Archiv für März 2009

summer of 1984

Die vor etwa 4 Jahren begonnen Auseinandersetzung über die Videoüberwachung des offentlichen Raums in Oldenburg geht in die nächste Runde. Der Rat der Stadt hatte die Installation von Überwachungskameras im April 2008 eindeutig abgelehnt – lediglich die schon bekannte reaktionäre Suppe aus Bullen, CDU und NWZ traten immerwieder als paranoide BefürworterInnen auf. Nun verkündete Innenminster Uwe Schünemann, dass bis zum Sommer dieses Jahres für 120 000 Euro zwei Videoüberwachungsanlagen in Oldenburg installiert werden sollen. Und zwar am »Lappan« und – nach Aussagen des Oldenburger Bullenchefs Johann Kühme nicht mehr wie einst geplant im Bereich Staulinie/Ritterstraße, sondern – in der Lange Straße am Eingang der Fußgängerzone. Es sind die beiden wohl zentralsten Bereiche der City, die so ziemlich alle OldenburgerInnen passieren müssen. Schünemann zur Standortwahl: »Wesentliche Gründe hierfür waren unter anderem die strategische Lage als Drehkreuz und Hauptumsteigestelle für den Nahverkehr sowie die starke Frequentierung. Die vor allem zu den Hauptverkehrszeiten anzutreffenden großen Menschenmassen begünstigen die Begehung von Straftaten, da sie Anonymität, Tatgelegenheiten und Fluchtmöglichkeiten schaffen.«. Anders gesagt: wo Menschen sind lauert Gefahr. Abschließend stellt Schünemann nocheinmal fest, dass »für die Videoüberwachung (…) die Polizei im Rahmen der eindeutig definierten rechtlichen Grundlagen die alleinige Verantwortung (trägt)«. Ob sich die Oldenburger Polizei da wohl verhoben hat?

weltoffenheit • identität • qualität

Trotz der Proteste der AnwohnerInnen hat die Stadtverwaltung die Baugenehmigung für das Parkhaus in der Amalienstraße erteilt. Die 463 Parkplätze der bis zu 10,80 Meter hohen mehrstöckige Anlage entstehen damit inmitten eines Wohngebiets und in unmittelbarer Nähe eines Altenheims. Mal wieder ein großer Wurf des Stadtbaurates Frank Pantel bei der Schaffung eines »lebendigen und urbanen« Oldenburgs. Pantel präsentiert übrigens seit Kurzem unter dem neuen Motto des Zielkonzeptes Innenstadt: »Weltoffenheit • Identität • Qualität« seine Vision von »Lebendigkeit« und »Urbanität« in Oldenburg in einem bebilderten Katalog [pdf.-Datei]. Grusel.

der 27. spieltag

Durch die Doppelpacks von Alexander Baal (12. und 33. Minute) und Sebastian Ghasemi-Nobakht (38. und 41. Minute) in einem schönen und in der ersten Hälfte schnellen Spiel sicherte sich der VFB den Sieg gegen den VfL Germania Leer [die haben übrigens trotz des unleckerem Namens »Germania« mit der »Basis Leer« durchaus sympathische Fans]. Da waren dann auch die zwei Gegentreffer (27. und 72. Minute) zu verkraften. Doof war natürlich die total übertriebene gelb-rote gegen Jonas Wangler in der 61. [VfB-TV].


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rote karte für`s turbo-abi

Am 27. März demonstrierten die SchülerInnen der IGS Helene-Lange-Schule und der IGS Flötenteich gemeinsam mit mehreren Eltern gegen die geplante Verkürzung der Abiturzeit an den niedersächsischen IGS`en auf acht Jahre. Dieses Turbo-Abi bedeutet noch mehr Stress und einen noch stärken Leistungsdrück für die SchülerInnen. Darüberhinaus würde eine Abtrennung und Festlegung auf die AbiturschülerInnen schon nach Klasse 7 den IGS-Gedanken auf den Kopf stellen. Der Verkürzungs-Absicht der Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann zeigten sie daher die »Rote Karte« – in Form von Protest-Postkarten, die nun nach Hannover gesendet werden.

on the streets

Am morgigen Samstag gibt`s für begeisterte DemonstrantInnen gleich zwei Events. Zum einen die bundesweite antikapitalistische Demo in Berlin unter dem Motto »Wir zahlen nicht für Eure Krise«. Aus Oldenburg werden Busse fahren, welche sich am 28. März um 5.15 Uhr vom ZOB aus gen Osten in Bewegung setzen werden. Es gibt wohl noch Karten, die mensch vor Ort bekommen kann.

Zum anderen wird es in Wilhelmshaven mehrere antifaschistische Aktionen geben. Infos gibt`s hier und hier. Eine von der faschistischen »AG Wiking« angemeldete Gegendemo wurde zwar von der Stadt verboten, es wird jedoch davon ausgegangen, dass trotzdem Faschos in der Stadt auflaufen – und denen sollte mensch dann das eine oder andere Argument entgegenbringen.

l‘amour, oh l‘amour!

Am Sonntag gibt`s wieder ganz große Kultür im Alhambra. Diesmal präsentiert von »crush hour concerts«, der wohl dienstältesten Konzertgruppe der Stadt. Ab 21 Uhr werden »now, now every children« aus Minneapolis, »on the radar« aus Oldenburg und die inzwischen schon legendäre »knights of love« aus Paris aufspielen. Ein »Muss«!

trans² »ich will ein prinz sein!«

Boybands in Frauenkleidern, Schauspielerinnen in Männerrollen, transsexuelle Figuren im Kinderprogramm – wie kaum eine andere bietet die japanische Popkultur einen Freiraum, in dem Geschlechtergrenzen überschritten werden können. Wodurch kam es zu dieser außerordentlichen Entwicklung, deren Einfluss sich inzwischen auch in der deutschen Medienlandschaft bemerkbar macht?

Unter dem Titel: »Trans² – Queere Geschlechter in der japanischen Popkultur« referiert Uli Meyer anhand des Filmbeitrags »Ich will ein Prinz sein! Zeichentrick für Geschlechtsabweichler« am Montag, dem 30.3.09 um 20.00 Uhr im cine k. Uli Meyer publiziert seit Jahren zum Thema »Geschlecht« in der Populärkultur und zeichnet auch selbst.

kaaaaaaaaaaaarl …


[via]

der ewig unverstandene

Wie die NWZ am 25.3.09 berichtete, fühlt sich Oberbürgermeister Fritz Gerd Schwandner falsch verstanden. In einem am Tag zuvor in der NWZ veröffentlichten Bericht eines Stipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung war Schwandner im Bezug auf die Aufnahme von sechs Irak-Flüchtlingen mit den folgendenden Worten zitiert worden: »Die Stadt braucht die Flüchtlinge nicht. Wir wollen vor allem Ausländer mit hohem Bildungsabschluss«. Schwandner ließ nun dazu verlauten: »Ich stehe der Aufnahme der Flüchtlinge aus dem Irak ausdrücklich positiv gegenüber und sehe Oldenburg nicht nur in der Verpflichtung, ein Soll zu erfüllen. Die Aufnahme von irakischen Flüchtlingen ist für mich ein selbstverständlicher Akt der Menschlichkeit«. Desweiteren werde die Zuwanderung als Bereicherung begriffen und Oldenburg lege besonderen Wert auf eine Integrationspolitik – »Die Anliegen der Flüchtlinge und Zuwanderer in dieser Stadt sind für mich von besonderer Bedeutung – unabhängig von ihrem Bildungsgrad.« erklärte er. Davon können die Leute im Abschiebelager Blankenburg wohl ein Lied singen.

Die TAZ hat zum selben Thema einen kleinen Kommentar veröffentlicht, welcher euch nicht vorenthalten bleiben soll: (mehr…)

wann wird`s mal wieder richtig sommer

es begann mit einer lüge

Vom 24. März 1999 bis zum 10. Juni 1999 bombardierten die NATO-Staaten die Bundesrepublik Jugoslawien – auf das Feigenblatt eines UN-Mandats konnten sie verzichteten. Tausende Menschen kostete dieser Angriffskrieg und seine Folgen das Leben. Der Begriffs des »Kollateralschäden« wurde während dieses sogenannten »Kosovokriegs« geprägt. Deutschland führte erstmals seit 1945 wieder einen Krieg, welchen der grüne Außenminister Joschka Fischer mit der Parole: »Wir haben immer gesagt: ‚Nie wieder Krieg!‘ Aber wir haben auch immer gesagt: ‚Nie wieder Auschwitz!‘« zu legitimieren versuchte.

Teil 1

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der 26. spieltag

Mieses Spiel – aber gewonnen. Das Tor von Mehmt Koc in der 50. Minute reichte, um dem SC Langenhagen alle drei Punkte anzunehmen [VfB-TV]. Ach ja – Meppen verlor zuhause mit 0:1.


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worte zur torte

Die Oldenburger »Überflüssigen« haben sich mal wieder zu Wort gemeldet. Sie gaben der »Oldenburger Allgemeinen« ein Interview, in dem sie noch einmal Stellung zur Tortung des Oberbürgermeisters am 3. März, welche ja ein riesiges (auch bundesweites) Presseecho auslöste, nahmen. Das Interview findet ihr hier (Seite 3).
Desweiteren findet sich bei YouTube noch eine Videobotschaft der »Überflüssigen« zur Tortung – absolut sehenswert:

Die Tortung wird wohl auch Thema auf der »Ratssitzung« am 23. März ab 18 Uhr im PFL, da die CDU einen kruden Resolutionsentwurf »gegen eine Gruppe von Aktivisten« einbringen will. Hier eine kleine Kostprobe: »Der Tortenwurf traf nicht allein den Oberbürgermeister – er traf außerdem alle Oldenburgerinnen und Oldenburger. Er traf auch die Stadt selbst und schädigte sie innerhalb und außerhalb unserer Stadtgrenzen.« So so.

die krise heißt kapitalismus

Am 20. März haben etwa 3 Dutzend Leute in und vor der Filiale der »Commerzbank« in der Heiligengeiststraße gegen Kapitalismus und für eine solidarische Gesellschaft demonstriert. Die »Commerzbank« weigerte sich jedoch überraschenderweise, den DemonstrantInnen Geld zur Sozialisierung zur Verfügung zu stellen und so gab es dann noch eine kleine Spontandemo durch die Innenstadt. Konkreter Anlass war wohl das aktuelle »Krisenmanagment« der Bundesregierung, welche u.a. mit ihrer staatlichen Finanzunterstützung für Banken mal wieder die Kosten der Krisen, die Verluste der Unternehmen und Banken, auf die Mehrheit der Menschen abgewälzt, um die privaten Profite zu garantieren. Zahlen sollen weiterhin die Menschen im globalen Süden, die Lohnabhängigen, Erwerbslosen und RentnerInnen.

newroz piroz be!