Archiv für Februar 2009

die karriere eines blenders

Am 22. Februar erschien in der taz ein wirklich interessanter Artikel von Felix Zimmermann über unseren allseits geliebten Oberbürgermeister Gerd Schwandner. Deshalb gibt`s den Text jetzt hier in ganzer Länge:

»Die Karriere eines Blenders
Eine breite Mehrheit im Stadtrat will Oldenburgs Oberbürgermeister Gerd Schwandner abwählen. Dabei hätte man wissen können, wer Schwandner ist und wie er tickt, wenn man es denn nur gewollt hätte. Eine Spurensuche. (mehr…)

nazis wegmoshen

ol crime, part 5

Pressemeldung der Polizei Oldenburg vom 25.02.2009 | 18:11 Uhr:
»POL-OL: Am Dienstag zündeten drei Jungen im Alter von 13 und 14 Jahren in einem Bekleidungsgeschäft in der Innenstadt eine sog. „Stinkbombe“. Dabei kamen zwei ausgestellte Lederjacken mit einer Flüssigkeit in Berührung. Die Verursacher wurden von Mitarbeitern geschnappt und der Polizei übergeben. Nach polizeilicher Aufnahme des Sachverhalt, wurden die Eltern über die Tat ihrer Sprößlinge unterrichtet.«

über den wolken…

Am 22. Februar war es mal wieder so weit. Der 42 Jahre alte Vassilis Paleokostas ist zusammen mit einem anderen Insassen des Athener Korydallos-Hochsicherheitsgefängnis erneut aus der Gefangenschaft befreit worden – und zwar Hollywood-like: Ein unbekanntes Paar mietete in Athen einen Helikopter und bedrohte den Piloten nach dessen Angaben während des Flugs mit einem Sturmgewehr vom Typ AK-47 und einer Handgranate. Über dem Gefängnis wurde den beiden Häftlingen eine Strickleiter zugeworfen, über die sie vom Gefängnishof an Bord kletterten. Das Wachpersonal scheint völlig überrumpelt und eröffnet das Feuer, wobei sich einer der Wärter vor Aufregung selbst in die Hand schiesst. Eine Frau an Bord des Hubschraubers erwiderte das Feuer laut Justizangaben mit einer automatischen Waffe. Der Hubschrauber wurde später in der Nähe einer Fernstraße nördlich von Athen gefunden, von den Ausbrechern fehlte jede Spur. Die Beiden waren bereits im Juni 2006 mit einem Hubschrauber ausgebrochen, welcher damals sogar im Innenhof des Gefängnisses gelandet war.


»Den Staat vorgeführt«, meint das Wirtschaftsblatt Imerisia

Paleokostas wurde erst im August 2008 wieder gefasst. Zuvor soll er maßgeblich an der Entführung des Industriellen Giorgos Mylonas beteiligt gewesen sein, der gegen Zahlung von angeblich zwölf Millionen Euro freigelassen worden war. Vassilis Paleokostas und sein älterer Bruder sind Griechenlands wohl prominenteste Gangster, welche sich gern mit einer gewissen anarchistischen Attitüde schmücken und bei der griechischen Bevölkerung jede Menge Sympathien innehaben.

dennis nedry vs. nsol

Eigentlich dachten ja wohl alle, dass »Dennis Nedry« schon im ersten Teil von »Jurassic Park« den Tod im Magen eines Sauriers fand – doch weit gefehlt. Wie es aussieht war der doch eher unsympathische IT-Spezialist noch bis vor Kurzem Administrator der Internetseite der »Nationalen Sozialisten Oldenburg«. Diese Zusammenarbeit scheint jedoch inzwischen im Streit beendet worden zu sein…

[screenshot]

tanzen 2.1


»Tanzen 2.1 – Antifaschistische Tanzparty« / 27.02. / Alhambra

schluss mit lustig!

Die für den 28. März in Wilhelmshaven geplante antifaschistische Demonstration versetzt die regionale Naziszene in Panik. Wie vielleicht ja schon bekannt, mobilisieren AntifaschistInnen unter dem Motto »Jetzt ist Schluss mit lustig! Keine Nazis! Keine AG Wiking!« zu der Demo, um damit den Beginn vom Ende der sich seit dem NPD-Aufmarsch 2004 entwickelten Nazi-Strukturen in Wilhelmshaven einzuleiten. Unter der griffigen Parole: »Gegen Verdrehung der Tatsachen von Staat und Antifa im Bezug auf die nationale Bewegung« ruft nunmehr die Nazi-Bande »AG Wiking« zu einer Gegendemonstration auf und erhält dabei unter anderem vom Hamburger Nazi Christian Worch und den »Nationalen Sozialisten Oldenburg« [Info] Unterstützung. Achtet auf weitere Infos!

alaaf meets hartz 4


[via]

sie nerven!

Im Februar erschien eine Broschüre über Nazistrukturen in Oldenburg. Sie trägt den irgendwie doch passenden Titel »Sie nerven!«, welcher auch als Namensgeber für eine neuen Antifa-Infoblog herhält. In der Broschüre findet ihr Texte über die Oldenburger NPD, über die »Freien Kräfte Oldenburg« bzw. die »Nationalen Sozialisten Oldenburg«, die Holocaustleugnerin und Schauspielerin Imke Barnstedt, den »Akademiker« Andreas Vonderach und ein paar Tips und Tricks für antifaschistische Aktionen. Das nette Recherche-Heftchen mit vielen Namen und Fotos gibt`s hier als pdf.-Datei. Prädikat: lesenwert!

der 22. spieltag

Shit! Nur ein 1:1 gegen den Oldenburger Handballverein – und dann gewinnt auch noch Meppen.


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flüchtlingsrevolte auf lampedusa

Am 18. Februar kam es in dem Abschiebelager auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa zu einer massiven Revolte der derzeit rund 860 in dem Lager lebenden Flüchtlinge und MigrantInnen. Mehrere Flüchtlinge hatten versucht, aus dem Lager auszubrechen, wurden jedoch von der Bullerei und Militär mit Schlagstöcken und Tränengas zurückgedrängt. Daraufhin ging ein Verwaltungsgebäude des Lagers in Flammen auf. Nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks wurden bei den Auseinandersetzungen rund 40 Flüchtlinge und 22 PolizistInnen verletzt. Die neuerlichen Flüchtlingsproteste hatten bereits am Vortag begonnen. Etwa 300 Flüchtlinge traten in einen Hungerstreik, um gegen geplante Abschiebung von 107 »tunesischen Flüchtlingen« zu protestieren. Bereits am 24. Januar waren rund 700 Flüchtlinge aus Protest gegen die restriktive Abschottungs- und Abschiebepolitik Italiens aus dem Lager auf Lampedusa ausgebrochen und führten eine Demonstration im Stadtzentrum durch. Die kleine Insel rund 200 Kilometer südlich von Sizilien ist ein Hauptanlaufpunkt für Bootsflüchtlinge aus Afrika. Im vergangenen Jahr trafen dort nach Angaben des italienischen Innenministeriums knapp 31 700 Flüchtlinge ein. Im Januar 2009 hat die italienische Regierung in dem Lager eine Identifikations- und Abschiebestelle eingerichtet. Seither werden alle Flüchtlinge dort bis zu ihrer Abschiebung interniert. Vorher waren die Flüchtlinge nach nur wenigen Tagen von Lampedusa auf das Festland gebracht worden.
Mehr Infos gibts zum Beispiel bei [borderline europe].

klassenkampf light

Am 18. Februar traten in Oldenburg etwa 150 Angestellte der Telekom in den Streik – naja – zumindest in einen vierstündigen Warnstreik. Bundesweit beteiligten sich am Mittwoch mehr als 4.500 Telekom-Beschäftigte an dem Protest. Hintergrund ist der Tarifkonflikt zwischen der Gewerkschaft ver.di und der Deutschen Telekom mit ihren drei T-Servicegesellschaften. ver.di fordert für die 83.000 betroffenen Beschäftigten eine Anhebung der Gehälter um 8,5 Prozent, mindestens aber 220 Euro mehr monatlich. Gleichzeitig sollen die Vergütungen für Auszubildende überproportional angehoben werden.


Immerhin: Warnstreik in Oldenburg

Seit Beginn der Warnstreiks haben sich knapp 20.000 Arbeiterinnen und Arbeiter an Aktionen und Arbeitsniederlegungen beteiligt. »Die Streikbereitschaft ist außerordentlich groß und nimmt mit jedem Tag zu«, meint ver.di-Verhandlungsführer Lothar Schröder in einer ersten Zwischenbilanz. Doch an der Steikbereitschaft hat es selten gefehlt – eher an kämpferischen Gewerkschaften und einem konsequenten Bruch mit dem sozialen Frieden. Wie schrieb Marx noch so schön: »Nur die Form, worin die Mehrarbeit dem unmittelbaren Produzenten, dem Arbeiter, abgepreßt wird, unterscheidet die ökonomischen Gesellschafts-formationen, z. B. die Gesellschaft der Sklaverei von der der Lohnarbeit.«

gestern morgen

Am Freitag, dem 20. Februar gibt`s im Bremer ZAKK, Sielpfad 11 um 20 Uhr eine Präsentation des Buches »Gestern Morgen. Über die Einsamkeit kommunistischer Gespenster … und die Rekonstruktion der Zukunft« mit Bini Adamczak. Es ist quasi die Fortsetzung des Buches »Kommunismus: kleine Geschichte wie endlich alles anders wird« und könnte wohl auch den Untertitel »Kommunismus für KommunistInnen« tragen.

Hier die Veranstaltungsankündigung der Gruppe »Associazione delle talpe« aus Bremen: »In ihrem aktuellen Buch unternimmt Bini Adamczak den Versuch, eine kommunistische Begierde nach emanzipatorischeren gesellschaftlichen Verhältnissen zu rekonstruieren. So bürstet sie Geschichte des Kommunismus am Beispiel der Russischen Revolution und der Entwicklung der Sowjetunion von 1917 bis 1939 gegen den Strich. Dabei widmet sie sich dem Scheitern revolutionärer Ambitionen und der damit verbundenen Resignation vieler Kommunist_innen, welche bald auf die anfängliche Hoffnung der siegreichen Russischen Revolution folgten. Beginnend mit der Auslieferung kommunistischer, antifaschistischer und jüdischer Menschen durch die Sowjetunion an das nationalsozialistische Deutschland 1939 zeichnet sie rückwärts gehend das Scheitern der Russischen Revolution als emanzipatorisches Projekt nach. In seiner Auseinandersetzung mit enttäuschten revolutionären Hoffnungen leistet das Buch gewissermaßen Trauerarbeit. Denn einer Bewältigung dieser enttäuschten Hoffnungen bedarf es, um heute eine kommunistische Begierde zu entwerfen, die frei von Revolutionsromantik und autoritärem Stalinismus ist.«

Zum Einstimmen gibt`s hier den Mitschnitt einer Lesung in Leipzig im Oktober 2008 als Audio-Stream.

präventionsstaat?

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Punishing the Poor – Neue Formen staatlicher Kontrolle?« des »Linken Forums Oldenburg« beschäftigt sich Dr. Birgit Menzel am kommenden Sonntag, dem 22. Februar um 11.00 Uhr in der ALSO, Donnerschweerstr. 55 mit der Frage »Auf dem Weg in den Präventionsstaat? – Zur Entwicklung polizeilicher Kontrolle«. Birgit Menzel war Dozentin an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung/Fachbereich Polizei in Hamburg. Gegenwärtig arbeitet sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät für Bildungs- und Sozialwissenschaften der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

zum deutschen hause

Am Nachmittag des 15. Februar rotteten sich um die 50 NPD`ler im abgewrackten Landgasthof »Zum Deutschen Hause« [sic!] im Seelzer Ortsteil Dedensen zusammen, um die Liste des niedersächsischen Landesverbandes für die Bundestagswahl zu verabschieden. Unter ihnen waren auch mehrere Nazis aus dem Oldenburger Raum. Neben dem amtierende Landesvorsitzenden Ulrich Eigenfeld, der hinter dem »Spitzenkandidaten« und stellvertretenden Landesvorsitzenden Andreas Molau auf Platz zwei der Liste gewählt wurde, waren auch der Oldenburger NPD-Unterbezirksvorsitzende Michael Meyer, der Westersteder Nazi-Opa Horst Wagener und mindestens zwei weiter bekannte Deppen aus unserer Region anwesend. Einen Bericht und mehrere Fotos vom »Sonderparteitag« findet ihr bei [Recherche Nord].


Rechts im Bild: Michael Meyer


Der »Oldenburger« Haufen: Ganz rechts der Zausel Horst Wagener