so schön grau

Am 10. Dezember veröffentlichte die NWZ mal wieder eine neue Horrormeldung: »KRIMINALITÄT – Dramatischer Anstieg der Farbschmierereien: Bis Ende November registrierte die Polizei rund 1150 Straftaten im Stadtgebiet. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung um etwa 65 Prozent. Die Täter richteten einen Schaden von schätzungsweise mehr als 300 000 Euro an. (…) Auf ihren nächtlichen Touren schrecken die zumeist jungen Täter nicht davor zurück, auch Polizeigebäude mit Sprühdosen oder breiten Filzmarkern zu verunstalten.«. Als wenn`s sonst keine Probleme gäbe, wird fast eine ganzen Seite dem kleinbürgerlichen Sauberkeits- und Ordnungswahn gewidmet und Straßenkunst mal wieder in die Kategorie »Schwerverbrechen« eingeordnet. Natürlich dürfen die Bullen was erzählen und selbstverständlich auch der »Präventionsrat Oldenburg«. Mit dem Projekt »Frischer Anstrich für Oldenburg«, welches sich hauptsächlich damit beschäftigte, bunte Graffiti an Autobahnbrücken mit einem lebensbejaenden grau zu überstreichen, ist der »Präventionsrat« seit Jahren Vorreiter bei der unverhältnismäßigen Hetze gegen WriterInnen, natürlich hofiert von den Oldenburger Käseblättchen.


Kampf gegen die Kriminalität. Der »Präventionsrat« unter Autobahnbrücken.

Den Anti-Graffiti-Kreuzzug begründet der »Präventionsrat« wie folgt: »Vollgeschmierte Ortskerne oder Lärmschutzwände zeigen nicht gerade das Bild einer attraktiven Stadt. Viele Stadtväter sehen derweil den dadurch entstehenden Imageverlust ihrer Städte, ganz abgesehen von den enormen materiellen Schäden, die inzwischen in die Millionen gehen. Die Einwohner sehen ihr Lebensumfeld und auch ihr Sicherheitsgefühl qualitativ beeinträchtigt. (…) Unter dem Begriff „Graffiti“ können kunstvolle Wandmalereien, aber auch Farbschmierereien verstanden werden. Letztere beeinflussen zunehmend das Erscheinungsbild unserer Städte, so auch in Oldenburg.«. Ob Kunstwerk oder Schmiererei entscheidet natürlich der »Präventionsrat«, der nun scheinbar auch noch einen neuen Feind in Gestalt des Oldenburger Ordnungsamt erhält. Denn Ralph Wilken, Leiter des Bürger- und Ordnungsamtes denkt daran, für Sprayer legale Flächen zur Verfügung zu stellen. Und zwar ausgerechnet die architektonischen Schmankerl und Lieblingsorte des »Präventionsrates« – die Bereiche unter Autobahnbrücken.


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