rotes osternburg

Einen kleinen Einblick in die Geschichte der kommunistischen Bewegung im Oldenburger ArbeiterInnenstadtteil Osternburg bietet eine Ausstellung von »Werkstattfilm«, welche vom 3. bis zum 15. Mai in deren Räumlichkeiten in der Katharinenstr. 1 zu sehen ist. Präsentiert werden dort Fotos einer KPD-Demonstration 1932 in Osternburg, welche aus einem Fotoalbum von Robert Stamm stammen. Der Kommunist Robert Stamm war Mitglied der Spartakusgruppe und ab 1932 KPD-Abgeordneter im Reichstag. 1937 wurde er in Berlin – Plötzensee von den Nazischergen hingerichtet. »Das Album enthält Fotos von seiner Tätigkeit als Leiter des KPD – Bezirks Nordwest in Bremen, einer Demonstration in Oldenburg Osternburg sowie den letzten Brief Stamms an seine Frau, kurz vor dessen Hinrichtung.«.


2 Antworten auf “rotes osternburg”


  1. 1 Administrator 25. April 2009 um 14:47 Uhr

    NWZ, 25.4.09:

    Unruhige Zeiten in Glashüttensiedlung

    STADTGESCHICHTE Verein Werkstattfilm restauriert Bilder einer Demonstration aus dem Jahr 1932

    DIE FOTOS STAMMEN AUS EINEM PRIVATEN NACHLASS. AB 3. MAI WERDEN SIE DER ÖFFENTLICHKEIT VORGESTELLT.

    VON KLAUS FRICKE

    OLDENBURG – Irgendwann im Sommer 1932 brannte in der Glashüttensiedlung in Osternburg die Luft. Hunderte Bürger waren unterwegs, um gegen die miserable Lebensumstände im Übergang von der Weimarer Republik zur nationalsozialistischen Diktatur zu protestieren. Für die Zeitgenossen wohl keine ungewöhnliche Demonstration – 77 Jahre später aber eine kleine Sensation.

    So sehen es zumindest die „Jäger und Sammler“ des Vereins Werkstattfilm. In ihrem Bemühen, die Geschichte der Stadt in Fotos und Filmen möglichst umfassend zu dokumentieren und für heutige Oldenburger erfahrbar zu machen, ist ihnen ein Coup gelungen: Aus einem privaten Nachlass erhielten sie eine Fotoalbum, in dem in 16 Bildern die Auftritte des KPD-Reichstagsabgeordneten Robert Stamm in Bremen und Oldenburg festgehalten wurden. Ab Sonntag, 3. Mai (15 Uhr), werden die nun aufbereiteten Fotos aus einer historisch wichtigen Zeit bei Werkstattfilm an der Katharinenstraße 1 gezeigt. Die Schau läuft bis 15. Mai und wird ergänzt durch zwei Filme

    „Ein ganz wunderbarer Fund“, freut sich Vereinsvorsitzender Farschid Ali Zahedi. „Wir haben darin gesellschaftspolitische und kulturpolitische Dokumente entdeckt.“ Nicht nur das: Die Bilder zeigen auch aus Sicht eines Anwohners, wie Osternburg damals ausgesehen hat. Die Aufnahmen wurden nach bisherigen Recherchen in der Glashüttensiedlung und in der Schulstraße aufgenommen, hier zogen die Demonstranten entlang.

    Überhaupt bedeuten Erwerb oder Übernahme alter Fotoalben ebenso Glück wie Arbeit für die Werkstattfilmer. „Wir müssen die alten Bilder erst einmal in den Computer einscannen und dann nach Relevanz einordnen“, erläutert Zahedi. „Erst am Ende ist es möglich, sie in inhaltlichen Zusammenhängen der Öffentlichkeit zu präsentieren.“

    Für ihn ist entscheidend, kein unzugängliches Archiv der bebilderten Oldenburger Geschichte aufzubauen. „Vergangenheit soll erlebbar sein“, betont der Werkstattfilm-Leiter. Die Zeugnisse vom Aufenthalt des KPD-Funktionärs Robert Stamm im Jahr 1932 geben darum heute Einblicke auf die politische Lage, auf Menschen und ihre städtische Umgebung damals.

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