionen Euro verursachte. Bei der Fehleranalyse stellte sich zudem heraus, dass die Getriebe aller Schiffe der neuen Korvettenklasse 130 mehrere, teils konstruktive Mängel aufwiesen. Damit ist an einen Einsatz der Korvette »Oldenburg« und ihrer 4 Schwesterschiffe »Braunschweig«, »Magdeburg«, »Erfurt« und »Ludwigshafen am Rhein« für die deutsche Marine ersteinmal nicht zu denken. Die jeweils rund 240 Millionen Euro teuren Korvetten des Typs K130 wurden hauptsächlich von den Werften Blohm+Voss (Hamburg), Friedrich-Lürssen (Bremen) und den Nordseewerken (Emden) erbaut und mit technischem Know-how der ThyssenKrupp Marine Systems (Hamburg) ausgestattet und waren speziell für die Auslandseinsätze der Kriegsmarine in Küstennähe (aktuell vor dem Libanon und vor Somalia) vorgesehen.

»Für küstennahe Einsätze waren die vorhandenen Fregatten der Bundesmarine zu groß, die kleineren Seeboote aber nicht seetüchtig genug. Mit einer Beweglichkeit von mehr als 26 km Höchstgeschwindigkeit sowie der Fähigkeit, auch bei schwerer See zu operieren, ist sie zum Einsatz für Konfliktverhütung und Krisenbewältigung auch in entfernten Seegebieten fähig.«, verkündet dazu voller Stolz die Internetseite der Stadt Oldenburg. Weiter heißt es dort: »Die Patenschaft mit der Korvette drückt die enge Verbundenheit der Stadt Oldenburg mit der Bundeswehr, insbesondere auch zu der Marine aus«. Ursprünglich sollten die Schiffe Anfang 2010 nach und nach zur Verwirklichung neuer deutscher Großmachtsträume zur Verfügung stehen – daraus wird nun erstmal nichts. (mehr…)

schluss mit tralala

Info`s gibt es hier.

happy birthday brd


http://www.pink-rabbit.org/
… und hier noch mal was Legendäres: (mehr…)

battle for haditha

Am Montag, dem 25. Mai gibt es um 20.30 Uhr im cine k den Film »Battle For Haditha – Rekonstruktion eines Massakers der US-Marines im Irak« (GB 2007) von Nick Broomfield. Hier der Ankündigungstext des Rosa Luxemburg Clubs Oldenburg: »Der preisgekrönte, mit ehemaligen US-Soldaten und irakischen Laiendarstellern gedrehte Anti-Kriegsfilm von Nick Broomfield stellt die Ereignisse rund um das Massaker der US-Marines am 18. November 2005 in der irakischen Stadt Haditha nach. Der Film über den sinnlosen Mord an unbewaffneten irakischen Zivilisten, darunter Alte, Frauen und Kinder, als Rache für den Tod dreier US-Marines ist eine wütende Anklage. Dabei nimmt der Film verschiedene Erzählperspektiven ein, um die Ursachen dieser menschlichen Katastrophe zu ergründen.« Der Film wird in der Orginalversion mit deutschem Untertitel gezeigt – der Eintritt ist kostenlos.

keine ruhe den kriegsverbrechern

An Pfingstsamstag, den 30. Mai 2009 wird es im bayrischen Mittenwald eine Zeitzeugenveranstaltung und eine Demonstration gegen die militaristische Traditionspflege der Gebirgsjäger, welche während des Zweiten Weltkrieges für diverse Kriegsverbrechen verantwortlich waren, geben. Infos gibt`s hier.

die zukunft ist grau

Der seit Jahren andauernde Anti-Graffiti-Kreuzzug des Oldenburger »Präventionsrat« dient sich nun auch als »Qualifikationsbaustein« für SchülerInnen der Berufseinstiegsklasse Farbtechnik am Bildungszentrum für Technik und Gestaltung an. So berichtet die NWZ vom 19.5. unter dem Titel »Künftige Azubis löschen Graffiti« über die »Außenanstrich-Prüfung« zweier Schüler: Sie »übermalen gekonnt das riesige Graffito unter der Autobahnbrücke an der Alexanderstraße. Auch an der Autobahnbrücke am Hackenweg sind Schüler mit Farbe und Pinsel unterwegs und bereinigen beschmierte Flächen – unter den Augen ihrer Lehrerinnen Ulla Harders und Margit Ostern, von Ausbildern, Malermeistern und dem Team des Graffitomobils der Stadt. Auch Ralph Wilken, der Leiter des Bürger- und Ordnungsamtes [und Hauptprotagonist des »Bettelverbots«], ist gekommen«. Immer schön grau bleiben.


[rechts hinten: Bürger- und Ordnungsamtsleiter Ralph Wilken]