die überflüssigen…

… oder auch: »Oh nein, nicht schon wieder die!«. Die »Überflüssigen« sind wohl gerade DAS Gesprächsthema in unserer Stadt. Die Tortung des OB am 3. März hat ein riesiges (auch bundesweites) Presseecho ausgelöst und die backenden AktivistInnen werden entweder als Robin Hood`s des Nord-Westens gefeiert oder als neue RAF in spe verteufelt. Anlass genug, die bisherigen Aktionen der »Überflüssigen« in Oldenburg ohne Anspruch auf Vollständigkeit noch einmal Revue passieren zu lassen…

3. März 2009:
Tortung des »Oberbürgermeisters« Fritz Gerd Schwandner
»schwandner getortet

18. Januar 2009:

Besuch des Restaurant »Rosmarin« in der Nadorster Straße
»aneignen

22. November 2008:
Besuch des Restaurant und Hotel mit Öko-Yuppie-Charme »tafelfreuden« in der Alexanderstraße
»freudig tafeln

27. Februar 2008:

Besuch der »Zeitarbeitsmesse« in der Oldenburger Weser-Ems-Halle
»Zeitarbeit ist überflüssig!

6. Dezember 2007:

Besuch des »Wirtschaftstalk« mit Lothar Späth auf der Nordwestmesse »Business Plus« in der Oldenburger Weser-Ems-Halle
»Überflüssige ehren Wirtschaftsvertreter

17. November 2007:
Aktion gegen das rassistische Gutscheinsystem in einer »Combi«- und einer »Koopmann«-Filiale in Oldenburg
»Antira-Aktion der Überflüssigen

5. Mai 2007:
Besuch auf der »Jobmesse« im Mercedes-Autohaus »Rosier« in Oldenburg
»Überflüssigen Aktion in Oldenburg

2. Mai 2007:
Aktionen gegen die »Anti-Schwarzfahrer-Kampagne« der Oldenburger Verkehrs-GmbH »VWG«
»Überflüssige in Oldenburg

1. Mai 2007:
Los geht`s: »Die Überflüssigen« präsentieren sich erstmals auf der autonomen 1. Mai-Demo in Oldenburg
»Überflüssige in Oldenburg

Und hier das Selbstverständnis der »Überflüssigen«:

» Die Überflüssigen setzen sich, wie viele kämpfende AktivistInnen weltweit, weiße Masken auf. Sie greifen die Barbarei des Kapitalismus an, in der Menschen nicht als Menschen, sondern als gesichtsloser auszubeutender Rohstoff vorkommen und ihre Vielfalt für rassistische und sexistische Unterdrückung instrumentalisiert wird. Ihr Respekt und ihre Verbundenheit gelten den Sans Papiers, Piqueteros, streikenden Frauen in Weltmarktfabriken, Landlosen, Prekarisierten, Unsichtbaren.

Die Überflüssigen lassen sich nicht mehr abspeisen mit dem abgeschmackten Versprechen künftiger Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum. Sie sind zuversichtlich, sich diesen Reichtum bald gänzlich anzueignen, denn mit jedem Prozentpunkt Wirtschaftswachstum werden sie mehr.

Die Überflüssigen sind solidarisch mit denen, die dorthin gehen, wohin Not und Hoffnung sie treiben, und die sich immer wieder einen Lebensunterhalt aus dem Nichts erfinden müssen.

Die Überflüssigen sind überall und grenzenlos wie die kapitalistische Ausbeutung selbst.

Die Überflüssigen stehen für den Teil der Menschen auf der Erde, deren Alltag seit jeher aus Erwerbslosigkeit, Armut, Hunger und Krieg besteht.

Die Überflüssigen sind Menschen in den Industriestaaten, die vom gesellschaftlichen Reichtum ausgeschlossen werden. Sie sind das Ziel des Klassenkampfes von oben und der aktuellen Armutskampagne in Deutschland, sie sind Erwerbslose, deren Rechte weiter beschnitten werden, sie sind Flüchtlinge, die ins Asylbewerberleistungsgesetz fallen, sie sind allein erziehende Frauen, die in Niedrigstlohnjobs gedrängt werden, sie sind die Alten, die ihre Winterschuhe beim Sozialamt erbetteln müssen, sie sind die Kranken, denen 10 Euro Praxisgebühr fehlen.

Die Überflüssigen sehen die Ursache ihrer Situation in einem profitfanatischen System, das nicht unangenehme Arbeiten überflüssig macht, sondern Menschen. Sie bieten dem Zwang, sich immer umfassender zurichten zu müssen, um leben zu dürfen, gemeinsam Paroli.

Die Überflüssigen lassen sich nicht länger auf Abfallprodukte des Kapitalismus reduzieren.

Die Überflüssigen haben die Schnauze voll davon, sich immer wieder in Verteilungskämpfen gegenseitig fertig zumachen.

Die Überflüssigen brechen aus der 2-Raum-Couchtisch-Haltung aus und machen selbst Programm.

Die Überflüssigen stupsen sich aufmunternd an, während sie auf die Trutzburgen der Kapitalfundamentalisten zustürmen – denn sie haben eine ganze Welt zu gewinnen.

Kapitalismus ist überflüssig – Alles für Alle!


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