die im dreck lebten

Am 3. Mai ab 11 Uhr findet an der Oldenburger Mahn- und Gedenkstätte für die NS-ZwangsarbeiterInnen auf dem Ohmsteder Friedhof an der Rennplatzstraße eine städtische Gedenkveranstaltung statt. Auf dem Friedhof Ohmstede befindet sich das größte Sammelgrab der Opfer der Zwangsarbeit. Am 8. Mai 2004, dem Tag der Befreiung, wurde dort im Beisein ehemaliger Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus Polen und der Ukraine das Mahnmal eingeweiht. Dass die Gedenkveranstaltung nun jährlich am 3. Mai stattfindet, hat übrigens einen konkreten Anlaß: Durch die kampflose Übergabe der Stadt Oldenburg an die Alliierten am 3. Mai 1945 konnten die kanadischen Truppen noch am selben Tag die in den Lagern eingesperrten ZwangsarbeiterInnen aus ihrem Leid befreien.
Im Laufe des Krieges mussten mindestens 12.000 Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen in Oldenburg schufften. Sie waren in mehr als 49 Lagern im Stadtgebiet interniert. Stätten der Zwangsarbeit waren unter vielen anderen die Frisia-Konservenfabrik (Güterstraße), die Oldenburger Glashütte in Osternburg, Böseler-Waggonbau (Donnerschweer Straße), das Torfwerk Wittemoor (Nähe Kanalstraße), die Firma Dieks & Kuhlmann (Ammerländer Heerstraße), das »Fremdarbeiterlager« Sandplatz, das »Gefangenenlager Unterm Berg« und der Ohmsteder Bahnhof.
Zu empfehlen ist übrigens die Veröffentlichung »Zwangsarbeit und ihre gesellschaftliche Akzeptanz in Oldenburg (1939-1945)« von Katharina Hoffmann – einen kurzen Ausschnitt daraus findet ihr hier. Ansonsten lohnt auch das Buch »Die im Dreck lebten – Unter der Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus 1939-1945. Ausländische ZwangsarbeiterInnen und Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und die Lager in Wilhelmshaven, Delmenhorst, Bremen und Bremerhaven« von Günter Heuzeroth und Peter Szynka.


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