Archiv für Dezember 2008

… verhindern!

Die Stadt Oldenburg hat den Naziaufmarsch ersteinmal verboten – in einer städtischen Pressemitteilung liest sich das so: »Oldenburgs Oberbürgermeister Gerd Schwandner hat persönlich entschieden, eine NPD-nahe Demonstration verbieten zu lassen, die für Samstag, 3. Januar, angemeldet worden ist. „Wir müssen befürchten, dass es durch das Zusammentreffen von Demonstranten und Gegendemonstranten zu erheblichen gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt“, so Schwandner. Zwar sei die Stadt gehalten, das Grundrecht der Versammlungsfreiheit zu wahren. „In der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit sehen wir jedoch keine Möglichkeit, die erforderlichen erhöhten Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.“« Das heisst allerdings noch lange nicht, dass der Aufmarsch auch verboten bleibt. Die Nazis selbst haben wohl Klage gegen das Verbot eingelegt und rechnen sich gute Chancen aus. Und nachdem, wie die Gerichte andernorts desöfteren schon entschieden haben, wohl nicht ganz zu Unrecht. AntifaschistInnen der Stadt mobilisieren auf jeden Fall weiter auf den 3. Januar – checkt die Internetseite der Antifa.

bite da pope

Kurz nach der Weihnachtsmesse versuchte eine Frau, Papst Benedikt XVI. in den Hals zu beißen. Sie wurde aber vorher von seinen Leibwächtern abgefangen und in Polizeigewahrsam verbracht. Die Frau wollte sich nach Presseberichten mit dem Biss für die Äußerungen des Papstes über Homosexuelle rächen. Die Frau sei eine »psychisch labile Italienerin, die in der Schweiz lebe und psychiatrisch betreut werde« und daher »geistig verwirrt« (Die Welt). Als »geistig verwirrt« lassen sich aber wohl eher andere Leut` treffend beschreiben. Hier ein paar kurze Belege: »Es ist keine überkommene Metaphysik, wenn die Kirche von der Natur des Menschen als Mann und Frau spricht und fordert, dass diese Schöpfung auch respektiert wird.« *** Die lebenslange Verbindung von Mann und Frau ist ein »Sakrament der Schöpfung«. *** »Die Regenwälder brauchen unseren Schutz, aber auch der Mensch als Schöpfung verdient nicht weniger.« Die Kirche muss den Menschen »vor der Zerstörung seiner selbst bewahren«. Eine »Ökologie für den Menschen« ist gefragt. *** Nur allzu oft versteckt sich hinter der sogenannten Geschlechterdiskussion lediglich die Emanzipation des Menschen von Gottes Schöpfung. »Aber auf diese Weise lebt er gegen die Wahrheit und den Geist des Herrn«. »Nicht der Mensch entscheidet, nur Gott entscheidet, wer Mann und wer Frau ist.« *** Die Menschheit muss auf »die Stimme der Schöpfung« hören, um die vorgegebenen Rollen von Mann und Frau zu verstehen. Alles andere kommt »einer Selbstzerstörung des Menschen und der Zerstörung von Gottes Werk selbst« gleich.
Und jetzt ratet mal, von wem diese »Weisheiten« wohl stammen?

mein nachbar ist ein parkhaus

Stadtbaurat Frank-Egon Pantel, Umstrukturierungsgott der Stadt, geht gutgelaunt ins neue Jahr. Der Grund: »Das Parkhaus Amalienstraße/Festungsgraben ist wieder in Planung. Der 1. Senat des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg hat die vom Rat für das Areal verhängte Veränderungssperre vorläufig außer Vollzug gesetzt (…). Das Oldenburger Unternehmen Freytag & v.d. Linde hatte das ehemalige Telekom-Grundstück erworben, weil ein Investor dort ein Parkhaus (mit anfangs 600, später 450 Plätzen) bauen will. SPD, Grüne und Linke wollen das nach dem geltenden Bebauungsplan zulässige, im Viertel aber umstrittene Vorhaben verhindern. Bis zur Planänderung sollte das die Sperre sicherstellen. Dagegen klagte die Firma vor dem OVG. (…) Stadtbaurat Frank-Egon Pantel sah durch die Entscheidung seine Bedenken gegen die Veränderungssperre bestätigt und versprach schnelles Handeln. »Das wird zügig entschieden«, sagte er am Montag zur NWZ. In seinem Dezernat liege eine Bauvoranfrage zu einem Parkhaus mit reduzierter Stellplatzzahl (470) – auf der Grundlage des alten (wegen der Sperre nicht zu bescheidenden) Bauantrages.« (NWZ, 30.12.08) Die Einfahrt des Parkhauses soll über die Straße »Am Festungsgraben« erfolgen – mitten im Wohngebiet. In diesem Bereich befindet sich auch noch ein Seniorenzentrum mit ca. 200 BewohnerInnen. Das geplante Parkhaus steht ziemlich offensichtlich in Zusammenhang mit dem Bau des Konsumtempels »ECE«, ähh natürlich der »Schlosshöfe« am Oldenburger Schlossplatz, einem von Pantels Lieblingsprojekten. Und somit ist natürlich verständlich, dass von den AnwohnerInnen Abgase, Verkehrslärm und Blechlawinen in Kauf genommen werden müssen.

»knut«


Am 3. Januar erstmals auch in Oldenburg. Entdecke die Möglichkeiten!

juri gagarin

»Am 10. Januar 2009 kommt die Techno-Combo juri gagarin nach Oldenburg, um mit ihren virtuosen ZACK BUM TECHNO die Ohren der MusikliebhaberInnen dieser Stadt zu erfreuen.« [via KIPO]

Juri Gagarin – Presidator

it’s a free world

Vom 15. -20. Januar läuft im Cine k in Oldenburg der Film »It’s a Free World!«, das neue Werk von Ken Loach.

they shall not pass

Da es wohl noch nicht`s Neues zum anstehenden Naziaufmarsch gibt, ist Zeit für etwas Geschichte: Am 4. Oktober 1936 sollte im Londoner East End, einem ArbeiterInnenstadtteil mit großem jüdischen Bevölkerungsanteil, ein Aufmarsch der »British Union of Fascists« stattfinden. Diese Provokation der faschistischen »Blackshirts« unter Führung von Oswald Mosley blieb nicht unbeantwortet. Tausende BewohnerInnen des East End, jüdische und irische Gruppen, AnarchistInnen, SozialistInnen und KommunistInnen stellten sich den Faschisten entgegen und schlugen sie nach heftigen Strassenkämpfen in der Cable Street in die Flucht. Dieser »Battle of Cable Street« mit der zentralen Parole »they shall not pass« ist bis heute einer der wichtigsten Bezugspunkte der antifaschistischen Bewegung (nicht nur) in Großbritannien. Hier gibt`s jetzt mal zwei kleine Videos für euch. Das erste zeigt Orginalaufnahmen vom 4. Oktober 1936, unterlegt mit dem Song »Ghosts of Cable Street« der englischen Folkband »The men they couldn‘t hang«; das zweite ist ein kleine Doku, in der der heute 92 jährige Ubby Cowan ein bißchen über seine Erlebnisse beim »Battle of Cable Street« erzählt.

… verhindern!

Seit heute gibt`s auf der Seite der Antifa Oldenburg ein paar Info`s zum anstehenden Naziaufmarsch. Mobilisiert wird bis auf weiteres zum Lefferseck in der Oldenburger Innenstadt – ab 12 Uhr soll das der Anlaufpunkt für die Gegenaktionen sein. Zum Einstimmen auf den 3. Januar 2009 gibt`s hier jetzt das Filmchen »Never sleep till Stautorkreisel« in allen 6 Teilen. Dabei geht um die erfolgreiche Verhinderung des Naziaufmarsches am 27. Oktober 2001 in Oldenburg. Es handelt sich um eine gekürzte Version des Orginals. In Kauf nehmen müßt ihr außerdem mäßige Qualität und mit großen schwarzen Balken überdeckte Szenen.

intro

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sklavenhändler ausgeraubt

Zwei Leute haben am Morgen des 23. Dezember das Büro einer Zeitarbeitsfirma in Cloppenburg überfallen. Die NWZ schreibt dazu: »Nach Polizeiangaben erbeuteten die maskierten Männer Bargeld – um wie viel es sich handelt, wollte Pressesprecher Frank Soika aus ermittlungstaktischen Gründen nicht preisgeben. Kurz nach 9.30 Uhr hatten die Täter ohne Vorwarnung den Geschäftsführer und einen Angestellten gefesselt und unter Vorhalt von Pistolen Geld verlangt. Dieses fanden sie in einer schwarzen Umhängetasche. Die Täter verließen mit der Tasche den Tatort, der in unmittelbarer Nähe zur Cloppenburger Fußgängerzone liegt. Die Opfer konnten sich schnell von ihren Fesseln befreien und alarmierten die Polizei. Gleich nach Bekanntwerden der Tat wurde eine intensive Fahndung durchgeführt. Die Täter konnten jedoch bislang nicht ermittelt werden.« Naja, auf jedem Fall die richtige Adresse – Räuber sind ja nun mal auch prekär Beschäftigte.

… verhindern!

Info`s zum geplanten Naziaufmarsch gibt`s bald auf der Seite der Antifa Oldenburg. Bis dahin hier mal zwei Videos über den kläglichen Naziaufmarsch der »Freien Kräfte« in Oldenburg am 5. Juli 2008:

69

Richtig grosses Kino erlebst du am 6. Januar um 20.30 Uhr im Subklub Film: »69«. Der Film von Nikolaj Viborg ist eine Doku über die Räumung des Ungdomshuset in Kopenhagen. Ist in dänisch mit englischem Untertitel.

ol crime, part 3

Pressemeldung der Polizei Oldenburg vom 22.12.2008 | 13:50 Uhr:
»POL-OL: Am Sonntag hatte ein aufmerksamer Zeuge gegen 23.30 Uhr drei Jugendliche dabei beobachtet, wie sie im Bereich Siebenbürger Straße einen Weihnachtsbaum haben mitgehen lassen. Sofort schaltete der 57-jährige Zeuge die Polizei ein und beobachtete das Trio weiter. Kurz vor Eintreffen der Polizeistreife entwendete einer aus dem Trio noch ein Fahrrad. Auf Vorhalt gaben die drei Jugendlichen im Alter von 16 und 17 Jahren die Diebstähle zu und wurden nach den ersten polizeilichen Maßnahmen nach Hause entlassen.«

the great dresden swindle

Am Montag, dem 5. Januar 2009 gibt`s um 20:30 Uhr eine Lesung im Antifa-Cafe im Alhambra. Gunnar Schubert liest aus seinem Buch »Die kollektive Unschuld. Wie der Dresden-Schwindel zum nationalen Opfermythos wurde«. Die Veranstaltung wird vom »Vorbereitungskreis Dresden´09« veranstaltet. »Anlass der Veranstaltung ist der nahende 13./14. Februar 2009, um den herum Dresden wieder einmal Schauplatz des größten regelmäßigen Naziaufmarschs der BRD sein wird. Ein breites Bündnis von NPD bis zu den Autonomen Nationalisten ruft zu einem “Trauermarsch” im “Gedenken an den alliierten Bombenholocaust” auf. Im selben Zeitraum werden auch mehrere zehntausend DresdnerInnen den Opfern der Bombenangriffe gedenken, die Opfer der Nazis jedoch in ihr Gedenken mit einschließen und wahrscheinlich auch die Toten von Hiroshima. Die auf “Versöhnung” ausgelegte Idee einer großen Opfergemeinschaft verwischt den Kontext des Zweiten Weltkriegs, die Parameter von Ursache und Schuld. An dem Wochenende werden die verschiedenen Lügen und Mythen rund um die Bombenangriffe nicht nur auf der Nazi-Demo, sondern bis weit in die bürgerliche Gedenkveranstaltung kolportiert. Gunnar Schubert ist Autor des Buches “Die kollektive Unschuld. Wie der Dresden-Schwindel zum nationalen Opfermythos wurde”. Er selbst lebt schon viele Jahre in Dresden, “der weltlichen Vorhölle, dem Sendegebiet des MDR” (aus dem Klappentext) und ist profunder Kenner der ‘Dresden’-Materie. Auf der Grundlage seines Buchs wird er die Geschichte des Great Dresden Swindle und dessen ganz unterschiedlicher Akteure nachzeichnen.«

Mehr Infos zu Dresden gibt`s unter anderem hier:

und hier:

… verhindern!

Info`s zum Naziaufmarsch gibt es in den nächsten Tagen hier und auf der Seite der Antifa Oldenburg. Bis dahin mal zwei Links [recherche nord] [bremen.antifa.net] zu Fotos der TeilnehmerInnen vom Aufmarsch am 5. Juli 08.