Archiv für November 2008

weisheiten zum 1. advent

der 17. spieltag

Vor etwa 1500 Leuten gewann der VFB heute im heimischen Marschwegstadion gegen den SV Bad Rothenfelde mit 4:1. Nach dem frühen Gegentor in der 4. Minute erarbeitete sich der VFB durch die Tore von Matthias Deumelandt (21. und 33. Minute), Andreas Mayer (70. Minute) und Marcel Salomo (84. Minute) die drei Punkte und ist somit immer noch Tabellenführer der Oberliga Niedersachsen-West. Ach ja, bereits am Freitag machte der SV Meppen zuhause alles richtig und verlor 1:2 gegen die Zweite des VfL Osnabrück.


next: 07.12. VfB – Preußen Hameln +++ 13.12. Eintracht Nordhorn – VfB

ol crime, part 1

Pressemeldung der Polizei Oldenburg vom 24.11.2008 | 11:55 Uhr:
»POL-OL: Am Samstag haben bislang unbekannte Jugendliche in der Zeit von 22.00 Uhr bis 23.00 Uhr am Wachholderweg mit Schneebällen auf Straßenlaternen geworfen. Mehrfach trafen die Unbekannten den Leuchtkörper und als die Glasabdeckung platzte machten sich die Jugendlichen aus dem Staub.«

zwischen diseuse und holocaustleugnung

Die selbsternannte Kulturschaffende Imke Barnstedt aus Oldenburg ist in antifaschistischen Kreisen schon seit Jahren für ihre Tätigkeiten als Holocaustleugnerin und als Aktive in faschistischen Vereinen bekannt. Der leider inzwischen eingestellte Webblog »provinzkritik« berichtete mehrfach über sie (1, 2, …), auch in der linken Wochenzeitung »Jungle World« erschien schon 2005 ein Artikel über ihr braunes Treiben. Nachdem sie noch einen Kurzfilm bei den diesjährigen »Oldenburger Filmtagen« präsentieren durfte, ist dies scheinbar auch in den Oldenburger Kulturkreisen angekommen.

Davon zollt ein kleiner Bericht in der aktuellen Ausgabe (12/08) des »stadtpark – Das Oldenburger Kulturmagazin«, welchen ihr hier dokumentiert findet:
»Rechte Kulturschaffende in Oldenburg? Hat man in den letzten Wochen die lokalen Anzeigenblätter aufgeschlagen, ist einem aufgefallen, dass eine Dame aus der Oldenburger Kulturszene besonders präsent war: Imke Barnstedt. Hingewiesen wurde entweder auf ihre kabarettistischen Liederabende in ihrem »Berliner Zimmer« oder auf ihre Präsenz auf der diesjährigen female in der Weser-Ems Halle, wo sie mit einem Stand vertreten sein sollte. Die Oldenburger Sängerin, die in bester Wohnlage im Dobbenviertel residiert, ist allerdings – nachdem sie zunächst als eine der Hauptakteure vorgestellt wurde – kurzfristig wieder ausgeladen worden. Von Seiten der Weser-Ems Halle heißt es, man sei durch Dritte auf eine mögliche rechte Gesinnung Imke Barnstedts aufmerksam gemacht worden und sei so auf diverse Hinweise im Internet gestoßen. Da man sich hiervon distanzieren wollte, habe man sich für die Ausladung entschieden, so Jan-Axel Wartemann, Geschäftsführer der Weser-Ems Halle.
In der Tat: Bei google folgt sofort nach der Homepage der »Schauspielerin und Diseuse« ein Link zum autonomen Weblog provinzkritik.blogsport.de. Imke Barnstedt soll Unterstützerin des verurteilten Holocaust-Leugners Horst Mahler sein. Zu finden sind Fotos von einer Demonstration auf der Wartburg im Juli 2003. Initiiert wurde dieses Treffen von Nazi-Anwalt Horst Mahler, der laut provinzkritik.blogsport.de direkt in Auschwitz demonstrieren wollte, was aber an einem gegen ihn verhängten Ausreiseverbot scheiterte. Und so hielten die rund 15 älteren Damen und Herren ihre Banner (»Den Holocaust gab es nicht«, »Die Lüge vernichtet sich selbst«) an der Wartburg in die Luft. Auf den im Internet veröffentlichten Fotos als eine der Demonstranten und Bannerträgerin deutlich zu erkennen: Imke Barnstedt. Netz-gegen-nazis.de, ein Projekt der ZEIT, unterstützt u.a. vom ZDF und dem DFB, berichtet über den Prozess gegen Horst Mahler im Jahre 2004: »Unter den Mahler-Unterstützern befanden sich Berliner Rechtsextremisten aller Fraktionen: Sascha K., der ehem. FAP-Aktivist (FAP = Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei, Anm. d. Red.) Mirko Tambach, der Neonazikader Rene Bethage und Imke Barnstedt von der Deutschland-Bewegung.« Seriös erscheint auch www.recherche-nord.com, ein unabhängiges Recherche- und Medienkollektiv, bestehend aus freien Journalisten und Fotografen: »Ein weiterer Verein, der (…) verboten wurde, nennt sich ›Bauernhilfe e.V.‹. Zum Aufgabenbereich des als gemeinnützig eingetragenen Vereines gehörte die Verwaltung von Vermögen und Finanzen verstorbener Nazis und Neonazis der ersten und zweiten Generation. Als Schatzmeisterin des im Jahr 2004 gegründeten Vereines trat unter anderem Imke Barnstedt in Erscheinung.«
Imke Barnstedt selbst behauptet, dass sie mittlerweile »mit diesen Dingen nichts mehr zu tun« habe und hält ihre rechtsgesinnten Aktivitäten, die letzte im Netz gefundene datiert gerade einmal vier Jahre zurück, für »lange her und abgeschlossen«. Die Schauspielerin glaubt, dass »es bestimmte Dinge in Deutschland gibt, über die man nicht diskutieren darf«. Klingt das nach Reue oderverzichtet Barnstedt nur auf öffentliche Aktionen, nicht aber auf ihre Gesinnung?
«

Nazis der »Reichsbürger« 2003 auf der Wartburg. Ganz links steht Horst Mahler, ganz rechts die »Schauspielerin und Diseuse« Imke Barnstedt aus Oldenburg.

freudig tafeln

Wohl doch eher ungebeten Besuch erhielt das Oldenburger Restaurant und Hotel »tafelfreuden« in der Alexanderstraße am 22. November. Während in dieser Lokalität mit Öko-Yuppie-Charme die krudesten Personen wie zum Beispiel der Bellizist Joschka Fischer gern gesehen BesucherInnen sind, erstatteten die Betreiber Anzeige wegen Diebstahls gegen etwa ein dutzend Hungrige. Bei diesen handelte es sich wohl um eine Gruppe von »Überflüssigen«, die seit vielen Monaten auch in Oldenburg gesellschaftliche Aneignung ganz praktisch in die Tat umsetzen.


So ähnlich sah es wohl es: Aktion der Überflüssigen in einem Nobel-Restaurant »Borchardt« in Berlin-Mitte vor etwa vier Jahren.

Hier ein Bericht, gefunden bei Indymedia:»Was für manche der Beitrag ist, die Welt zu verbessern ist für andere ein nicht-leistbarer Luxus: Überflüssige besuchen Restaurant mit Nachhaltigkeits-Bio-Label und eignen sich diesen Luxus an. Um zu zeigen, wie es aussehen kann, wenn mensch sich Reichtum praktisch aneignet, kehrten am Samstag, den 22.November 2008 ein Dutzend „Überflüssige“ im Oldenburger Edel-Öko-Restaurant „Tafelfreuden“ ein. Sie begannen „Bedarfsgemeinschaften“ mit den anwesenden Gästen zu bilden, bedienten sich von deren Teller und aus deren Gläsern. Auf Diskussionen darüber, dass der Luxus gesund biologisch und nachhaltig leben zu können keine Selbstverständlichkeit ist, wollten sich leider die Wenigsten der Angesprochenen einlassen. Doch so unangenehm es auch sein mag daran erinnert zu werden, dass der eigene Reichtum immer auf der Armut der Anderen gründet, die Überflüssigen sind überall und sie werden sich nicht abspeisen lassen… (…)
Der Arbeitlosengeld II-Regelsatz liegt zur Zeit bei 345 € monatlich, wobei 130 € für Lebensmittel und Getränke angedacht sind. Somit hat ein Hartz IV-Empfänger nur 4,30 € am Tag, um sich Essen und Trinken zu kaufen. Noch weniger Geld steht Flüchtlingen, die in Deutschland Asyl beantragt haben, zur Verfügung. Gerade mal 70% des ALG II-Regelsatzes werden Flüchtlingen zugeteilt, wobei ein Großteil dessen in Gutscheinen und somit nicht frei verfügbar ausgehändigt wird. Für euch scheint es normal zu sein, in einem Restaurant essen zu gehen; biologisch und nachhaltig ist euer Label, das euch zu individuellen, besseren Menschen macht, die über ihr beruhigtes soziales Gewissen vergessen, dass dieser Lifestyle Ausgrenzungen produziert und die herrschenden Verhältnisse reproduziert. Gesund – biologisch – nachhaltig: Das ist für viele andere Menschen ein nicht leistbarer Luxus. Wir fordern, dass Luxus für alle Menschen frei zugänglich ist.«


Restaurant und Hotel »tafelfreuden«: Öko-Yuppie-Charme in Perfektion.

bis heute ein tabu?

Am Dienstag, dem 2. Dezember gibt es die sehr zu empfehlende Veranstaltung »Sexuelle Gewalt durch Angehörige der Wehrmacht und SS in der Sowjetunion« in Oldenburg und zwar ab 21 Uhr im Rahmen des »subklub« im alhambra. Veranstaltet wird der Vortrag vom FemRef

Hier die Veranstaltungsankündigung: »Deutsche Männer, Angehörige der Wehrmacht, der SS und der Polizei, folterten und vergewaltigten Frauen im Rahmen von Eroberungen, während der Partisanenkämpfe, im militärischen Hinterland, in der Alltagssituation der Besatzung, auf Transporten, in Ghettos und Lagern und während der Erschießungsaktionen. Sexuelle Folter konnte ein Mittel sein, um Geständnisse zu erzwingen oder um die Frauen einzuschüchtern und die einheimische Bevölkerung in Angst und Schrecken zu versetzen. Nach dem Ende des Kriegs wurden die sexuellen Gewaltverbrechen generell verschwiegen. Heute werden sie, wenn überhaupt, eher als allgemeines Phänomen thematisiert, etwa in der Triade Plünderung-Mord-Vergewaltigung. Diese gesellschaftliche Praxis, erzeugt Scham und wehrt die Frage nach den Ursachen und Motiven ab. Der Vortrag von Regina Mühlhäuser (Hamburger Institut für Sozialforschung) wird sowohl den historischen Ereignissen als auch den Repräsentationen nach 1945 nachgehen.«


Gutgelaunt…

zwergwerk die 8.

Vom 27. bis 30. November bittet zwergWERK mal wieder zu den »Oldenburger Kurzfilmtagen«. Es sind mittlerweile die Achten. Diesmal an vier Tagen in vier Locations. Auch wenn manche künstlerische Darbietung nicht immer so ganz überzeugen kann, ist es auf jedenfall eine äußerst charmante Veranstaltung. Besonders ans Herz gelegt sei allen der Mitmach-Wettbewerb »spontan getan!«, dessen Ergebnisse diesmal im alhambra präsentiert werden. Alle Infos zu den Kurzfilmtagen gibts auf der Seite von zwergWERK.


»… die auch mal die Wahrnehmung stören können.«

also goes wissenschaft – second strike

Am 28. und 29. November veranstaltet die ALSO das 2. wissenschaftlich-politisches Symposium in Oldenburg. Unter dem Motto: »Armut und gesellschaftliche Ausgrenzung im Aufschwung« gibt es 7 Vorträge rund um Hartz4, gesellschaftliche Ausgrenzungs- und Teilhabemechanismen und natürlich linke Utopien. Den Ankündigungsflyer findet ihr hier und den aktualisierten Ablaufplan hier auf den Seiten der ALSO.